Mittwoch, 19. November 2014

Viva México cabrones, Tagesanzeiger Artikel vom 19.11.2014

Tagesanzeiger Artikel vom 19.11.2014, viva México cabrones

Sandro Benini, Lateinamerika Korrespondent des Tagesanzeigers, verteidigt sich im Tagesanzeiger vom 19.11.2014 zu den Vorwürfen, er würde nur schlechtes über México schreiben.

"Trotz Drogenkrieg, Korruption, Armut und miesepetrigen Korrespondenten: Mexiko ist das schönste Land auf dem amerikanischen Kontinent." 

Nachdem der México-Korrespondent viel schlechte Kritik zu seinen vorwiegend negativen Berichten über México erhalten hat, erklärt der Journalist, wie es wirklich ist.

Viva México cabrones

Bereits seit einigen Jahren verfolge ich die Berichte von Sandro Benini im Tagesanzeiger. Meist sind es negative Berichte über Korruption, den Drogenkrieg, Hurrikans, die Armut und noch einmal Drogenkrieg. Positive Berichte habe ich bis jetzt drei gesehen. Nun ja, im einen Bericht schrieb er über die Party-Hochburg und von US-Amerikanern dominierte Stadt Cancun in Quintana Roo im Osten Méxicos auf der Yucatan Halbinsel. Wer dieses Phänomen des immer grösser werdenden Bade- und Partyorts mag, sah diesen Bericht als positiv an. Naturschützer, Partymuffel und Normalsterbliche wohl eher als negativ. Dann war der Bericht über México City, welcher die Wahrheit und den IST-Zustand wirklich gut beschrieben hat. Sonst waren es wöchentlich negative Berichte über México. Ich habe mir oft überlegt Sandro Benini selbst anzuschreiben mit der Frage, "warum nur schlechtes über dieses schöne Land?!?" Doch meine Frage erübrigte sich sehr schnell mit eigenem tiefen Nachdenken und dem Besuch der Vorstellung seines neuen Buches "Drogen, Krieg, Mexiko" im Kaufleuten in Zürich.

Bei dieser Vorstellung wandte er sich bereits am Anfang an die Vorwürfe, er würde nur schlechtes über México schreiben. Er wies bereits dort darauf hin, dass er seit vielen Jahren in México City lebe und es ihm in México sehr gefalle. Doch was die Leser interessiere, sind nicht irgendwelche Berichte über Städte, über die vielen UNESCO-Weltkulturerbe Méxicos, schöne Landschaften wie Strände, Urwald, Wüsten, die Gutmütigkeit der Mexicaner - Nein, es sind der Drogenkrieg, die Korruption und Naturkatastrophen, welche den normalen Leser interessieren. Bei dieser Vorstellung seines Buches stand während des Gesprächs mit dem Moderator ein Mexicaner auf und beschwerte sich abermals und verliess das Lokal mit den Worten "viva México!!", einige Zuschauer folgten ihm.

Das absurde an den vor allem negativen Berichten Sandro Benini's über México ist nicht seine Berichterstattung, sondern der Hunger der Leserschaft über schlechte News von México. Ich behaupte, die Mehrheit der Leser des Tagesanzeigers haben México noch nie bereist und können sich kein eigenes Bild davon machen. Viele stellen sich unter México immer noch den faulen Mexicaner mit Sombrero und Tequilaflasche an der Häuserecke vor. Die Vorurteile gegenüber diesem Land sind riesig und steigen mit jedem schlechten Bericht. Daran kann Sandro Benini aber nichts dafür und stellt dies mit diesem Bericht vom 19.11.2014 sehr gut dar. Bad news erregen die Aufmerksamkeit der Leserschaft viel mehr als good news.

 Fazit

Ich werde die Berichterstattung von Sandro Benini über México auch in Zukunft gut verfolgen, ob negative oder positive, werde die vielen, manchmal absurden, Kommentare der Leserschaft lesen und mich dann immer wieder an die schönen Erlebnisse von México erinnern. So hoffe ich, viele der mit Vorurteilen behafteten Leser können diese einmal ablegen und das vielseitige Land México besuchen und sich überzeugen lassen, dass die Méxicaner nicht an der Strassenecke Tequila trinken, normalerweise auf der Strasse keine Sombreros tragen und der Drogenkrieg, die Korruption, usw. nicht überall allgegenwärtig sind...Viva México cabrones!!

Mittwoch, 5. November 2014

Verregneter Sommer, Arbeitsalltag und wieder einmal in Mexico

Verregneter Sommer, Arbeitsalltag

Der Sommer nahte. Die Vorfreude auf heisse Tage, auf das Bootfahren in der Reuss, draussen ohne zu frieren ein Bier zu trinken, Vita-Parcour, wandern  und einfach einen schönen Sommer zu geniessen war riesig. Der Juni war vielversprechend. Die ersten und zugleich letzten schönen Tage haben begonnen. Mit meinen Freunden Basil, Gian, Röbi, Eric und Eti erlebte ich einige vereinzelte wunderschöne Wochenendtage auf der Reuss auf dem Boot. Bier und Salzstängeli gehörten ebenso dazu, wie die Musikbox. Bremgarten war jeweils der Einstiegsort. Der Ausstieg entschied unsere Lust nach Bier. Mellingen bei kleinem Durst, Windisch bei grossem Durst. Doch so schnell der Sommer begann, hörte er auch schon wieder.

Die Monate Juli und August waren schrecklich. Regen, Überschwemmungen und Kälte prägten den Sommer. Gab es mal ein schönes Wochenende, war es zu kalt, um die Gewässer aufzusuchen. Das positive daran war, dass ich mit einigen Freunden oft in den Bergen wanderte. Die Wanderslust habe ich während meiner langen Reise neu gefunden. Als kleiner Junge war ich oft mit meiner Familie in den Bergen. Doch ich konnte die Natur und die Schönheit der Berge noch nicht wirklich geniessen. Wie es bei einem Durchschnitts-auf dem Land aufgewachsener-Schweizer so ist, geht man als Kind einfach mit den Eltern mit, ob man will oder nicht. Dann folgte die Zeit, in welcher man selbst entscheiden konnte. Es herrschte kein Wanderzwang mehr und aus eigener Kraft wälzte man sich am Wochenende nicht aus dem Bett. Wie auch? Der Kater, die Teenagermüdigkeit und die Lust, andere Dinge zu erleben, war grösser. Doch mit den Jahren und dem Reisen entdeckte ich die Schönheit und die immense Dimension der Berge zurück und gehe inzwischen freiwillig und mit voller Freude in die Berge wandern.

Fast eineinhalb Jahre waren vergangen seit meiner Rückkehr aus Latein-Amerika. Ich arbeitete bereits wieder mehr als ein Jahr im Büro. Der normale, bünzlige Arbeitsalltag machte mir mehr und mehr zu schaffen. Viertel vor sechs Uhr, der Wecker klingelte. Zähne putzen, Gesicht waschen, in die Kleider steigen und ab auf den Zug. Es war fünf nach sechs. Die gleichen fünf bis sechs Pendler wie jeden Morgen warteten auf den Zug. Sie mussten wohl aus meiner Gegend kommen, man kannte sich nicht. Nicht mal so fest, um sich ein "Guete Morge" zu sagen. Die erste Etappe, zwanzig Minuten von Zufikon nach Dietikon. Der Zug voll. Die Pendler ruhig, teilweise sogar "mucksmäuschenstill", wie man es bei uns sagt. Einzig die Musik einiger mit schlechten Kopfhörer ausgestatteten Personen war zu hören. Dazu gehörten vermutlich auch meine. Niemand spricht, der "Anschiss" war den Menschen ins Gesicht geschrieben. Ankunft in Dietikon, schnell aufs nächste Perron. Zug von Dietikon nach Zürich. Gleiches Phänomen. Einzig das Schmatzen eines Zugpassagiers war zu hören. Teilweise noch die drei Damen, dessen Sprache ich nicht verstand, die als einzige miteinander sprachen. Ankunft in Zürich, hektisches aufs nächste Perron laufen. So machen es die meisten. Meines nächstes Ziel war der kleine Bahnhofsladen neben den Trams. Gipfeli, Kaffee, Müsli und Joghurt kaufen. Auch dort, niemand wollte viel sagen. Es war immer noch früh. An einen Moment erinnere ich mich gut. Da wagte sich tatsächlich ein Mann, rund fünfzig Jahre alt, sein Mund zu öffnen und sagte der jungen Dame bei der Kasse tatsächlich "ich wünsche ihnen einen schönen Tag, sehr schönes lachen haben sie". Die Dame war sichtlich geschockt ab dem Kompliment. Aussergewöhnlich, wie wahr es auch ist. Dann die Fahrt mit dem Tram von Zürich nach Zürich Oerlikon. Sieben Uhr null fünf, Ankunft bei der Arbeitsstelle, die Arbeit beginnt. Aus vergangenen Ereignissen mit Social Media lasse ich die Passage zwischen sieben Uhr null fünf und dem Ende des Arbeitstages aus. Wer weiss, vielleicht werde ich selbst nach meiner Kündigung überwacht und genauestens beobachtet, ob ich nicht etwas über meinen Arbeitsalltag schreibe. Der Arbeitstag endete und ich begab mich auf den Heimweg. Die ganze vorher beschriebene Fahrt zurück. Die Menschen inzwischen etwas wacher, doch immer noch genau so wenig gesprächlich, wie bei der Hinfahrt. Man kann bei dieser Fahrt so viele schöne Frauen sehen. Man realisiert erst bei der Zugfahrt, wie viele schöne Frauen wir doch in der Schweiz eigentlich haben. Doch deren Schönheit wird bei der Zugfahrt leider durch den "Lätsch" im Gesicht getrübt. Als hätten sie alle ein Maske an. Arroganz und die ich-bin-besser-und-schöner-als-alle-anderen" Mentalität sticht hervor. Dann, nach einer Stunde endlich zu Hause. Der Arbeitstag ist vorbei.

Nach eineinhalb Jahren wollte ich wieder etwas neues erleben. Darum und einigen anderen Gründen kündigte ich meine Stelle. Ich wollte wieder reisen gehen, war aber noch nicht ganz bereit dafür. Darum begann ich intensiv, eine neue Stelle zu suchen. In den Bergen, dort wo ich am liebsten bin. Endlich einen Winter ohne Nebel, ein Traum! Ich habe ihn gefunden, meinen Traumjob in den Bergen. Ich werde Ende November nach Saanen-Gstaad ziehen und dort im Iglu-Dorf als Tourguide arbeiten. Ein neues Kapitel in meinem Leben beginnt. Nach der Zeit im Iglu-Dorf werde ich mich auf meine nächste grosse Reise begeben.


Wieder einmal in Mexico

Da war aber noch die Reise nach Mexico. Bereits im letzten Blog erzählte ich von der Einladung an die Hochzeit von René. So begab ich mich Ende August wieder einmal nach langer Zeit nach Mexico. Bereits der Flug nach Mexico City war unbeschreiblich. Bei einem normalen Flug sitzt man in seinem Sitz und ärgert sich nach einigen Stunden über die Beschwerden am Gesäss aufgrund des langen Sitzens. Doch es kam anders. Ich lernte einen Mexicaner kennen und trank mit ihm Wein, viel Wein, gratis. So unterhielten wir uns mehrere Stunden stehend im Flieger über Gott und die Welt. Mit jedem Fläschen wurde es lustiger, der Mexicaner betrunkener, bis er sich kaum mehr auf seinen Beinen halten konnte und schliesslich auf einem Sitz einschlief. Dieser Flug geht bis jetzt als lustigster in meine Geschichte ein.

Die Vorfreude auf René und seine Familie und Freunde war riesig. Es folgte der Polterabend mit viel Alkohol, Spass und Stripperinnen. Dabei konnte ich viele seiner Freunde wieder sehen. Ich habe sie während meinen Mexico-Aufenthalten kennengelernt. Bis zu der Hochzeit hatte ich dann noch rund zwei Wochen. Darum entschied ich mich, mit Pedro, den ich von meiner letzten Reise kannte, nach Sayulita zu gehen. Ich fuhr nach Guadalajara wo ich ihn mit voller Freude wieder begrüssen konnte. Inzwischen arbeitet er an einem Projekt mit Kindern. Er hat Wort gehalten und ist nicht mehr an seinen alten Arbeitsort als Anwalt zurück gekehrt.

Wir fuhren nach Sayulita. Ich hatte das kleine Surfmekka noch in guter Erinnerung. Pedro blieb einige Tage dort und fuhr dann wieder zurück nach Guadalajara. Ich blieb dort rund zehn Tage und verbesserte mich stark beim Surfen. Inzwischen kann ich die Wellen nehmen, komme ins Meer hinaus und kann auf dem Surfbrett stehen bleiben ohne zu fallen. Es sieht inzwischen doch sehr professionell aus. Ich lernte super Backpacker aus Deutschland, England, der USA und Frankreich und einige Mädchen aus Mexico kennen. Es war eine super Zeit!

Während in der Schweiz Karriere, studieren, guter Job, Eigenheim, schönes Auto und guter Wohlstand die Ziele der Einwohner sind, sind es in Sayulita ganz andere Dinge, welche an vorderster Stelle stehen. So erzählte mir ein fünfundzwanzig jähriger Surfbrett Vermieter aus Sayulita etwas, was mir sehr in den Kopf gegangen ist. Warum sollte er studieren und die grosse Welt sehen, wenn er in Sayulita alles habe, was er braucht. Das Meer, sein Surfbrett, genug Einkommen um zu essen, viele Freundinnen, wie er es nannte, aus allen Ländern dieser Welt und ein sehr schönes Leben, welches er nie tauschen würde. Man kann mit so wenig zufrieden sein.

Es folgte die Hochzeit von René. Zuerst die zeremonielle Hochzeit in der Kirche, dann die Hochzeitsfeier im Grand Hotel de Mexico D.F.. Es wurde viel getanzt, getrunken, gegessen und gelacht bis in den Morgengrauen. Für mich war es sehr speziell bei der Hochzeit meines besten Freundes aus Mexico dabei zu sein.

Es folgten die letzten Tage in Mexico. Mit Valeria besuchte ich Tepoztlan und Cuernavaca. Valeria habe ich bei meiner ersten Mexicoreise kennengelernt und bin immer mit ihr in Kontakt geblieben. Vorgesehen wäre eine Nacht in Tepoztlan gewesen. Wir lernten jedoch noch ein Paar aus der USA kennen und sind dann mit ihnen etwas versumpft. Es war nicht mehr möglich, die Reise zurück nach Mexico City zu machen. So schliefen wir eine weitere Nacht in Cuernavaca. Das schönste im Leben sind Freundschaften wie die, die ich mit Valeria, Pedro und René und seinem Bruder habe. Man sieht sich teilweise lange nicht und freut sich dann umso mehr, sich wieder in die Arme zu schliessen und die kurze Zeit die man hat, in vollen Zügen zu geniessen.











Sonntag, 6. Juli 2014

Verloren in München, Kunig in Gran Canaria

Verloren in München

Es waren nur kleine Reisen, welche ich seit meinem letzten Eintrag gemacht habe. Mehr Reisen waren aufgrund meiner aktuellen Berufstätigkeit nicht möglich. Dennoch waren es einige sehr erlebnisreiche, spannende und äusserst humorvolle Reisen und Ausflüge. Es gab auch Geschichten, die definitiv verfilmt werden könnten. Mit der einen Geschichte vom Oktoberfest München könnte ich glatt den Oskar in einer Hollywood-Komödie gewinnen, in Sachen Spontanität hielt ich im Frühling die Security der israelischen El Al Fluggesellschaft auf einer Reise nach Israel vermuten, ich sei ein Spion, mit Jägertee, Schnee und Fun in den Bergen konnte ich wohl die beste Skiwoche erleben und mit vielen lustigen Geschichten konnte ich eine ganze Hochzeitsgesellschaft in Gran Canaria unterhalten. Doch nun mal von vorne...

Vor einem Jahr erzählte ich von den vielen Veränderungen und Eindrücken die ich hatte, seit ich von meiner grossen Reise zurück gekommen bin. Natürlich musste ich mich schnell wieder in das Arbeitsleben gewöhnen und den "normalen", ohne grosse tägliche Highlights geprägten Alltag wieder in den Griff bekommen. Das wichtigste war, wieder Geld zu sparen. Dadurch gab es bis Ende Dezember keine Ferien und ich ging wie jeder andere arbeiten. Mit Felix aus Deutschland, den ich bei meiner Reise kennengelernt hatte, war ich noch stets in Kontakt. So besuchte ich ihn und seine Familie im September in Garmisch-Partenkirchen. Das Ziel war das Oktoberfest in München. Felix, der Bruder von Felix und ich nahmen bald nach meiner Ankunft in Garmisch-Partenkirchen die rund einstündige Reise mittels Deutscher Bahn und mit einem ersten Bayrischen Bierchen in den Angriff. Dieser Weg wäre auch als Rückweg von München vorgesehen gewesen. Wir mussten unbedingt nach dem Oktoberfest den letzten Zug erwischen, um wieder nach Hause zu kommen. Bereits bei der Hinfahrt erinnerte ich mich an ähnliche Ausflüge in der Schweiz und wie schnell ich doch verloren gehe, wenn ich viel Alkohol getrunken habe und dann eine lange Heimreise antreten musste.

Schon bald erreichten wir den Hauptbahnhof München, folgten der johlenden und gut gelaunten Masse zur Theresienwiese und trafen dann auf die Schwester, Cousins und Cousinen von Felix. Es war nicht mein erstes Mal am Oktoberfest. Zwei Jahre zuvor war ich mit einer Gruppe aus dem Freiamt dabei und erlebte drei doch sehr ausgelassene Oktoberfest Tage. Das Finden von freien Festbänken gestaltete sich zu dieser Zeit, vor allem nach dem Mittag, als sehr schwer. Mit Felix und Familie, natürlich alle in Bayrischer Tracht, war dies schon einfacher, auch wenn wir einige Zelte abklappern mussten. Der Tisch gefunden, die Bierkrüge bereit und das Fest begann. Es wurde getrunken, geschunkelt, gesungen und das Oktoberfest ausgiebig gefeiert. Der Zeitpunkt kam! Das Fest war vorbei und es hiess, so schnell wie möglich den letzten Zug erreichen. Auf keinen Fall einander verlieren, das war die Devise. Wenn da nicht meine mit Bier gefüllte Blase gewesen wäre, welche mich nur kurz von der Gruppe abhalten liess. Ich kam zurück und stellte fest, das ich alle verloren habe. So rannte ich, wie ich noch konnte zum Bahnhof und telefonierte nebenbei mit Felix. Geschafft, ich habs auf den Zug geschafft, aber wo waren wohl die anderen?!? Egal, dachte ich und wartete bis Garmisch. Nächster Halt, Ostbahnhof, erklang es aus den Lautsprechern. Verdammt, falsche Richtung. Ich musste feststellen, dass ich den falschen Zug gewählt habe und stieg aus. Die Chance, nach Garmisch zu kommen, war erst wieder am nächsten Tag. So kam mir in den Sinn, dass zwei Freunde aus meinem Nachbarsdorf ebenfalls in München waren. Mit viel Glück konnte ich sie telefonisch erreichen und erzählte dem Taxichauffeur, dass ich zur Koboldstrasse muss. Dieser jedoch konnte keine Koboldstrasse finden und wählte die Nummer meiner Freunde erneut. "Wo soll ich den Jungen den hinbringen?" Es folgte Schweigen..."Aaah zur Leopoldstrasse, vielen Dank." Ich erreichte meinen Schlafplatz. Die Ankunft war meinen Gedanken dann entschwunden. Am nächsten Tag erwachte ich am Boden einer Wohnung, immer noch in der Lederhose und zugedeckt mit einer Decke fragte ich mich, wo ich denn bin. Ich öffnete die Tür, lief ganz langsam durch den Gang und öffnete eine weitere Tür. Oh Schreck, da lagen zwei ältere Menschen in ihrem Ehebett. Die beiden älteren Menschen wurden durch das öffnen der Türe geweckt. Ich rang nach Worten. "Guten Morgen, ich bin Marc" kam es aus meinem Mund. "Jaaaa das hast du mir gestern auch schon zwanzig Mal gesagt" rang es mit bayrischem Akzent und lachender Stimme aus dem Bett. Hinter mir lachten meine Freunde vom Nachbarsdorf ebenso. Die beiden im Ehebett waren alte Bekannte der Mutter eines meiner Freunde. So haben wir später gefrühstückt und ich trat später den Weg zurück nach Garmisch an, wo ich wieder mit einem Lächeln empfangen wurde.

Im Winter folgte eine Woche in Zermatt. Dort haben Freunde und ich eine Wohnung gemietet und genossen eine Woche skifahren, Après-Ski und viel Spass. Obwohl es viel geschneit hat, war die Woche unvergesslich. So fuhren wir meist von früh morgens bis abends, manchmal mit, manchmal mit nur wenig Schlaf die Hänge runter. Skifahren zählt für mich neben surfen und Sommer-Bergsport zu den liebsten Sportarten. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, immer während dem Winter in den Bergen und im Sommer am Meer zu wohnen. Natur pur, Landschaften wie man sie sonst nur aus dem Buch kennt und gut gelaunte Menschen überall.

Kunig in Gran Canaria

Nach dem Winter durfte ich schon bald die obligatorischen Ferien in dem Schweizer Militär erleben. Mein Einsatz kann man gut als Ferien ansehen. Dabei komme ich aufgrund der sehr schlechten Organisation des Schweizer Militärs jedoch kaum auf Tage und werde wohl noch diverse Male dort auftreten. Ich konnte meinen Standort aber bereits um Donnerstag  verlassen und fuhr nach Hause. Zu Hause angekommen kam der Blitzgedanken, wieder einmal etwas richtig verrücktes zu machen. Ich hatte eine Idee, musste sie aber noch von einem weiteren guten Freund aus Israel, Yoav, welchen wir von früheren Blogs kennen, bestätigen lassen. Ich fragte ihn, ob er am Wochenende schon etwas macht und ob er Zeit habe, wenn ich in etwa fünf Stunden dort ankommen würde. Er dachte, es sei Spass und sagte, er habe ausnahmsweise nichts zu tun und müsse nicht lernen. So buchte ich den Flug nach Tel Aviv, Israel und bestätigte ihm, dort in etwa fünf Stunden anzukommen. Er war überaus überrascht und freute sich, die guten alten Zeit aufleben zu lassen. Rucksack packen und an den Flughafen fahren folgten. Nach den normalen Check-Ins mit der Fluggesellschaft El Al folgte ein separates Gespräch mit einem Sicherheitsbeamten. Er konnte nicht verstehen, dass man eine Stunde vor Abflug die Entscheidung treffen kann, nach Israel zu fliegen. So musste ich mich einem weiteren Gespräch, Body-Sicherheitsprüfungen und merkwürdigen Fragen zu meinem Aufenthalt in Israel stellen. Sie vermuteten wohl einen Spion oder ähnliches. Endlich geschafft und ich flog sicher nach Tel Aviv. In Tel Aviv erlebte ich eine super Zeit mit Yoav. Wir besuchten eine Strassenparty des religiösen Festes Purim. Mit Religion hatte dies sehr wenig an sich. Es war eine Techno-Strassenparty. Die Menge feierte und ich erlebte eine gute Zeit in der Sonne Israels. Die nächsten Tage besuchten wir den Hafen Jaffas, einige Strände und genossen das Nachtleben von Tel Aviv. Vor dem Abflug konnte ich feststellen, dass man auch noch zwanzig Minuten vor dem Abflug noch einchecken kann, jedoch mit einer kleinen Anspannung, Nervosität und etwas Glück.

Meine Sucht nach der Ferne, dem Reisen und dem entspannten Leben begann in Toronto bei einem Sprachaufenthalt. Während dieser Zeit verbrachte ich die Zeit stets mit Helena aus Gran Canaria und René aus Mexico. Ich war sehr glücklich, als ich von Helena vernahm, dass sie heiraten wird und ich eingeladen war. So nahm ich im Mai den Weg auf mich und flog nach Gran Canaria. Da sie selbst aufgrund des Hochzeitsstresses sich nicht um mich kümmern konnte, gab sie mir die Nummer der Freunde ihres Ehegatten. Sie kommen alle aus Barcelona. Schnell lernte ich sie kennen und ich genoss eine gute Zeit mit ihnen. Bereits nach dem ersten Abend wollten sie wissen, was rey auf Deutsch heisst. Da sie das ö aus König nicht sagen konnten, sagten mir nach diesem Abend alle nur noch Kunig. Mit Fussball spielen, "pincho vino pincho cerveza", Auto mieten und die Insel erkunden, Party und sehr vielen lustigen Momenten ging die Zeit vorbei bis zur Hochzeit. Pincho vino pinco cerveza nennt man in Spanien die Art, vor dem richtigen Ausgang vorzuglühen. Man geht in eine Bar, bestellt ein Glas spanischen Wein oder Bier und bekommt ein Tapa dazu. Dies ist immer etwas kleines zu essen. So isst und trinkt man mit hunderten und tausenden Menschen in den Bars und in den Strassen. Für mich eine sehr witzige und schöne Art, den Abend zu starten.

Nach einigen Tagen folgte die Hochzeit von Helena. Es war ein berührende und schöne Hochzeit. Irgendwie war es speziell. Sechs Jahre zuvor zog ich mit Helena und René durch Toronto, New York und French Canada und erlebten eine sehr gute und  ausgelassene Zeit zusammen, jetzt stand sie vor dem Traualtar und gab ihrem zukünftigen Ehemann das Jawort. Es folgte das Fotoshooting mit allen geladenen Gästen und später die sehr schöne Hochzeitsfeier. Das Highlight folgte morgens um sieben. Die Freunde des Bräutigams pflegen ein Ritual. Nach der Hochzeitsfeier springen sie stets nackt in einen Pool. So liessen wir alle vor den geladenen Gästen die Hüllen fallen und sprangen in den Pool. Alle wieder angezogen, hörte ich wieder und wieder die Worte, "Kuuunig, Kuuunig, Kuuunig,..." der ganzen Hochzeitsgesellschaft. Ich riss mir noch einmal die Kleidung vom Leib und sprang noch einmal in wie von Gott erschaffen unter Applaus in den Pool. Ich habe mich sehr an die Freunde von Helenas Ehemann gewöhnt, umso härter war es dann auch, wieder Byebye zu sagen. Sie möchten unbedingt, dass ich sie in Barcelona besuchen werde.

Es folgten noch vier weitere Tage in Gran Canaria in einem Hostel. Ich wollte unbedingt noch ein wenig surfen. So war ich im Nu zurück versetzt in meine Reise. Das Hostelleben vermisse ich schon sehr. Darum war es umso schöner, wieder unter Backpackern, Surfern und Surferinnen zu sein und das schöne Leben zu geniessen. Auch beim Surfen habe ich Fortschritte gemacht.

Im September folgt ein weiteres Highlight. Der bereits erwähnte Freund aus Mexico, René, wird heiraten. Ich bin wieder eingeladen und freue mich auf schöne drei Wochen in Mexico und weitere lustige und interessante Geschichten.











Dienstag, 2. Juli 2013

Rückblick und Veränderungen

Rückblick

Vor genau einem Jahr startete meine Reise ins weit entfernte Zentralamerika. Es war der Tag vor meiner Abreise. Mit Vorfreude auf die kommenden Abenteuer, einer gewissen Ungewissheit was auf mich zukommen würde und voller Neugier verbrachte ich den letzten Abend noch bei meiner Familie. Dann endlich kam Tag X, wo ich meiner Familie alles Gute wünschte, mich verabschiedete und den Weg durch die Zollkontrolle am Zürcher Flughafen Richtung Flieger machte. Meinen Freunden und Freundinnen aus der Schweiz habe ich bereits einige Tage vorher auf Wiedersehen gesagt. Noch wusste ich nicht, dass ich nur rund zehn Tage in Costa Rica verbringen werde, dann das Hotel Hibiscus fluchtartig verlassen musste, später in Mexico landete wo ich viele Monate verbrachte, später einige Trips in den USA machte und dann von Miami bis nach El Salvador mit dem Bus reiste. All die vielen Erlebnisse, welche ich in dieser Zeit gehabt habe, waren noch verborgen. Ich hätte auch nicht gedacht, dass ich mich ziemlich verändere, das Reisen als grösste Leidenschaft sehen werde und andere Völker und Kulturen schätzen lerne.

Seit meiner Rückkehr in die Schweiz hat sich bei mir viel verändert. Inzwischen habe ich einen neuen Job und ein Dach über dem Kopf gefunden. Auf den ersten Lohn nach fast einem Jahr habe ich mich sehr gefreut, besser gesagt, unbedingt gebraucht. Inzwischen habe ich mich auch wieder an das Leben in der Schweiz gewöhnt. Doch all das war nicht einfach. Nur dank der Unterstützung meiner Familie und meinen Freunden und Freundinnen konnte ich wieder in ein geregeltes Leben zurück finden. Einfach war es dennoch nicht.

Veränderungen

Dank Andi hatte ich bereits am ersten Tag meiner Rückkehr ein Zuhause. Ich konnte in der WG für einige Tage bleiben, bis ich eine Lösung gefunden hatte. Die Lösung hat sich dann auch schnell ergeben auf die Frage, was ich denn nun machen werde. Da es mir in der WG sehr gefiel, teilte ich meinen Mitbewohnern mit, dass ich gerne bleiben möchte. Dank der Zustimmung aller Mitbewohner durfte ich definitiv in die schöne Wohnung einziehen. Dabei habe ich Claudio und Buechi kennengelernt und mit Andi das Verhältnis vertieft. Seine Worte und Mitgefühl mit meiner Situation haben mir immer sehr geholfen. Dies brauchte ich oft. Schliesslich hatte ich nichts, kein Auto, kein Job, kein Geld. Meine Möbel waren alle eingestellt, das Wetter war dreissig Grad unter dem Standard, welchen ich in Zentralamerika genossen habe, eine zurückgelassene Liebe in Guatemala und eine völlig andere Welt beeinflussten mich. Ich musste lernen, mein Geld einzuteilen. Für ein Bier im Ausgang reichte es jedoch trotzdem noch. Einen gewissen Spass sollte immer noch Platz haben. Die Suche nach einem neuen Job war vorrangig. Während meiner Reise wollte ich bei meiner Rückkehr unbedingt etwas in der Reisebranche, in einem Hostel oder einer Bar machen. Der Verdienst wäre jedoch nur gering gewesen. Darum entschied ich mich, wieder etwas aus dem Gelernten zu machen. Nur wenige Bewerbungen musste ich schreiben. Ich bekam zwei Zusagen. Die Stelle bei dem Kanton Zürich hat mir dann mehr zugesprochen. Dort arbeite ich jetzt bereits wieder seit einem Monat. Es gefällt mir super und die Arbeit ist interessant. Obwohl ich oft noch gerne an einem Strand gesurft hätte und vom gemütlichen Backpacker Leben träumte, konnte ich mich mit der Situation abfinden, wieder wie ein normaler Bürger zu arbeiten und Geld zu verdienen. Neben all den Sorgen wegen Job und Geld hatte ich oft Mühe, mich wieder in das Leben ein der Schweiz zu Recht zu finden. Die Schweizer Mentalität ist doch sehr speziell. Dies merkt man nur, wenn man wirklich einmal eine lange Zeit von der Schweiz fern bleibt. In einem bis drei Wochen Ferien irgendwo auf der Welt merkt man noch keine Unterschiede. Erst, wenn man beginnt, mit den Kulturen aus Nord- und Zentralamerika zu leben, merkt man, wie hektisch das Leben hier doch ist und wie stur, perfekt und geradlinig das Leben sich hier abspielt. Am meisten merkt man es beim Umgang mit den Mitmenschen. Vor allem in den öffentlichen Verkehrsmitteln oder auf der Strasse bemerkt man dies. Sitzpartner in einem Zug erschecken sich, wenn man ihnen einen schönen Tag wünscht oder das Gespräch sucht. Man nervt sich, wenn man in der Hektik des Verkehrs auf der Strasse jemanden ungewollt angerempelt wird, neue Bekanntschaften machen fällt wieder schwerer, Strassenmusiker oder Musiker in Zügen und Bussen sind verboten und viele Menschen wollen einfach ihre Ruhe und werden nicht gerne gestört. Nebenbei die alltäglichen Situationen wie einer schwangeren Frau oder einem älteren Mitmenschen  seinen Platz im Bus zur Verfügung stellen, jemandem sein Kleingeld zu spenden oder einfach der Respekt vor anderen Mitmenschen fehlt oft. All dies sind Dinge, welche man erst nach einer langen Reise in der Ferne der Heimat erkennt.

All die schönen Gedanken an meine Reise, an das Gesehene und Erlebte, an die neuen Bekanntschaften aus aller Welt erleichterten mir die Wiedereingliederung. Oft denke ich noch zurück. Viele Freunde und Freundinnen vermisse ich sehr. Mit vielen bin ich noch in Kontakt, kann auch so mein Spanisch à jour behalten. Wie schön war es doch, meist gemütliches warmes Klima zu haben. Seit meiner Rückkehr konnte ich kaum schöne Sonnentage erleben. Noch nie gab es eine Woche ohne Regen. Auch die lustigen Erlebnisse, in welche ich oft gelangt bin, bleiben fern. Es wurde wieder schwierig, ja sehr schwierig, ein Mädchen kennen zu lernen. Sie sind hier einfach nicht so offen, wie in diesen Ländern. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich kein Unikum mehr bin, kein Exot in der Ferne. Ich habe aber auch wieder neue Dinge an der Schweiz entdeckt. All die Vorteile, die wir hier haben. Schnell wieder genug Geld zu verdienen. Alles läuft automatisch und funktioniert, wie beispielsweise der Verkehr, die öffentlichen Verkehrsmittel verkehren regelmässig nach Plan oder auch all die Systeme, in welchen wir alle mitwirken, verlaufen normal. Zudem habe ich die Schönheit unseres Landes neu entdeckt. Ich verbringe wieder mehr in den Bergen oder sonst an schönen Plätzen an Flüssen und Seen. Wie schön doch die Landschaft unseres Landes ist.

Ich werde nun wieder arbeiten und Geld verdienen. Bis ich wieder in die Ferne ziehe, werde ich genug sparen. Aber eines ist klar, ich werde wieder gehen. Früher oder später zieht es mich wieder auf eine lange, grosse und erlebnisreiche Reise. Die Welt ist noch gross. Noch habe ich erst einen kleinen Bruchteil dieses schönen Planeten kennengelernt. All den Menschen, welche vielleicht meine Meinung und Ansichten nicht mehr ganz verstehen rate ich, auch einmal in die weite und schöne Welt zu reisen und diese Erfahrungen zu machen, sie werden es bestimmt nicht bereuen und werden auch verändert zurückkehren!

Gerne möchte ich euch noch einmal einige Highlights durch meine Fotos näherbringen...





















Samstag, 30. März 2013

Zurück in der Schweiz/Depressive Stimmung

Zurück in der Schweiz

Nach dreissig Stunden Busfahrt, neun Stunden Flugzeit und sechs Stunden im Zugfahrt von Frankfurt nach Bremgarten habe ich es endlich geschafft. Mein Traum war immer, mit Sack und Pack im Hollywood Pub, meinem Stammlokal in Bremgarten einzutreffen. So bin ich dann etwa um neun Uhr Abends im Holly angekommen und wurde bereits von meinen ersten Kolleginnen herzlich begrüsst. Als ich dann auch bereits das erste Bier gesponsert bekommen habe und den Gerstensaft die Kehle herunterfloss realisierte ich, dass ich zu Hause angekommen bin. Von Frankfurt nach Bremgarten wollte ich mir eigentlich die Zugfahrt sparen und per Autostopp nach Hause kommen. Nach zehn Minuten mit erhobenem Daumen vor der Einfahrt auf die Autobahn habe ich es bereits aufgegeben. Nur mit Pullover war die Sache echt etwas zu kalt. Ich hatte einen wahnsinnigen Kälteschock. Zwölf Stunden vorher hatte ich noch fünfunddreissig Grad.

Depressive Stimmung

Nun bin ich wieder zu Hause. Mir geht es nicht wahnsinnig gut. Ich spüre eine Art Depression aufkommen. Viele Backpacker, welche nach einigen Monaten reisen den Heimweg antraten, haben mich davor gewarnt und mir erzählt, wie sie sich jeweils gefühlt haben. Es ist ein schreckliches Gefühl, welches kaum jemand vorstellen kann, wenn er nicht so lange gereist ist. Bereits im Zug von Deutschland nach Bremgarten musste ich bemerken, dass ich nicht mehr in Zentralamerika oder Mexico war. Ich setzte mich in Basel in ein Abteil und begrüsste die Person vor mir mit einem Lächeln. "Grüezi, wie gehts?" Mit verdutzten Augen guckte mich die ältere Dame an und murmelte auch ein Grüezi raus. In Guatemala hätte sich daraus ein Gespräch entwickelt. Man hätte sich für die Person interessiert, mit welcher man den Sitz teilt. Egal ob Ausländer oder nicht, jeder spricht praktisch mit jedem, auch wenn es teilweise nur ein Smalltalk über das heisse Wetter ist. So musste ich einsehen, dass die ältere Dame mir wohl nicht erzählt, wie es ihr geht. Neben mir im anderen Abteil eine junge Dame, welche sich mit schminken beschäftigt war und nebenbei mit ihrer Freundin telefonierte. "Nein mann, er ist so ein Arschloch...hör mal, ich hab mir heute neue Schuhe gekauft, das dreissigste paar...nein wirklich, ich hasse ihn, was stellt er sich eigentlich vor...ja mann, wohin soll ich denn meine Schuhe noch stellen, ich hab keinen Platz mehr...". Dies waren ungefähr die Sätze, welche ich gehört habe. Sind dies die üblichen Probleme der jungen Schweizer Mädchen?!? Ich habe noch mehr Menschen beobachtet. Die einen versuchen, möglichst konstant in die Gratiszeitung zu starren, dass man ja nicht mit jemandem sprechen muss, die einen drücken sich ein Bier ins Gesicht um die täglichen Sorgen zu vergessen, der eine ältere Herr telefonierte mit seiner Frau "Ja, Schatz, in fünf Minuten bin ich zu Hause, du musst keine Angst haben", legte den Hörer ab und murmelte ein "Ach, wie geht das nur weiter" vor sich und dann gab es noch einige heulende Kinder. Ein Lächeln habe ich von kaum jemandem gesehen, geschweige denn von Menschen, welche mit Gitarren in die Züge kommen, etwas vorspielen, Menschen, die mit frischen Früchten und sonstigen Esswaren handeln, alles fehlte. Es fiel mir auch sehr auf, dass es kaum hübsche Mädchen hatte. In all den Ländern war es normal, dass es einfach wunderschöne Mädchen überall hatte, in Basel oder während der ganzen Zugreise nach Bremgarten habe ich kaum ein schönes Mädchen gesehen. Ich war definitiv wieder in der Schweiz angelangt...

Ich war sehr froh, hatte mir Hage, bei dem ich meine Möbel eingestellt habe, das Angebot gemacht, bei ihnen in der WG einige Nächte zu verbringen. Es sei ein Zimmer frei. Nun, nach einigen Tagen kann ich hier definitiv bleiben. Wenigstens ein Problem ist gelöst. Zur Zeit habe ich noch einige Probleme, welche zuerst gelöst werden müssen, um einen normalen Tagesablauf wieder herzustellen. Zuerst benötige ich einen Job, dann ein Auto, allgemein Geld fehlt mir, usw. Es ist zur Zeit nicht einfach. Aber nach fast neun Monaten Reise, kann man schon ein wenig unten durch. Dies ist auch nicht unbedingt das Problem. Das Problem ist wirklich der Kulturschock. Das kalte Wetter, fast täglicher Niederschlag, Schnee nicht ausgeschlossen, macht mir echt zu schaffen. Die ganze Kultur mit den fröhlichen Menschen in den Strassen und in den öffentlichen Verkehrsmitteln fehlt mir sehr. Ich vermisse Mexico und Zentralamerika sehr. Dazu kommt, dass ich Alma sehr vermisse. Mit jedem Tag vermisse ich sie mehr. Ich weiss echt nicht, was ich tun sollte. Wird sie jemals in die Schweiz kommen? Wann wird sie kommen? Was tut sie die ganze Zeit in Guatemala? Geht es ihr gut? Warum schreibt sie manchmal oft nicht regelmässig? Hat sie mich immer noch gerne? Hat sie bereits wieder jemanden kennengelernt? Viele Fragen quälen mich diese Tage, oft schlafe ich schlecht. Ich denke, in den nächsten Tagen muss ich mit ihr sprechen, sonst macht mich alles nur noch mehr kaputt.

Über mein Heimatland die Schweiz kann man aber nicht nur schlechtes sagen. Das Essen zum Beispiel habe ich sehr vermisst. Es ist wirklich echt speziell, nach neun Monaten wieder Schweizer Käse, einen Hörnlisalat oder eine Cervelat zu essen. Der Gaumen und das Gemüt sind echt glücklich, wenn sie wieder die Geschmäcker der Schweizer Kost verspüren. Ich war auch sehr glücklich, meine Freunde und Freundinnen und vor allem meine Familie wieder in die Arme zu nehmen. Freunde und Freundinnen und die Familie sind das kostbarste Gut, was man hat. Wieder bei ihnen zu sein, macht alle glücklich. Ich wurde von allen wieder sehr gut aufgenommen. Meine Familie und meine Freunde und Freundinnen haben mir sehr viel geholfen. Dafür danke ich allen ganz herzlich! Vielen vielen herzlichen Dank für eure Hilfe!!!






Freitag, 22. März 2013

Verrückter Stau / Lange Heimreise


Verrückter Stau

Bereits als Kind habe ich mich bei langen Auto- oder Busfahrten gelangweilt und dies auch mit Knurren und Murren mitgeteilt. Meine Mutter sagte mir stets, ich solle Autos oder zum Beispiel Weihnachtsbäume zählen oder einfach ruhig sein und rausschauen. Rausschauen, genau das habe ich die letzten drei Tage gemacht. Seit drei Tagen nun verbringe ich die Zeit meist in Bussen. Die Rückreise hat in Mazatenango angefangen. Nun, rund dreissig Busfahrstunden später befinde ich mich in Cancun, Mexico. Hätte ich mein I-phone noch, mit all meiner Musik und Unterhaltungsmöglichkeiten, wäre alles halb so langweilig gewesen. Dieses habe ich entweder verloren oder, was ich ziemlich fest vermute, wurde es gestohlen. Der vermeintliche Dieb hat mir immer noch nicht zurückgeschrieben, ob er mein I-phone gesehen hat. Man kann sich manchmal sehr fest in Personen täuschen. Während meiner Abreise von Mazatenango und meinem letzten Blog habe ich noch einiges erlebt. Es waren lustige Zeiten mit neuen Erlebnissen und dem Highlight, dem Wiedersehen von Alma, aber auch ziemlich traurige wie beispielsweise das Buchen des Rückflugs und der Abschied nach einer Woche von ihr.

Yoav und ich haben uns in El Tunco nach langer gemeinsamer Reisezeit getrennt. Ich werde ihn bestimmt wiedersehen. Entweder in Israel oder dann bei einer nächsten Reise. Unsere Interessen beim Reisen sind ziemlich ähnlich, darum kann es gut sein, dass ich wieder einmal mit ihm reisen werde. Kolumbien oder Venezuela könnten ein nächstes Ziel sein. Mit Sandy ging ich dann per Autostopp weiter nach Esquintla, Guatemala. Sandy’s Ziel war Antigua, mein Ziel Mazatenango. So verabschiedete ich mich auch von ihr. In Esquintla nahm ich im Bus nach Mazatenango Platz. Die Fahrt war nicht lange und der Chauffeur teilte uns mit, wir sollen uns festhalten, es werde allenfalls etwas brenzlig. Ich traute meinen Augen kaum. Da war auf unserer Spur Stau und der Typ am Steuer wusste nichts Gescheiteres als die Gegenfahrbahn zu  nehmen. Als Geisterfahrer wichen wir all den Entgegenkommenden Fahrzeugen aus bis uns ein Polizeiauto anhielt. Doch der Spuk hörte nicht auf. Der Chauffeur meinte, wir sollen ihm einige Dinge anwerfen. So flogen Orangen, Limonen und alles mögliche in Richtung Polizist. Als dann aber eine zehnmannstarke Truppe der Polizei eintraf, musste der Chauffeur die Fahrt Rückwärts ans Ende des Staus nehmen. Der Stau bewegte sich keinen Meter. So entschied ich mich, den Rest nach Mazatenango zu marschieren…Was für eine doofe Entscheidung, da es bereits schon dunkel war. Dies bemerkte ich nach einigen Minuten an den Blicken von irgendwelchen struben Personen oder eventuell Dieben, welche mich verfolgten. Plötzlich hörte ich eine Stimme „Vos que putas, Maaaaarc“. Ich sah eine Kollegin und einen Kollegen, welche ich aus Mazatenango kenne. Was für ein Zufall, ich war gerettet. Ich konnte den restlichen Weg mit ihnen fortsetzen. Die rund 15 km Strecke bezwangen wir in rund sieben Stunden. So einen Stau habe ich noch nie gesehen. Da gab es einen Fahrstreifen in die eine Richtung und einen in die andere Richtung. Da wir uns aber auf der meistbefahrenen Strecke befanden, gab es sehr viele grosse Trucks. Die konnten den Weg nicht sehr schnell bestreiten. So gab es immer wieder Lücken. Es gab immer Personen, welche in diesen Lücken überholen wollten, so gab es ein ziemliches Chaos. Teilweise bewegten wir uns keinen Meter mehr für rund eine Stunde. Um zwei Uhr in der Nacht erreichte ich Mazatenango und konnte Alma endlich in die Arme nehmen. Wir waren beide überglücklich. Es war ein wunderschönes Gefühl, wieder bei ihr zu sein.

Lange Heimreise

Es folgten weitere schöne Tage mit Alma und ein ziemlich verrücktes Wochenende. Mit einer Gruppe Freunden und ein paar, die ich nicht kannte, machten wir uns auf an den Strand genannt Champerico. Zwei der Jungs, die ich nicht kannte, erschienen mit Pistolen. Es ist in Guatemala normal, dass die Leute teilweise mit Pistolen herumlaufen. Die meisten von ihnen sind Narcos. So auch die beiden Jungs. Sie gehörten auch zu diesen sogenannten Narcos, waren aber ziemlich freundlich. Dennoch war ich vorsichtig. In der späteren Nacht packte ich trotzdem den Mut zusammen um zu fragen, ob ich einige Schüsse abfeuern kann. Sie willigten ein und wir schossen ein wenig in den Wald. Weiteres Top-Highlight! Ich habe schon oft im Militär geschossen, aber mit einer Pistole von vermeintlichen Narcos, das erlebt wohl nicht jeder…

Die Tage vergingen und mein Geld wurde knapper. Um etwas Geld zu sparen, konnte ich in der Wohnung eines Freundes schlafen. Seine Mutter hat jeweils gekocht. Mit ihr habe ich viel über die verschiedenen Länder und Kulturen ausgetauscht. Sie war ziemlich liebherzig. An einem Morgen kochte ich eine Rösti. Dies habe ich immer versprochen. Leider gelang mir diese nicht so, wie ich wollte. Das Küchengerät war ziemlich schlecht und der Kochherd uneben und ölig. Die Rösti gelang mir nicht so, wie sie mir in der Schweiz jeweils gelingt. Zusätzlich war der Küchenboden später voll mit Kaffee und Öl. Die Pfanne mit Kaffee ist mir beim Versuch die Rösti zu kehren auf den Boden gefallen. Shit happens! Sie hatten trotzdem Freude und genossen meine Rösti.


Der Tag kam, an dem ich Alma mitteilen musste, dass ich nach Hause gehe. Sie war sehr traurig. Sie war nicht die einzige. Ich war es auch. Wir haben uns aber gegenseitig versprochen, alles zu tun um uns wieder zu sehen. Sie möchte sehr schnell in die Schweiz kommen. Wenn ich zu Hause bin, werde ich mich erkundigen, wie es möglich ist, dass sie in die Schweiz kommen kann. Die gemeinsame Zukunft steht also noch in den Sternen. Ich werde die nächsten Tage und Wochen bestimmen lassen, was aus uns geschieht. Ich möchte eigentlich sehr gerne wieder lange Reisen gehen, dennoch aber auch mit ihr sein. Mal sehen, wie die ganze Geschichte endet oder weitergeht…

So bestieg ich den Bus nach Guatemala City und wollte bereits etwas Musik hören. Zehn Mal habe ich meinen Rucksack durchschaut. Mein I-Phone war aber unauffindbar. Ich war mir zu 99% sicher, das Telefon ins Aussenfach gesteckt zu haben. Nur eine Person wusste, dass es dort war. Dies war mein Freund, bei dem ich in den letzten Tagen schlafen konnte. Ich hoffe sehr, dass ich das Phone nur verloren habe und er es mir nicht gestohlen hat. Die Fahrt war lange! Ich war glücklich, zwischendurch einige interessante Menschen kennengelernt zu haben. Mit ihnen konnte ich einige Worte und Erfahrungen austauschen. Es war teilweise ziemlich interessant. Nun bin ich in Cancun angekommen. In einer Stunde verlässt der Flieger Mexico nach Frankfurt. Fast neun Monate bin ich nun gereist. Es waren neun super Monate! Beim nächsten Blog werde ich die ganze Reise noch einmal etwas aufarbeiten und mich noch einmal in die letzten Erlebnisse zurückdenken…Was sicher ist, I HAD THE BEST TIME OF MY LIFE!!!

Freitag, 8. März 2013

Unerwartetes Ende meiner Reise / Surfen in El Salvador


Unerwartetes Ende meiner Reise

Ich befinde ich in den schlimmsten Tagen meiner inzwischen achtmonatigen Reise. Die letzten Tage meines grossen Abenteuers kommen näher. Langsam beginne ich zu realisieren, dass ich mich um die Heimreise kümmern muss. Ich hatte viele Ziele! Zuerst wollte ich rund ein Jahr in einem kleinen Hotel in Costa Rica verbringen. Daraus wurden jedoch nur ein paar wenige Tage. Was in der schlimmsten Nacht meines bisherigen Lebens passiert ist und wie es dazu gekommen ist, Playa Junquillal zu verlassen, habe ich bis jetzt noch nicht vielen Personen erzählt und in meinem Blog nichts darüber geschrieben. Ich überlege mir aber, eventuell zu einem späteren Zeitpunkt das ganze aufzuarbeiten und das Passierte zu schildern. Noch immer bin ich froh, dass ich Heil aus diesem Hotel fliehen konnte. Später hatte ich das Ziel, von den Vereinigten Staaten nach Argentinien zu reisen. Bereits in den Staaten musste ich aufgrund den massiven Ausgaben bemerken, dass ich vermutlich nicht bis nach Argentinien kommen werde. So war das nächste Ziel, wenigstens Panama zu erreichen. Während ich aber in Mexico fast ein halbes Jahr gereist bin, habe ich bemerkt, dass es viel schöner ist, ein Land bis ins Detail kennenzulernen und nicht nur die Touristenorte zu besuchen. Die Kultur und das Leben in einem fremden Land begann mich ziemlich zu interessieren. Nur so kann man auch super Freundschaften schliessen mit Personen, die im Land wohnen. In Guatemala dann habe ich die Art so zu reisen wie in Mexico fortgesetzt und ein wunderschönes und supernettes Mädchen kennengelernt, Alma. Im letzten Blog habe ich bereits von ihr erzählt. Zwei Tage später nachdem ich den Blog aufgeschaltet habe, nahm ich mir die Zeit um mal meine Ausgaben anzuschauen. Es konnte nicht sein, dass ich so viel Geld in den vergangenen Tagen ausgegeben hatte. Ich bemerkte, dass ich geskimmt wurde. Diese Tage änderten viel in meinen Plänen und Zielen und es wurde mir bewusst, auch das Ziel, Panama zu erreichen, nicht möglich sein wird.

Seit rund einem Monat konnte ich nur noch mit meiner Kreditkarte Geld abheben. Dies kam mir schon ziemlich komisch vor. Meine Mutter hat mir zusätzlich mitgeteilt, dass meine Kreditkarte gesperrt wurde, einen Grund wurde aber nicht mitgeteilt. So vermuteten wir, es war aufgrund meiner Limite. So checkte ich meine Ausgaben und musste feststellen, dass an allen Orten an welchen ich war, jemand immer zwischen fünfzig und vierhundert Franken abgehoben hat. Dies kam mir bekannt vor. Bereits vor drei Jahren hatte ich einen Skimming Fall. Beim Skimming wird die Bankkarte kopiert und der Code mittels kleinster Kamera aufgezeichnet. So konnten die Gauner rund zweitausend Franken stehlen. Meine Bank teilte mir mit, ich werde das Geld zurück erhalten, es werde aber eine Weile dauern. Da mein Konto nun ziemlich geschrumpft ist, habe ich mir das erste Mal Gedanken über die Heimreise gemacht, wollte es aber noch nicht glauben. Meine Devise ist aber immer noch, dass ich kein Geld ausleihen möchte, von niemandem. Ich sitze nicht gerne auf Schulden fest. Wenn mir das Geld ausgeht, muss ich es akzeptieren und die Heimreise antreten.

Die darauffolgenden Tage waren sehr schwer. Alma und ich zögerten immer mehr Tage heraus, weil wir unbedingt mehr Tage zusammen geniessen wollten. Doch der Tag kam, wo wir ernsthaft unsere Situation besprechen mussten. Zusammen mussten wir einsehen, dass es mit jedem Tag schwieriger wird für uns beide, wenn ich gehe. Nur noch einige wenige Tage mehr zu bleiben, ändert am Schluss auch nichts. Wir haben auch darüber gesprochen, wie schön es wäre, eine Beziehung zu haben und zusammen zu leben. Leider war dies nicht möglich, weil ich meine Reise noch ein wenig fortsetzen wollte und schon bald die Heimreise antreten muss. So haben wir uns nach fast zwei Wochen ziemlich schmerzhaft trennen müssen. Es ist sehr hart, wenn sich zwei Personen sehr gerne haben, es aber nicht möglich ist, zusammen zu bleiben und darum das Ganze zu beenden. Abschiede sind immer hart, dieser war aber einer meiner härtesten. Die Hoffnung, Alma wieder zu sehen, war aber noch nicht gestorben.

Surfen in El Salvador

Meine Reise führte in das nächste Land, El Salvador. Sehr schnell bemerkte ich, wie nett die Menschen in El Salvador waren. Das Land gilt als sehr armes Land. Vor allem auf dem Land gibt es sehr grosse Armut. Die Armut wird auf fast fünfzig Prozent der Bevölkerung geschätzt. Zwanzig Prozent des Einkommens kommt von dem Geld, welches Ausgewanderte aus den Vereinigten Staaten nach El Salvador senden. Es soll zeitweise auch ziemlich gefährlich sein. Vor allem in der Nacht sollte man nicht unbedingt in den Strassen von unbekannten Orten sein.  Ein junger Familienvater hat mir mitgeteilt, er verdiene im Tag zehn Dollar. Von diesen bleiben ihm ein Dollar für die Ernährung seiner Familie und die restlichen neun muss er dem Spital abgeben, weil seine neugeborene Tochter sehr krank war. Dennoch bot er mir Tamales zum Nachtessen an. Ich wollte ihm dafür etwas Geld geben, welches er aber schlicht nicht entgegennehmen wollte. Während meines Aufenthalts in El Salvador habe ich die Herzlichkeit der Menschen immer wieder gespürt.

An meinem ersten Ort, El Tunco, habe ich Yoav wieder getroffen. Ich war ziemlich glücklich über das Wiedersehen. Stets war ich sehr traurig über den Abschied von Alma. Yoav hat mir Mut gemacht und mich auf andere Gedanken gebracht. In El Tunco surften wir einige Tage und ruhten uns aus. Danach reisten wir zusammen nach San Salvador. Ich habe mir San Salvador ziemlich arm und schmutzig vorgestellt mit vielen Strassenkünstlern und Essensständen an jeder Ecke, ähnlich wie in Mexico Stadt. Es war aber genau das Gegenteil. Ich denke, San Salvador ist eine der schönsten Städte, welche ich gesehen habe. Wunderschöne Einkaufszentren, die Strassen sauber, belebt und mit vielen Bäumen, Palmen und Pflanzen bestückt und es hatte wunderschöne Häuser und Gebäude. Der Hauptgrund für den Besuch in San Salvador war Party. Wir wollten wieder einmal so richtig Party machen. In El Tunco war dies nicht wirklich möglich. Während rund fünf Tagen haben wir gefeiert bis in den Morgengrauen. Ziemlich jede Ausgangsgegend haben wir unsicher gemacht. Fazit…San Salvador ist eine der verrücktesten Partystädte mit Clubs, Restaurants und Bars jeder Art. An den letzten beiden Tagen ist Sandy zu uns gestossen. Ich kenne sie von meiner Zeit in Dietwil. Zusammen sind wir in der Guggenmusik und verstehen uns immer bestens. Sie ist auch ein grosser Fan vom Reisen. So hat sie sich kurzerhand entschieden, einen Trip in Zentralamerika zu machen. Mit Sandy und Yoav blieb ich bis Montag in San Salvador. Danach gingen wir zusammen nach El Zonte, wo wir noch einmal vier Tage mit Surfen verbrachten.

Nach langem Nachdenken, habe ich meine Entscheidung gefällt. Gerne hätte ich meine Reise mit Yoav noch ein wenig fortgesetzt. Da mein Geld ausgeht, musste ich eine andere Entscheidung treffen. Ich werde am nächsten Tag zurück nach Mazatenango reisen, um Alma wieder zu sehen. Ich werde noch einmal ein paar Tage mit ihr verbringen und dann zurück nach Cancun reisen. Die Flüge von dort nach Frankfurt kosten zwischen dreihundert und fünfhundert Franken. So werde ich meine Reise früher als geplant abbrechen und zurück in die immer noch sehr kalte Schweiz reisen. Es wird eine lange Reise…