Samstag, 24. November 2012

Salsa in San Luis Potosí / Razzia in Zacatecas

Schon mal erlebt, dass ein Club von schwerbewaffneten Militärs gestürmt wurde? Ich hätte auch nicht gedacht, dass ich dies einmal erlebe. Ein spezielles Erlebnis, welches man eigentlich nicht unbedingt erleben muss!

Salsa in San Luis Potosí

Nach Real de catorce war San Luis Potosí der nächste Halt. Viele sagten, die Stadt sei nichts spezielles. Mir hingegen gefiel der koloniale Stil der Stadt. Das historische Zentrum war riesig und es hatte viele schöne Gebäude. Leider muss ich mich nach Real de catorce wieder mit meiner kaputten Kamera zufrieden geben. Die neue, welche ich vor einem Monat gekauft hatte, wurde in Real de catorce Opfer von übermässigem Alkoholkonsum. Ein Mädchen namens Alejandra, sehr betrunken und nicht mehr sehr gut auf den Beinen, wollte mit meiner Kamera ein Gruppenfoto machen. Leider waren ihre Hände nicht mehr im Stande, eine Kamera zu halten, so liess sie die Kamera fallen. Ich sehe die Schuld aber auch in mir, da ich die Kamera mit in den Ausgang genommen habe. Rückblickend sollte ich wissen, dass dies nie gut kommt. Bereits die dritte oder vierte Kamera wurde aufgrund Ausgang und übermässigem Konsum von Alkohol funktionsunfähig. Eine Kamera sollte irgendwo in der Klewenalp im Schnee liegen und eine befindet sich eventuell noch in Tequisquiapan auf einer Weinfarm. Tja, das kommt davon, wenn man nichts lernt. Ich überlege mir nun, ob ich mir noch einmal eine Kamera kaufen soll, oder bis Weihnachten warten sollte. Vielleicht kommt der Weihnachtsmann auch nach Mexico, wer weiss...

Das Hostel in San Luis Potosí war leer, wieder einmal. Ich frage mich, wo alle Backpacker sind. Aus diesem Grund blieb ich dort nur ein paar wenige Tage. Highlight war ein Salsakurs, welchen ich besucht habe. In der Schweiz besuchte ich bereits einen Discofox Kurs. Bereits dort musste ich einsehen, dass die Tanzschritte nicht gerade mein Ding sind. Ich dachte, eventuell nützt mir die Erfahrung aus Discofox etwas, um Salsa schneller zu lernen. Denkste! Salsa ist nicht leicht zu lernen. Dennoch gab ich mein bestes und konnte ein paar tolle Schwünge hinbringen. Wer weiss, vielleicht lerne ich es in den nächsten Monaten noch besser. 

Es folgte die Fahrt nach Zacatecas. Vor Zacatecas passierten wir einen Checkpoint des Militärs. Wie jedes Mal, war ich wieder einmal der Auserwählte, welcher seinen ganzen Rucksack auspacken musste. Die Militärmenschen sahen meine alte Kamera. Sie wollten unbedingt meine Reisefotos sehen. So zeigte ich ihnen meine Fotos. Ich fragte mich ziemlich, für was das wohl gut sein sollte, aber ja, man macht halt was das Militär sagt. Gerne wollte ich mit ihnen ein Foto machen, welches sie mir aber nicht gestatteten. Ein Militärmann sagte mir, ich solle ich Zacatecas mit keinen Menschen sprechen. Man wisse nie, ob es Personen aus den Kartellen seien. Allgemein solle ich sehr gut auf mich aufpassen, zur Zeit herrsche ein übler Krieg zwischen zwei Kartellen in der Umgebung von Zacatecas. 

Razzia in Zacatecas

In Zacatecas checkte ich erneut in ein leeres Hostel ein. Da ich nicht alleine die Zeit in Zacatecas verbringen wollte, entschied ich mich, in eine legendäre Bar zu gehen. Ich ging in die Bar "las quinze letras". Diese Bar besteht seit 106 Jahren und wird immer noch von der gleichen Familie geführt. Viele Dinge aus alten Zeiten sind immer noch in der Bar zu sehen. Vor vielen Jahren war es Frauen noch nicht gestattet, in eine Bar zu gehen. Früher besuchten darum nur Männer die Bar. Ein WC hatte es damals keines. Das Wasserlassen geschah an der Bar. Man pinkelte traditionsgemäss an die Bar. Die Pinkelrinne besteht immer noch, jedoch gibt es heute ein WC. Man darf nicht mehr an die Bar pinkeln. Ich wollte nicht wissen, wie es in dieser Bar roch, nachdem alle ihr Pipi an die Bar machten. Dem Rat, mit niemandem zu sprechen, trotzte ich. Ich lernte schnell Leute kennen und hatte es sehr lustig mit ihnen. Später gingen wir in einen Club. Dort geschah es. Ich war gerade auf der Toilette als plötzlich schwerbewaffnete Militärs den Club und die Toiletten stürmten. Die Musik wurde ausgeschaltet und ein Militärmann schrie herum, dass sich niemand bewegen darf. Ich vermute, sie suchten jemanden aus einem Kartell. Mir wurde schon ein wenig mulmig bei dieser Sache. Es ist nicht gerade lustig, wenn einige Militärs die geladene Waffe auf die Menschen in dem Club richten. Schnell verliessen sie den Club wieder und es wurde weitergefeiert. Ein Herr sagte mir, dies sei normal in Zacatecas. Sehr oft gibt es diese Razzien. 

Am nächsten Tag besuchte ich die Minen von Eden und fuhr mit der Garaventa Seilbahn. Dies war ein super Ausflug. Zacatecas selbst ist UNESCO Weltkulturerbe. Die Stadt ist von der UNESCO geschützt. Der Touristenführer sagte aber, sie wissen nicht, wie lange noch. Aufgrund der Situation mit dem Drogenkrieg könnte es sein, dass sie den Titel wieder wegnehmen könnten. In den Minen arbeiteten früher Sklaven. Sie förderten dort viele Edelmetalle wie Gold, Kupfer, usw. Die Sklavenarbeiter arbeiteten ihr Leben lang in der Mine. Viele durften die Mine nie verlassen. Die meisten starben zwischen dreissig und fünfunddreissig Jahren.  Trotz den vielen Militärs und Polizei in den Strassen, mag ich Zacatecas sehr. Für mich ist diese Stadt ein weiteres Highlight meiner Reise. 

Heute verbringe ich den letzten Abend in Zacatecas. Ich werde einige Leute wieder treffen, die ich von gestern kenne. Hoffentlich ohne Militärs in den Bars und Clubs. Morgen werde ich dann wieder nach Guadalajara gehen, wo ich Pedro wieder treffe. Mit ihm werde ich dann in den Süden an die Strände gehen. Zur Zeit ist es hier ziemlich kalt. Ich freue mich darum, wenn ich wieder etwas mehr Wärme habe. 






Dienstag, 20. November 2012

Verhältnis in Monterrey / Geisterstadt Real de catorce

Glückliches Verhältnis in Monterrey

Es ist wieder einmal unglaublich, was ich alles erlebt habe in den letzten Tagen. Diese Tage habe ich vorwiegend mit Mexicanern und Mexicanerinnen verbracht und dabei sehr gute Erlebnisse gehabt. Zuerst die unnötige Reise zu den geschlossenen Grotten, dann einige Tage mit einem Mädchen aus Monterrey verbracht, anschliessend eine verrückte Busfahrt nach Real de catorce, dann ein unerwartetes Wiedersehen eines Freundes aus der Zeit in Kanada und nicht wegzudenken die Homeparty in Real de catorce...

Ich beginne mit einem Rückblick nach Puebla. Dort habe ich Rebeca kennengelernt, welche in Monterrey wohnt, in Puebla aber einen Kurs besuchte. Sie versprach mir, Monterrey vorzustellen, falls ich eines Tages nach Monterrey gehen sollte. So kam ich in Monterrey an und setzte mich mit ihr in Kontakt. Leider war sie immer noch in Puebla. Sie werde aber in einigen Tagen zurück nach Monterrey kommen. Da es aber noch eine Weile dauere, soll ich mich doch mit ihren Kollegen und Kolleginnen in Verbindung setzen, eventuell wären sie bereit, mir etwas von Monterrey zu zeigen. Dies liess ich mir nicht zweimal sagen und kontaktierte sie, welche dann auch sofort zusagten. So traf ich am zweiten Abend ihre Freunde und Freundinnen, welche ich noch nie zuvor gesehen habe. Es waren zwei Männer und man höre, rund sechs Mädchen, eine schöner als die andere...Wir hatten einen super Abend und ich habe alle kennengelernt. Am nachfolgenden Morgen wurde ich sofort wieder gefragt, ob ich wieder mit ihnen den Tag verbringen möchte. Ich verbrachte also auch den folgenden Tag mit ihnen. Immer mehr bemerkte ich, dass etwa drei Mädchen auf mich standen. Eine aussergewöhnliche Situation, welche ich in der Schweiz nie erleben konnte. Ich genoss es, wie die drei Mädchen um die Aufmerksamkeit meinerseits kämpften, was auf eine Art ziemlich lustig war. Der Tag und die Nacht vergingen und ich habe mich entschieden, mit welchem Mädchen ich ein gemeinsames Date haben möchte.

Am nächsten Tag wollte ich die Grotten von Garcia besuchen, dies jedoch nicht mit einer überteuerten Tour, sondern mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Nach zwei Stunden fahrt kam ich bei der Talstation der Grotten an. Kein Mensch war da und ich mitten in der steinigen Wüste. Nur ein alter Herr ohne Zähne war zugegen, welcher mir mitteilte, dass die Grotten am Montag geschlossen seien. Ich hatte keine andere Wahl, ich musste irgendwie zurückkommen. Der Bus war nicht mehr da, also entschloss ich mich, wieder einmal zu stöppeln. Ein Lastwagenfahrer nahm mich dann mit. Er sah ziemlich hässlich aus, viele Narben und hatte eine tiefe furchterregende Stimme. Was habe ich mir da wieder angetan. Ich wechselte einige Worte mit ihm und plötzlich nahm er sein Messer aus seiner Tasche. Etwas erschrocken versuchte ich, die Situation nicht zu verschlimmern und sagte erst mal nichts. "Schau her, mein Taschenmesser ist aus der Schweiz, Victorinox." Er war ziemlich stolz, dass er einen Schweizer in seinem Lastwagen hatte und erzählte mir, sein Messer sei fast heilig für ihn, noch nie habe er ein so gutes Messer gehabt. Etwa eine Stunde später kam ich wieder zurück ins Hostel. Ich hoffte doch sehr, meine Pechsträhne aus den geschlossenen Grotten setzt sich am Abend bei meinem Date nicht fort.

Am Abend dann traf ich Patricia. Sie gab alles für ein gutes Date. Zuerst besuchten wir einige schöne Orte in Monterrey, danach gingen wir essen und zum Abschluss gab es noch ein Bierchen in der stadteigenen Brauerei. Die Nacht verbrachte ich dann nicht gewohnt in dem Gruppenschlafsahl, sondern nur mit Patricia, der Tag mit den geschlossenen Grotten war gerettet...

Patricia und ich besuchten dann zusammen am nächsten Tag die Grotten. Es hat sich gelohnt, die Reise zu den Grotten noch einmal zu machen. Die kommenden Tage verbrachte ich dann nicht mehr im Hostel, sondern in der sehr kleinen Wohnung von Patricia. Wir genossen drei bis vier schöne Tage zusammen, immer mit der Hoffnung, niemand bekäme die Situation mit. Ich war mir aber ziemlich sicher, es wusste jeder, dass ich nicht mehr im Hostel wohnte. Jede Zeit hat sein Ende, so auch die Zeit in Monterrey und die Zeit mit Patricia. Wir verabschiedeten uns und wünschten uns eine gute Zeit. Für beide war zu diesem Zeitpunkt klar, dass dies keine Zukunft haben konnte. Rebeca habe ich bis zu diesem Tag nie gesehen, da sie immer noch in Puebla weilte, dennoch hatte ich eine super Zeit in Monterrey.

Geisterstadt Real de catorce

Nächster Halt, Real de catorce, eine Geisterstadt. Zwei Generationen lang gruben die Spanier in dieser Stadt nach Silber. Einst lebten dort 40'000 spanische Minenarbeiter in Real de catorce. Heute ist die Stadt ein Tourismusmagnet für Leute aus der ganzen Welt. Zuerst war da aber die verrückte Reise von Monterrey nach Real de catorce. Im Bus neben mir nahm eine Familie Platz. Ich kam mit ihnen ins Gespräch. Die Mama offerierte mir ihre Töchtern. Ich konnte eine auswählen. Sie sagte mir wortwörtlich, ich könne eine ihrer Töchter in der Bustoilette beglücken. Sie wolle unbedingt eine Nichte, welche so schön blaugrüne Augen hat, wie ich sie habe. Mein Gott, in so eine Situation bin ich auch noch nie gekommen. Neben dem Heiratsantrag in Puerta Arista ist dies eine weitere verrückte Geschichte, die ich vorher noch nie erlebt habe. Ich erklärte der Mama, dass ich nicht bereit sei für so etwas und sie wohl jemanden anders suchen müsse, um ihre Tochter zu beglücken. Die Töchter waren überhaupt nicht schön, dies ein weiterer Grund für die Ablehnung. In Estacion de catorce angekommen folgte der Ritt mit einem Jeep nach Real de catorce. Die Strasse gerade mal so breit, wie der Jeep, rechts ging es hunderte Meter runter, etwas mulmig war mir da schon. Ich war zusammen mit einigen Jungs aus Monterrey im Jeep, welche mir dann offerierten, in ihrem Hotelzimmer zu nächtigen, gratis. Sofort sagte ich zu und hatte eine super Partynacht mit den Jungs. Das Highlight dieser Geschichte ist ein wiedersehen eines Freundes aus der Zeit in Kanada. "Bist du nicht auch in Kanada gewesen im Jahr 2008?" Habs doch gewusst, dass ich diesen Typen schon mal gesehen habe. Die Vorstellung, dass Mexico Millionen von Einwohnern hat und genau einer, den ich bereits kannte, traf ich wieder.

Die Jungs blieben nur eine Nacht. Ich musste ein Hotelzimmer suchen. Die Hotels waren aber ziemlich ausgebucht. So entschied ich mich, etwas aussergewöhnliches zu machen. Ich suchte mir einige Jugendliche in der Strasse, um nach einer Bleibe zu fragen. Schnell fand ich einige, sie waren ebenfalls aus Monterrey. Ich fragte sie, ob sie noch einen freien Schlafplatz hätten. Überraschend sagten sie zu. Ich konnte also in dem Wochenendhaus dieser Jungs und Mädels nächtigen, ein super Erlebnis. Zusammen machten wir ein BBQ und hatten eine super Homeparty. Mein Gott war dies eine verrückte Party. Aus Spontanität gibt es meist die besten Erlebnisse. Man soll eine Zeit immer dann beenden, wenn sie am besten war. So verliess ich Real de catorce wieder nach drei Tagen. Nun bin ich in San Luis Potosí. Mal schauen, was ich hier wieder erleben werde.












Samstag, 10. November 2012

Austin / Nuevo Laredo - Drogenkrieg Stadt

Letzte Tage in Amerika

Ich bin wieder zurück in Mexico. Letzte Nacht bin ich in Monterrey angekommen. Das heisst, das Zwischenziel, die Reise von Miami zurück nach Mexico, ist erreicht. Ich habe sehr viel erlebt, sehr viele neue Leute kennengelernt, wunderschöne Landschaften gesehen und sehr viel Geld ausgegeben. Bei meinem ersten Stopp nach Miami in St. Augustine wäre ich beinahe davor gewesen, mit dem Flieger zurück nach Mexico zu fliegen, vor allem aus Kostengründen. Doch ich bin nun sehr froh, habe ich meine Reise so fortgeführt, wie ich es vorgehabt habe, auch wenn es etwas mehr gekostet hat. Vor allem in New Orleans und Austin hatte ich eine super Zeit, welche ich nicht missen würde. Die Staaten Louisiana und Texas haben mir sehr gut gefallen. Die meiste Zeit habe ich in diesen Staaten verbracht. Die Menschen in diesen beiden Staaten sind sehr grosse Patrioten, was ihre Staaten angeht. Das Symbol des jeweiligen Staates ist überall präsent. Vor allem in Texas läuft man keine zehn Meter, ohne irgendwo das Symbol des Longhorns zu sehen.

Nach New Orleans besuchte ich vor Austin zuerst Houston. Dieser Halt war vor allem da, um mich von New Orleans zu erholen und mich auf Austin einzustellen. Beide Städte sind als Partystädte bekannt und ich wusste, ich komme nicht ums trinken und Party machen herum. Darum war es eine weise Entscheidung, zwei Tage Ruhe von all dem Trubel zu haben. Houston selbst würde ich sonst nicht besuchen. Diese Stadt hat mich nicht umgehauen. Sie ist die viertgrösste Stadt in der USA und hat eigentlich nicht viel zu bieten. Es gäbe viele Museen und Kunstgallerien zu sehen. Ich bin aber nicht ein grosser Freund von Museen und Gallerien, darum war die Stadt eher uninteressant für mich. Das Hostel hat mir dort aber sehr gut gefallen, auch wenn der Vibe nicht der beste war. Ich habe dort Mel aus Australien kennengelernt. Vermutlich werde ich sie noch einige Male antreffen auf meiner jetzigen Reise, da sie eine ziemlich ähnliche Route machen wird. Sie ist aber bereits etwas älter. Ich schätzte sie zwischen fünfundzwanzig und dreissig Jahren ein. Sie ist aber bereits vierunddreissig Jahre alt. Für ihr Alter sieht sie sehr gut und sehr jung aus.

Austin - University of Texas

Ich verliess Houston mit sehr grossem Stress, da ich beinahe den Bus verpasst hätte. Eine Minute vor Abfahrt sass ich im Bus. Als ich in Austin angekommen bin, waren nicht gerade viele Menschen im Hostel. So entschied ich mich für eine kleine Tour in einer bekannten Strasse Austins. Ständig das Bedürfnis, ein Mädchen kennenzulernen, sprach ich zwei junge hübsche Damen in der Strasse an. Sie sagten, sie gehen in einen Barbershop. Barbershop? Keine Ahnung was das war, aber es klang nach einem Shop und einer guten Gelegenheit, die beiden Französinnen besser kennenzulernen. Sie sagten, eventuell wäre dies nicht der beste Shop für mich und ich meinte, doch doch, auf jeden Fall, ich sei auch auf dem Weg dorthin. In dem Shop angekommen sassen die beiden Mädchen auf einen Stuhl. Erst jetzt bemerkte ich, dass der Barbershop ein Damencoiffeur war. Es war nicht leicht, den Mädchen zu erklären, dass ich keinen Haarschnitt benötige und meinen Weg fortsetzen werde. Mein Gott, war das peinlich...

Das Hostel in Austin war nicht so schön und sauber, wie das Hostel in Houston. Aber der Vibe war viel besser. ich lernte sehr schnell einige Leute kennen. Während drei Tagen hatte ich eine super Zeit dort. Am ersten Abend lernte ich drei Jungs aus Schweden und James aus Oklahoma kennen. Sein Ziel war, in Austin eine Wohnung und einen Job zu finden, da er zur Zeit arbeitslos war. Es war Wahlnacht. Zuerst wollten wir an der Universitäts Wahlnacht Party teilnehmen. Leider mussten wir feststellen, dass dies ein alkoholfreier Anlass war, so entschieden wir uns, eine Bar aufzusuchen. Die Universität von Texas ist unglaublich gross. Mit rund 50'000 Studenten ist sie eine der grössten in Texas und ist verteilt auf einem Grundstück von 1,4 Quadratkilometern. Es war wie eine Stadt in der Stadt Austin. Für mich war dies sehr imposant. Die Wahlnacht selbst war weniger imposant. Obama wurde wiedergewählt und die Jubelschreie hielten rund zwanzig Sekunden an, nachher war nichts mehr von einer Feier zu erkennen. Die Jungs aus Schweden verliessen die Barmeile früher als James und ich. Wir wählten noch einen Club. Als wir schnell bemerkten, dass sich sehr viele Jungs küssten und die Mädchen nur mit Mädchen tanzten, verliessen wir den Gayclub aber schnell.

Am Tag darauf lernten James und ich im Hostel zuerst zwei Mädels aus der USA kennen. Die beiden waren ziemlich verrückt und ich vermute immer stoned. Die beiden waren arbeitslos, ständig bekifft und wussten irgendwie nicht, was mit dem Leben anfangen. Die eine, sehr schlecht aussehend, dennoch aber nicht abgeneigt, sehr tiefe Dekoltees zu tragen, die andere ziemlich verwirrt, prädestiniert Karten zu lesen und mir von irgendwelchen schwarzen Löchern zu erzählen, welche uns ständig suchen um uns zu verschlingen. Später lernten wir zwei Mädels aus Holland kennen, mit denen wir am Abend auch ausgingen und den nächsten Tag verbrachten. Sie waren sehr lustig und wir hatten eine gute Zeit zusammen. Vor allem die coole Art von Eveline, war nicht zu übertreffen. Sie war erst neunzehn. In der USA nicht einfach, so in eine Bar zu kommen. Sie aber schaffte es aber mit ihrer Schönheit und einem einfachen "Whatsup man" bei der ID-Kontrolle ohne ID reinzukommen. Wir tanzten und lachten viel in der Countrybar, es war ein super Abend. Am Tag darauf erkundeten wir zusammen Austin und am Abend war BBQ im Hostel angesagt. Alle machten mit, wir waren rund zwanzig Leute, die mitmachten. Highligt war mein fünf Zentimeter dickes und zwanzig Zentimeter langes Steak für fünf Dollar. Ein Schnäppchen...

Nuevo Laredo - Drogenkrieg Stadt

Es folgte die Reise zurück nach Mexico. Der Weg führe durch Nuevo Laredo. Diese Grenzstadt ist bekannt als eine der gefährlichsten Städte Mexicos und gehört zu den Top 50 der gefährlichsten Städte der Welt. Hier kommen jährlich hunderte von Menschen bei dem Drogenkrieg ums Leben. Doch ich hatte keine andere Möglichkeit, die Grenze zu überqueren. An der Grenze dann der Beweis. Viel Polizei, viel Militär und es war sogar Blut am Boden zu sehen. Ich denke, hier ist nicht zu spassen. So hielt ich mich zurück, Fotos zu machen. Sehr gerne hätte ich Fotos gemacht von all den Kontrollposten und den Drogenhunden. Ich habe noch selten so schöne Hunde gesehen.

Nun bin ich in der zweitgrössten Stadt von Mexico. Auch diese Stadt war als gefährliche Stadt bekannt vor einigen Jahren, wobei sich aber die Situation verbessert hat. Keine Angst, ich habe mich gut informiert und werde gut auf mich schauen. Am Mittwoch werde ich Rebeca treffen. Ich habe sie in Puebla kennengelernt. Sie möchte mir unbedingt einige schöne Orte zeigen und mich wiedersehen. Sie ist ein super Mädchen, darum werde ich hier bleiben, bis sie zurück in Monterrey ist. Heute Morgen habe ich bereits das erste mexicanische Frühstück genossen und habe bereits wieder mit einigen Menschen gesprochen. Ich bin überglücklich, wieder zurück in Mexico zu sein...





Montag, 5. November 2012

Amerikas älteste Stadt / Partyhochburg New Orleans

Amerikas älteste Stadt, St. Augustine

Der erste Halt meiner Reise zurück nach Mexico war St. Augustine. St. Augustine liegt am obersten Zipfel von Florida. Nach Miami hoffte ich sehr, dass ich an einem wunderschönen Ort ankommen werde. Ich schlief die ganze Nacht im Bus. Mit den ersten Sonnenstrahlen verwachte ich und genoss die ersten Blicke aus dem Bus. Ich bin an tatsächlich an einem paradiesischen Ort angekommen. Mein Herz schlug höher und die Freude über diesen Ort war immens. Es plagte mich ein kleines Hüngerchen, da ich die ganze Nacht im Bus verbracht habe. Ich entschloss mich für ein richtiges amerikanisches Morgenessen mit Eier und Speck. Als ich bezahlen wollte, musste ich feststellen, dass ich kein Bargeld mehr hatte und meine Kreditkarte wieder einmal nicht funktionierte. Wenn ich mal wieder in der Schweiz bin, werde ich mal ein Wörtchen mit der Kreditkartenfirma sprechen. Kann ja nicht sein, dass die Kreditkarte nur selten funktioniert. So musste ich der Kellnerin beichten, dass ich zuerst einen Bankomaten aufsuchen müsse und dafür mein Rucksack hinterlasse. Bis ich den Bankomaten gefunden habe, sah ich bereits das ganze Städtchen. Der Bankomat war so versteckt, dass er kaum auffindbar war. Rund eine halbe Stunde später ging ich mit vollem Portemonnaie zurück ins Restaurant. Mein Rucksack lag bereits auf der Strasse. Die Kellnerin hätte wohl nicht damit gerechnet, dass ich noch einmal auftauche.

St. Augustine soll die älteste Stadt von Amerika sein und hat ein wenig Charme von den Spaniern und Engländern, welche die Stadt besetzt hatten. Zuerst war sie in den Händen der Spanier, dann von den Engländern, später folgten die ersten Amerikaner, dann die Ureinwohner von Amerika bis sie am Schluss wieder in den Händen der Amerikaner war. Die Stadt besteht fast nur aus Häusern aus dieser Zeit, welche aber immer noch sehr gut erhalten sind und heute vor allem Cafés, Bars und kleinen Hotels sind. St. Augustine ist speziell berühmt für das Flagler College. Hier wäre ich gerne zur Schule gegangen. So viele schöne Mädchen habe ich noch selten gesehen. In fünf Minuten habe ich mehr schöne Mädchen gesehen, als in Sins und Wohlen während der ganzen Zeit. Das College war eine alte Residenz. Ein wunderschönes Gebäude. Während den drei Tagen in St. Augustine habe ich mich ziemlich in diesen Ort verliebt. Wer den Ort nicht gesehen hat, kann es kaum glauben. Es war auch ziemlich viel los, vor allem an Halloween. Die Strassen waren voll von verkleideten Menschen. Ich hatte eine super Zeit dort, auch wenn ich meist alleine unterwegs war. Das Hostel war ziemlich leer und die heimischen Personen waren schlecht zu erreichen, da sie meist in Grüppchen unterwegs waren.

So verliess ich den paradiesischen Ort nach einigen Tagen. Ich wollte den Bus nach Jacksonville nehmen. Da ich ihn leider nicht gefunden habe, beschloss ich mich auf ein Abenteuer. In der Schweiz nennt man es stöppeln. Ich wartete sehr lange, bis mich die ersten Personen mitnahmen. Die längste Strecke war ich in einem Pickup Truck unterwegs. Der Fahrer war ziemlich merkwürdig. Er rauchte eine Zigarette nach der anderen, trank während der Fahrt Whiskey und erzählte mir den ganzen Weg wie fest er die schwarzen Personen hasst. Sie seien eine Pest, welche Amerika befallen haben wie Ratten. Er sagte mir, die meisten weissen Menschen auf dem Land denken so wie er, sie hassen die Schwarzen und er sei sehr schockiert, dass sein Land von einem Schwarzen regiert wird und er hoffe, er werde nicht wiedergewählt. Von Jacksonville nahm ich den Bus nach New Orleans, meiner nächsten Station der Reise zurück nach Mexico.

Partyhochburg New Orleans

In New Orleans befreundete ich mich ziemlich schnell mit drei Jungs, Marc, Austin und Albert aus Philadelphia. Sie seien kurz vor dem Hurrikan nach New Orleans gekommen und mussten vernehmen, dass die Häuser, in denen sie leben, unter Wasser seien. Dies war jedoch kein Grund, die Zeit nicht zu geniessen. Mein Vater schrieb mir in Facebook, es gäbe dort sehr gute Musik. In der Bourbon Street angekommen, war ich ziemlich überrascht. Dutzende Bars und Pubs waren bereits am Mittag voll mit Leuten, die sich betrunken haben. Drei für eins Angebote gab es fast überall. In New Orleans wird meist im Februar Mardi Gras gefeiert, eine Art Karneval. Der Brauch war, dass die Jungs Ketten haben und diese den Mädchen geben, wenn sie ihre Brüste zeigen. An diesen Tagen soll der Teufel los sein. Eine solche Party soll einzigartig sein in Amerika sein. Ich habe mir diesen Karneval in die To do Liste für die Zukunft gesetzt. Man müsse dieses Fest unbedingt einmal erleben. Die drei Jungs von Philadelphia und ich waren zwei Tage zusammen in New Orleans. Die meiste Zeit waren wir mit Party machen beschäftigt. Fazit, New Orleans gehört für mich zu einem der besten Orte in Amerika. Für Personen, welche gerne Party machen, ist dies der perfekte Ort.

Nun bin ich in Houston, Texas. Ich bin vor allem hier, um meine Weiterreise zu planen und mich von den anstrengenden Tagen in New Orleans zu erholen. Mit Schrecken musste ich feststellen, dass ich in den letzten drei Wochen in Amerika mehr Geld ausgegeben habe, als in Mexico in drei Monaten. Es ist ziemlich teuer hier. Ich habe mich darum entschlossen, nur noch ein oder zwei Tage nach Austin zu gehen, und dann zurück nach Mexico gehen werde. Ich möchte aber in einigen Jahren zurückkommen, um mehr Orte von Amerika zu sehen. Dies mit einem Auto, zum Beispiel einem VW-Bus. Allgemein wäre es wohl besser, mit einem Auto herumzureisen. Man sieht viel mehr, als mit dem Bus. Ich dachte in den letzten Tagen oft an die nähere Zukunft. Wenn ich in einigen Monaten zurück in der Schweiz bin, möchte ich so schnell wie möglich viel Geld verdienen, um dann wieder auf Reisen zu gehen. Das Leben, vor allem in den jungen Jahren, ist für mich zu Schade, mit studieren, arbeiten und den normalen Tagesritualen zu verbringen. Lieber möchte ich noch mehr von der Welt sehen. Viele denken wohl, dies sei verrückt und können dies nicht verstehen. All diesen Personen empfehle ich, ebenfalls als Backpacker die Welt zu erkunden, es gibt ziemlich viel zu sehen und zu erleben...VIVA LA VIDA!








Mittwoch, 31. Oktober 2012

Traumstrand Sayulita / Wiedersehen in Miami

Die Zeit vergeht schnell. Beim letzten Blogeintrag war ich noch in Guadalajara, Mexico. Heute befinde ich mich in St. Augustine, USA. Viel habe ich inzwischen erlebt. Die Fahrt mit Pedro und Marco von Guadalajara nach Manzanillo, Puerto Vallarta und Sayulita, surfen in Sayulita, die Rückreise nach Mexico City, Ankunft und Wiedersehen meiner Freunde Mischi und Huebi in Miami, die grosse Enttäuschung Miami, die Ausflüge nach Key West und die Everglades und nicht zuletzt der Spontanausflug nach Orlando. Nun habe ich meine Freunde wieder verlassen und befinde mich auf der Rückreise durch die USA nach Mexico. Nach fast vier Monaten Mexico muss ich sagen, ich vermisse dieses Land sehr und möchte so schnell wie möglich wieder zurück sein. Trotzdem möchte ich nicht in das Flugzeug steigen und zurückfliegen. Es reizt mich, noch einige markante Städte und Orte der USA zu sehen und möchte darum den Trip so durchführen, wie ich es geplant habe. Doch nun zuerst einige Auszüge aus den letzten Tagen...

Die letzten Tage in Guadalajara waren anstrengend und eine ziemliche Tortur für die Leber. Vor allem der weitere Ausflug nach Fiestas de Octubre. Wir wollten eigentlich eine sehr bekannte Musikgruppe genannt Molotov sehen. Aus Spargründen haben wir bereits im Hostel viel Rum und Tequila getrunken. Aus alten Erfahrungen wusste ich, Tequila tut mir nicht gut. Dennoch trank ich mit. Wir hatten es sehr lustig und die Stimmung war ausgelassen. Nicolas aus Chile, der seine Reise von den USA nach Chile mit dem Motorrad macht, war ebenfalls dabei. Als wir dann bei dem Festgelände etwas sehr fest verspätet ankamen, war der Auftritt von Molotov bereits beendet. So stürzten wir uns ins Bier. Auf einer Achterbahn habe ich noch ein Mädchen kennengelernt. Die anderen haben mir gesagt, sie sei sehr schön gewesen, ich kann mich aber leider kaum noch erinnern. Dies sind die bekannten Auswirkungen vom Tequila. Ich sollte in Zukunft die Finger davon lassen.

Traumstrand Sayulita

In den nächsten Tagen fuhren wir mit dem Pick-up Truck von Pedro nach Manzanillo. Seine Eltern haben dort eine Ferienwohnung. Wir haben uns dort ein wenig von den letzten Tagen in Guadalajara erholt und gingen nicht gross aus. Wir haben das Meer genossen, probierten ein wenig Seafood und machten uns nach einer Nacht bereits wieder auf Richtung Puerto Vallarta. Puerto Vallarta ist bekannt als Partyort und, was wir nicht in diesem Ausmass erwartet hätten, bekannt für die Gayszene. Unser Hostel war mitten in dieser Zone. Der Ort gefiel mir überhaupt nicht. Zu viele dicke und hässliche Amerikaner waren in den Strassen Puerto Vallartas zu sehen. Dazu kamen all die Schwulen, welche von mir aus gesehen diesen eigentlich schönen Ort eingenommen haben. Ich habe nichts gegen Schwule, wenn sich diese nicht als Schwule zu erkennen geben. Es kann schlussendlich niemand etwas dafür, dass er so ist. Aber dieses tuntenhafte Getue, wie es sehr viele Schwule pflegen, geht mir doch etwas zu weit. Solche gibt es an diesem Ort sehr viel. So verliessen wir Puerto Vallarta nach bereits einer Nacht. Nächstes Ziel war Sayulita. Marco und Pedro versprachen mir, dass sie mir surfen beibringen werden. Als wir in Sayulita ankamen, dachte ich, ich sei im Paradies gelandet. Ein kleiner, wunderschöner Surferort lag vor mir. Genau so wie ich ihn mir in den Träumen vorgestellt habe. Man kann diesen Ort fast nicht in Worte fassen. Am Abend traffen sich dort alle Surfer, Hippies und Backpacker in einer Bar am Strand. Aus den Lautsprechern kam Reggea, Cumbia und Salsa Musik. Das Bier war billig und die Stimmung super. Es war der perfekte Ort, um neue Leute kennenzulernen, zu tanzen und Spass zu haben. Ich liebe diese völlig unkomplizierte Art, in den Ausgang zu gehen. Hoffentlich finde ich noch viele dieser Orte. Die nächsten zwei Tage verbrachte ich mit surfen. Ich habe sehr viel gelernt und habe es geschafft, zwischendurch einige Sekunden auf dem Surfbrett zu stehen und mit der Welle mitzureiten. Ich war überglücklich und habe eine neue Leidenschaft gefunden. Bestimmt werde ich noch einige dieser Orte aufsuchen.

Wiedersehen in Miami

Dann kam der lange Weg von Sayulita nach Miami. Zuerst sieben Stunden mit dem Auto nach Guadalajara, dann mit dem Bus fünf Stunden nach Mexico und dann per Flugzeug nach Miami. Welcome to Miami, ich war also dort. Aus Filmen und der Fernsehserie CSI Miami kannte ich den Ort bereits ein wenig. Zuerst ging ich ins Hostel. Eine unfreundliche Dame nahm meine Personalien auf und zeigte mir das Zimmer. Der Vibe des Hostels war bereits etwas speziell. Das Hostel soll eines der zehn besten Partyhostels der Welt sein. Mir gefiel das Hostel überhaupt nicht. Die Hostelgäste waren vor allem hochnäsige Partytouristen welche vor allem teure Clubs besuchen wollten. Es war dementsprechend laut, das Rezeptionspersonal unfreundlich und die Gäste sehr beschränkt. Ich vermisste sehr schnell die sehr guten und von Backpackern besuchten Hostels von Mexico. Eine neue Welt öffnete sich. Dies bemerkte ich auch schnell, als ich in den Strassen Miamis lief. Viele Reiche, welche mit ihren Autos umherprotzten, waren in den Strassen zu sehen. Die Mädchen alle sehr hochnäsig und man konnte ihre Dummheit bereits von weitem sehen. Ich war aber hauptsächlich in Miami, um meine Freunde Mischi und Huebi zu treffen. In ihrem Hotel habe ich sie dann angetroffen. Ich war überglücklich. Es war überhaupt nicht einfach, nach so langer Zeit wieder Schweizerdeutsch zu sprechen. Es gab von beiden Seiten her viel zu erzählen.

In den nächsten Tagen mieteten wir ein Auto, um die Ausflugsziele um Miami besser zu erreichen. Wir gingen zuerst in die Everglades und sahen sehr viele Alligatoren. Leider hatten wir in den nächsten Tagen kein Glück mit dem Wetter. Oder vielleicht kann man sagen, hatten wir Glück, dass uns der Hurrikan Sandy nicht mehr getroffen hat. Ausser viel Wasser in den Strassen, der ständige Wind und zwischendurch Regen hat uns der Hurrikan verschont. In den Ausgang gingen wir nicht viel. Mein Portemonnaie wurde so etwas geschont. Ein Bier kostete schnell gegen zehn Dollar. Ziemlich übertrieben. Ich denke, für Personen mit einem grossen Budget kann der Ausgang in Miami super sein. Clubeintritte kosten schnell gegen fünfzig Dollar. So nahmen wir die Abende meist gemütlich. Wir wurden irgendwie vom Pech verfolgt. Zuerst der Hurrikan, dann der Ausflug nach Orlando. Wir wollten ursprünglich nur nach Cape Canaveral. Viel zu spät fuhren wir ab. Als wir dort angekommen waren, waren sie gerade dabei, den Kennedy Space Center Park zu schliessen. Fünf Stunden Fahrt für nichts. Huebi und ich wollten darum eine Nacht in Orlando verbringen, was Mischi zuerst gar nicht gefiel. Wir hatten nichts dabei für eine Übernachtung. Für mich als Backpacker war eine solche Aktion kein grosses Problem. Wir machten das Beste daraus und übernachteten in Orlando. Am nächsten Tag besuchten wir Walt Disney. Der Park war langweilig und vor allem für Kinder gedacht. Dies wussten wir nicht. Wieder ein Reinfall. Die grösste Attraktion waren all die übergewichtigen Leute, welche den Park besucht haben. Es war ein ziemlich scheusslicher Anblick. Wenn ich hier sage, übergewichtig, dann ist es nicht nur ein dicker Bauch, wie man es aus der Schweiz kennt. Einige Personen können nicht einmal mehr laufen. Ich denke, einige wiegen gegen zweihundert oder mehr Kilo. Der Tag verging und wir gingen zurück nach Miami. Wie jedes Mal, wenn wir nach Miami gingen, verfuhren wir uns wieder. Es war überhaupt nicht einfach, sich in den Strassen Miamis zurechtzufinden.

Es folgte ein Tag in einem Outlet Mall. Für mich war es dort gar nicht lustig. Ohne Budget für viele Kleider war es dort ziemlich langweilig. Der Mall war so gross, dass wir uns sehr oft suchen mussten. Der beste Ausflug folgte am nächsten Tag nach Key West. Dies war ein sehr schöner Ort. So vergingen die Tage mit meinen Freunden und ich machte mich bereits wieder auf die Weiterreise. Ich ziehe nun ein Fazit aus meiner Reise nach Miami. Es hat sich sehr gelohnt, meine Freunde Mischi und Huebi zu besuchen. Wir haben viel gelacht und hatten uns viel zu erzählen. Es war eine super Zeit mit ihnen und ich freue mich, sie in einigen Monaten wieder zu sehen. Miami selbst werde ich nicht wieder besuchen. Zu viele Snobs und unfreundliche Personen dominieren diese Stadt und die Preise für Ausgang, Essen, usw. sind viel zu hoch. Am meisten kann ich die Ausflüge in die Everglades und Key West empfehlen.

Nun befinde ich mich in St. Augustine. Ich werde die Halloweennacht noch hier verbringen und werde dann weiterreisen, wohin, weiss ich noch nicht...











Montag, 15. Oktober 2012

Studentenstadt Guanajuato / Wiedersehen in Guadalajara

Studentenstadt Guanajuato 

Nach San Miguell de Allende wollte ich einige Tage in Guanajuato verbringen. Guanajuato ist eine wunderschöne mexicanische Stadt, wie man sie aus dem Bilderbuch kennt. Viele Studenten und Studentinnen studieren in Guanajuato. Dementsprechend hat es auch viele Bars und Parks für junge Leute. Was ich nicht wusste war, dass in diesen Tagen ein Festival in den Strassen von Guanajuato war. Dort angekommen war ich ziemlich überrascht von den vielen Menschen in den Strassen. Die Suche nach dem Hostel war auch nicht ganz einfach. Vor allem mit meinem Rucksack war es ziemlich mühsam, den Weg durch die Menschenmenge zu finden. Er wiegt ungefähr fünfundzwanzig Kilo. Nach rund einer Stunde Marsch durch die vielen Menschen habe ich ein Hostel gefunden. Das Tragen meines Rucksacks ersetzt die Stunden in dem Fitnesscenter, was nicht allzu schlecht ist wenn man bedenke, dass ich keine Möglichkeit habe, Sport zu treiben. Der nächste Schreck kam schnell. Die Nacht von Donnerstag auf Freitag war noch im Budget, aber aufs Wochenende hin verdreifachte sich der Preis der Übernachtung. So entschied ich mich, nur eine Nacht in Guanajuato zu verbringen. Ich nahm mir vor, möglichst viel in kurzer Zeit der Stadt zu sehen und am Abend einige Konzerte zu geniessen und dann eine billige Studentenbar aufzusuchen. So geschah es auch. Die Fotos geschossen, die Konzerte angesehen, machte ich mich auf die Suche nach einer Bar. Was ich nicht verstehen konnte war die Tatsache, dass es keine einzige Bar, keinen einzigen Getränkestand oder sonstiges in den Strassen hatte. In der Schweiz wird bei solchen Festivals wie zum Beispiel das Luzerner Stadtfest oder ähnlichen Veranstaltungen ziemlich viel getrunken und gefeiert. Dies gefällt mir sehr. Darum die kleine Enttäuschung über die nüchterne Veranstaltung in Guanajuato. Die Stimmung war trotzdem gut und einzigartig. Speziell zu erwähnen ist, dass die Schweiz, Österreich und Polen die Gastländer an dem diesjähren Festival sind. So konnte man viel Werbung aus der Schweiz sehen. Bilder von den verschneiten Bergen, von Skifahrern, von Raclette und Fondue, Rohfleisch, den Städten Luzern, Bern, Zürich, usw. und  traditionellen Festen. Ein wenig Sehnsucht nach der Heimat kam auf...

Die Nächte, bei denen man nicht viel erwartet, sich an eine Bar setzt, einige Biere trinkt, einige Smalltalks führt und abwartet, werden meist am Schluss am lustigsten. So lernte ich einige Studenten und Studentinnen kennen. Vor allem mit der einen Studentin verstand ich mich sehr gut. Schnell bemerkte ich, dass ihr IQ einiges höher war, als meiner. Sie studiert Astronomie in Guanajuato, war zweiundzwanig Jahre alt und super hübsch, machte aber dennoch einen sehr prüden und ruhigen Eindruck. Sie wusste sehr viel über das Cern in Genf. So wie ich es verstanden habe, suchen sie dort irgendwelche schwarze Löcher. Von der Schweiz her weiss ich nur, dass es ziemlich viel von unseren Steuergeldern frisst. So vergingen die Stunden mit Gesprächen und lustiger Stimmung in der Bar. Danach folgten weitere Biere in diversen Bars. Um etwa drei Uhr war Afterhour Salsadancing angesagt. Ein weiteres Mal konnte ich meine Salsakünste in Beweis stellen und schwang mein Tanzbein mit der Studentin aus der Bar. Man kam sich näher und näher...

Wiedersehen in Guadalajara

Der Zufall kam und Pedro, den ich von Oaxaca her kenne, fragte mich, ob ich nach Guadalajara kommen möchte, da es einiges billiger sei, als Guanajuato. Ich nahm den nächsten Bus nach Guadalajara. Oft versuche ich, meine Spanischkenntnisse in den Bussen zu verbessern, indem ich mit meinem Sitzpartner oder meiner Sitzpartnerin spreche. Lieber Leser, liebe Leserin, ich habe noch nie eine so wunderschöne Frau gesehen, geschweige denn mit ihr gesprochen, wie in diesem Bus. Viele haben mir bereits vor meiner Reise nach Guadalajara gesagt, die Frauen hier sollen die schönsten Mexicos sein. Diese junge Dame war dem Klischee entsprechend und übertraf jede Miss Schweiz weitaus. Einfach wunderschön und sie wirkte nicht eingeschnappt oder hochnäsig. Nein, das pure Gegenteil. Als würde sie gar nicht bemerken, dass sie so wunderschön war.Wir unterhielten uns rund drei Stunden in spanisch und hatten es sehr lustig. Ich traf in Guadalajara ein und suchte das Hostel, in dem Pedro seit einigen Tagen war. Ich verstaute meine Dinge und betrachtete ein wenig das Hostel. Der erste Eindruck war gut. Allgemein sind die Hostels sehr schön in Mexico. Ich habe selten was zu beklagen. 

In der ersten Nacht machten wir einige lokale Bars unsicher. Guadalajara hat sehr viel zu bieten. Zum einen die vielen kleinen Bars mit billigen Bieren und zum anderen hat es viele teure Clubs und Restaurants. Als Backpacker besuchen wir aber stets die lokale und Bars, die etwas billiger sind. Meist sind dort auch viele Einheimische anzutreffen. Clubs mit hohen Eintrittspreisen und teuren Getränken meiden wir stets. Die Nacht verging und der nächste Tag folgte. Ziel, neue Kamera kaufen. Bei meiner Kamera versagte leider der Zoom und manchmal lässt sie sich nicht mehr an- oder ausschalten. Eine neue Kamera musste her. Wäre ja schade, die Reise ohne funktionierende Kamera fortzusetzen. Ich entschied mich für eine Nikon. Mit den vielen Discounts war sie nicht sehr teuer. Die nächsten Fotos werden von meiner neuen Kamera kommen. Mit den Effekten, die die neue Kamera hat, kann ich neue Dinge ausprobieren, mal schauen ob es klappt. 

Am späteren Nachmittag besuchten wir eine Art Landwirtschaftsmesse. Es war ein wenig ein Mix aus Oktoberfest, OLMA, Stierenmarkt und Fasnacht. Es hatte viele Farmer, die ihre Tiere zur Schau stellten, Rodeos, Pferdetanzconteste, Essensstände, Bars und Hallen, die sich in Tanz und Trinklokale verwandelten. Ohne Sombrero und Schnauz gehörte man zur Minderheit. Bandamusik war überall in den Strassen zu hören. Dies ist eine Art Guggenmusik, welche vor allem traditionelle mexicanische Musik spielt. Die Stimmung war super und ausgelassen. Der Taxifahrer warnte uns von den Personen aus den Kartellen. Man sollte nicht mit jeder Person sprechen und vor allem die sehr gut aussehenden Frauen meiden. Oft gehören sie zu den Personen aus den Kartellen. Diese sind vor allem Farmer, welche ausserhalb der Stadt die Mafia und Drogenbosse beschützen. Wenn es sein muss mit Waffengewalt, wie man es oft aus den Medien erfährt. Sie seien jedoch harmlos, wenn man sie einfach in Ruhe lässt und nichts provoziert. 

Wir werden noch einige Tage in Guadalajara verbringen und suchen und danach einen schönen Strand. Pedro und Marco, den ich auch aus Oaxaca kenne und seit zweieinhalb Jahr mit dem Motorfahrrad herumreist, möchten ein wenig surfen gehen. Eventuell werde ich es auch versuchen. In einer Woche werde ich bereits nach Miami fliegen. Völlig neue und lustige Geschichten werden folgen, da bin ich mir ganz sicher.










Mittwoch, 10. Oktober 2012

Rentnerparadies San Miguell / Mädchen Mädchen Mädchen

Rentnerparadies San Miguell de Allende

Soeben bin ich vom Mittagessen zurückgekommen. Gegessen habe ich eine Torta. Tortas sind ähnlich wie Sandwichs, nur viel besser. Es gibt sie in allen Variationen. Fleisch ist ein wichtiger Bestandteil einer Torta. Zusätzlich hat es meist Salat, Avocado und Zwiebeln drin. Über den Mittag esse ich ziemlich oft eine Torta, da sie ziemlich billig sind, sehr fein und schnell zubereitet. Heute schmeckte meine Torta noch viel besser, da das Mädchen, welche die Torta servierte, wunderschön war und immer wieder ein Augenzwinkern für mich übrig hatte. Mein Gott, ich träume jetzt noch von ihren kugelrunden schwarzen Augen. Vor lauter Torta hätte ich fast vergessen zu erwähnen, wo ich zur Zeit bin. Das kleine, überschaubare und sehr gepflegte Städtchen heisst San Miguell de Allende. Wenn man bei einer Stadt oder einem Ort von einem Paradies sprechen kann, dann ist es hier soweit. Ich bin buchstäblich in einem paradiesischen Städtchen gelandet. Die Strassen sauber, die Architektur und Vielfalt der verschiedenen Häuser umwerfend und das Klima perfekt. Rund 28 Grad, also nicht zu heiss und nicht zu kalt. Viele kleine Restaurants, Kunstgallerien, Boutiquen, Lädelchen, Cafés und sehr speziell schöne Kirchen zieren das Bild des Städtchens. San Miguell de Allende ist ein Paradies für Rentner aus den vereinigten Staaten. Rentner, richtig gehört. Ich fühle mich hier ziemlich jung. In den Strassen, Gassen und Restaurants verkehren hauptsächlich Rentner. Viele von ihnen sehen San Miguell als Tor vor dem Himmel, also vor dem Tod und möchten wohl hier sterben. Heute Morgen im Café konnte ich mithören, wie ein 89 Jähriger alter Herr, der aber trotz seines Alters noch ziemlich rüstig war, seinen Tod vorbereitete. Ein ebenfalls älterer Herr schien ihm dabei zu helfen. Wie ich mitbekommen habe, sprachen sie vor allem über sein Testament und die Art seines Abscheidens, dennoch mit dem Gedanken, noch einige Jahre hier zu leben. Ich denke, hier seine letzte Stunden zu verbringen, ist eine gute Überlegung wert. Ich habe heute Morgen mit einem ebenfalls etwas älteren Herrn aus Kalifornien gesprochen. Zufällig bin ich ihm über den Weg gelaufen. Einige Fragen waren auf meiner Zunge, die ich unbedingt beantwortet haben wollte. Auf meine Frage, wieso genau San Miguell, wieso nicht die USA und was den hier verschieden sei zu anderen Orten vernahm ich von ihm, dass es hier rund 320 Tage schön Wetter ist, ausser den Feuerwerken an Festtagen sehr ruhig und viel billiger als die USA ist. Er wohne seit sieben Jahren hier und möchte hier seinen Lebensabend verbringen. Spanisch könne er nicht gut. Dies sei auch nicht nötig, da die Personen, mit welchen er verkehre, englisch sprechen. So denken wohl viele weitere Rentner hier, was ich ziemlich bedenklich finde. Mal schauen ob es hier auch junge Leute gibt. Heute Abend werde ich mich ein wenig ins Nachtleben mischen. Bin ja mal gespannt.

Mädchen, Mädchen, Mädchen

Im letzten Blog erwähnte ich meine Magenschmerzen. Diese haben sich etwas beruhigt und sind wieder gekommen, mal deftiger, mal weniger deftig. Mittlerweile denke ich wirklich, es liegt an dem scharfen essen. Ich versuche nun, etwas weniger scharf zu essen, obwohl ich es sehr gerne habe. Der letzte Abend in Puebla kam und ich stellte mich auf einen ruhigen Abend ein und wollte etwas entspannen. Zusätzlich erhoffte ich mir, das Mädchen aus Monterrey, welches ich kennengelernt habe, noch einmal zu sehen. Ein wunderschönes Mädchen, welches in Puebla einen Kurs besucht. Dann tauchte Daniel aus Quebec auf und fragte mich, ob ich noch ein Bier trinken möchte mit ihm. Ich sagte nicht nein und wir entschlossen uns, ein Bier zu trinken. Ein Blick an den nächsten Tisch und wir vernahmen, dass wir im Himmel gelandet sind. Rund zwanzig Mädchen, eine schöner als die andere, sassen neben uns. Wir kamen mit einigen Mädchen ins Gespräch. Sie feierten ihren letzten Kurstag in Puebla. Die Stimmung wurde dank den Bieren und der Musik immer besser. Männer kamen keine mehr. So tanzte ich vor allem mit einem Mädchen sehr viel Salsa. Ja, ich kann es inzwischen...vielen Dank an das Team des Tanzkurses, welchen ich in der Schweiz besucht habe. Ich konnte inzwischen den gelernten Discofox in Salsa umwandeln. Daniel hatte keine Lust zu tanzen, so war ich das einzige männliche Geschöpf, welches inmitten vieler Mädchen Salsa tanzte. Ja, ich muss zugeben, ich war sehr stolz auf mich, mein Smile brachte ich kaum mehr vom Gesicht.

Einen Tag später kehrte ich nach Mexico zurück. Intensive Tage und Partynächte folgten. Am Freitag mit meinen Freunden und Freundinnen aus Mexico. Diese Nacht schien und schien nicht zu enden. Sie endete Morgens um halb neun bei der Heimfahrt zu meinem Hostel. Die Polizei hatte uns angehalten. Mein Freund, welcher das Auto fuhr, war ziemlich betrunken und hatte Angst, ins Gefängnis zu wandern. Es war wieder schmieren angesagt. So klappte es auch dieses Mal und wir kamen ohne Strafe davon. Schmieren sei Dank...Ich wünschte mir, das wäre in der Schweiz auch möglich. Trotz der Tatsache, dass die Polizei hier ziemlich korrupt ist und wohl nicht sehr viel Ahnung hat, mag ich sie mehr, als die Schweizer Polizei. Sie sind stets hilfsbereit und freundlich. Die Polizei in der Schweiz kenne ich nur als unfreundlich, arrogant und rechthaberisch. Entschuldigung an alle Leser, welche eventuell bei der Polizei in der Schweiz arbeiten. Wenn man von der Schweizer Polizei Hilfe benötigt, erscheinen sie nicht. Bei Verkehrskontrollen, Nachtruhekontrollen und sonstigen unnötigen Dingen sind sie aber sehr gut.

In den nächsten dreiTagen bannte sich wieder ähnliches wie damals mit Bere an. Ich habe ein Mädchen in einer Bar kennengelernt. Wir unterhielten uns super und hatten es sehr lustig zusammen. Sie wollte unbedingt ein weiteres Date mit mir. Ich sagte zu und wir traffen uns ein zweites Mal. Wir traffen uns in einem schönen Park und genossen die Idylle und Romantik des Parkes. Sie möchte mich unbedingt wieder treffen. Ich selbst habe mir die Sache noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Es ist echt nicht gut, sich beim Reisen zu verlieben und ich möchte nicht schon wieder das gleiche wie mit Bere erleben. Da ich aber sowiso den Tag darauf weitergereist bin, hat sich diese Angelegenheit erledigt. Vielleicht sehe ich sie eines Tages wieder...doch zur Zeit möchte ich frei wie ein Vogel sein!