Die Zeit vergeht schnell. Beim letzten Blogeintrag war ich noch in Guadalajara, Mexico. Heute befinde ich mich in St. Augustine, USA. Viel habe ich inzwischen erlebt. Die Fahrt mit Pedro und Marco von Guadalajara nach Manzanillo, Puerto Vallarta und Sayulita, surfen in Sayulita, die Rückreise nach Mexico City, Ankunft und Wiedersehen meiner Freunde Mischi und Huebi in Miami, die grosse Enttäuschung Miami, die Ausflüge nach Key West und die Everglades und nicht zuletzt der Spontanausflug nach Orlando. Nun habe ich meine Freunde wieder verlassen und befinde mich auf der Rückreise durch die USA nach Mexico. Nach fast vier Monaten Mexico muss ich sagen, ich vermisse dieses Land sehr und möchte so schnell wie möglich wieder zurück sein. Trotzdem möchte ich nicht in das Flugzeug steigen und zurückfliegen. Es reizt mich, noch einige markante Städte und Orte der USA zu sehen und möchte darum den Trip so durchführen, wie ich es geplant habe. Doch nun zuerst einige Auszüge aus den letzten Tagen...
Die letzten Tage in Guadalajara waren anstrengend und eine ziemliche Tortur für die Leber. Vor allem der weitere Ausflug nach Fiestas de Octubre. Wir wollten eigentlich eine sehr bekannte Musikgruppe genannt Molotov sehen. Aus Spargründen haben wir bereits im Hostel viel Rum und Tequila getrunken. Aus alten Erfahrungen wusste ich, Tequila tut mir nicht gut. Dennoch trank ich mit. Wir hatten es sehr lustig und die Stimmung war ausgelassen. Nicolas aus Chile, der seine Reise von den USA nach Chile mit dem Motorrad macht, war ebenfalls dabei. Als wir dann bei dem Festgelände etwas sehr fest verspätet ankamen, war der Auftritt von Molotov bereits beendet. So stürzten wir uns ins Bier. Auf einer Achterbahn habe ich noch ein Mädchen kennengelernt. Die anderen haben mir gesagt, sie sei sehr schön gewesen, ich kann mich aber leider kaum noch erinnern. Dies sind die bekannten Auswirkungen vom Tequila. Ich sollte in Zukunft die Finger davon lassen.
Traumstrand Sayulita
In den nächsten Tagen fuhren wir mit dem Pick-up Truck von Pedro nach Manzanillo. Seine Eltern haben dort eine Ferienwohnung. Wir haben uns dort ein wenig von den letzten Tagen in Guadalajara erholt und gingen nicht gross aus. Wir haben das Meer genossen, probierten ein wenig Seafood und machten uns nach einer Nacht bereits wieder auf Richtung Puerto Vallarta. Puerto Vallarta ist bekannt als Partyort und, was wir nicht in diesem Ausmass erwartet hätten, bekannt für die Gayszene. Unser Hostel war mitten in dieser Zone. Der Ort gefiel mir überhaupt nicht. Zu viele dicke und hässliche Amerikaner waren in den Strassen Puerto Vallartas zu sehen. Dazu kamen all die Schwulen, welche von mir aus gesehen diesen eigentlich schönen Ort eingenommen haben. Ich habe nichts gegen Schwule, wenn sich diese nicht als Schwule zu erkennen geben. Es kann schlussendlich niemand etwas dafür, dass er so ist. Aber dieses tuntenhafte Getue, wie es sehr viele Schwule pflegen, geht mir doch etwas zu weit. Solche gibt es an diesem Ort sehr viel. So verliessen wir Puerto Vallarta nach bereits einer Nacht. Nächstes Ziel war Sayulita. Marco und Pedro versprachen mir, dass sie mir surfen beibringen werden. Als wir in Sayulita ankamen, dachte ich, ich sei im Paradies gelandet. Ein kleiner, wunderschöner Surferort lag vor mir. Genau so wie ich ihn mir in den Träumen vorgestellt habe. Man kann diesen Ort fast nicht in Worte fassen. Am Abend traffen sich dort alle Surfer, Hippies und Backpacker in einer Bar am Strand. Aus den Lautsprechern kam Reggea, Cumbia und Salsa Musik. Das Bier war billig und die Stimmung super. Es war der perfekte Ort, um neue Leute kennenzulernen, zu tanzen und Spass zu haben. Ich liebe diese völlig unkomplizierte Art, in den Ausgang zu gehen. Hoffentlich finde ich noch viele dieser Orte. Die nächsten zwei Tage verbrachte ich mit surfen. Ich habe sehr viel gelernt und habe es geschafft, zwischendurch einige Sekunden auf dem Surfbrett zu stehen und mit der Welle mitzureiten. Ich war überglücklich und habe eine neue Leidenschaft gefunden. Bestimmt werde ich noch einige dieser Orte aufsuchen.
Wiedersehen in Miami
Dann kam der lange Weg von Sayulita nach Miami. Zuerst sieben Stunden mit dem Auto nach Guadalajara, dann mit dem Bus fünf Stunden nach Mexico und dann per Flugzeug nach Miami. Welcome to Miami, ich war also dort. Aus Filmen und der Fernsehserie CSI Miami kannte ich den Ort bereits ein wenig. Zuerst ging ich ins Hostel. Eine unfreundliche Dame nahm meine Personalien auf und zeigte mir das Zimmer. Der Vibe des Hostels war bereits etwas speziell. Das Hostel soll eines der zehn besten Partyhostels der Welt sein. Mir gefiel das Hostel überhaupt nicht. Die Hostelgäste waren vor allem hochnäsige Partytouristen welche vor allem teure Clubs besuchen wollten. Es war dementsprechend laut, das Rezeptionspersonal unfreundlich und die Gäste sehr beschränkt. Ich vermisste sehr schnell die sehr guten und von Backpackern besuchten Hostels von Mexico. Eine neue Welt öffnete sich. Dies bemerkte ich auch schnell, als ich in den Strassen Miamis lief. Viele Reiche, welche mit ihren Autos umherprotzten, waren in den Strassen zu sehen. Die Mädchen alle sehr hochnäsig und man konnte ihre Dummheit bereits von weitem sehen. Ich war aber hauptsächlich in Miami, um meine Freunde Mischi und Huebi zu treffen. In ihrem Hotel habe ich sie dann angetroffen. Ich war überglücklich. Es war überhaupt nicht einfach, nach so langer Zeit wieder Schweizerdeutsch zu sprechen. Es gab von beiden Seiten her viel zu erzählen.
In den nächsten Tagen mieteten wir ein Auto, um die Ausflugsziele um Miami besser zu erreichen. Wir gingen zuerst in die Everglades und sahen sehr viele Alligatoren. Leider hatten wir in den nächsten Tagen kein Glück mit dem Wetter. Oder vielleicht kann man sagen, hatten wir Glück, dass uns der Hurrikan Sandy nicht mehr getroffen hat. Ausser viel Wasser in den Strassen, der ständige Wind und zwischendurch Regen hat uns der Hurrikan verschont. In den Ausgang gingen wir nicht viel. Mein Portemonnaie wurde so etwas geschont. Ein Bier kostete schnell gegen zehn Dollar. Ziemlich übertrieben. Ich denke, für Personen mit einem grossen Budget kann der Ausgang in Miami super sein. Clubeintritte kosten schnell gegen fünfzig Dollar. So nahmen wir die Abende meist gemütlich. Wir wurden irgendwie vom Pech verfolgt. Zuerst der Hurrikan, dann der Ausflug nach Orlando. Wir wollten ursprünglich nur nach Cape Canaveral. Viel zu spät fuhren wir ab. Als wir dort angekommen waren, waren sie gerade dabei, den Kennedy Space Center Park zu schliessen. Fünf Stunden Fahrt für nichts. Huebi und ich wollten darum eine Nacht in Orlando verbringen, was Mischi zuerst gar nicht gefiel. Wir hatten nichts dabei für eine Übernachtung. Für mich als Backpacker war eine solche Aktion kein grosses Problem. Wir machten das Beste daraus und übernachteten in Orlando. Am nächsten Tag besuchten wir Walt Disney. Der Park war langweilig und vor allem für Kinder gedacht. Dies wussten wir nicht. Wieder ein Reinfall. Die grösste Attraktion waren all die übergewichtigen Leute, welche den Park besucht haben. Es war ein ziemlich scheusslicher Anblick. Wenn ich hier sage, übergewichtig, dann ist es nicht nur ein dicker Bauch, wie man es aus der Schweiz kennt. Einige Personen können nicht einmal mehr laufen. Ich denke, einige wiegen gegen zweihundert oder mehr Kilo. Der Tag verging und wir gingen zurück nach Miami. Wie jedes Mal, wenn wir nach Miami gingen, verfuhren wir uns wieder. Es war überhaupt nicht einfach, sich in den Strassen Miamis zurechtzufinden.
Es folgte ein Tag in einem Outlet Mall. Für mich war es dort gar nicht lustig. Ohne Budget für viele Kleider war es dort ziemlich langweilig. Der Mall war so gross, dass wir uns sehr oft suchen mussten. Der beste Ausflug folgte am nächsten Tag nach Key West. Dies war ein sehr schöner Ort. So vergingen die Tage mit meinen Freunden und ich machte mich bereits wieder auf die Weiterreise. Ich ziehe nun ein Fazit aus meiner Reise nach Miami. Es hat sich sehr gelohnt, meine Freunde Mischi und Huebi zu besuchen. Wir haben viel gelacht und hatten uns viel zu erzählen. Es war eine super Zeit mit ihnen und ich freue mich, sie in einigen Monaten wieder zu sehen. Miami selbst werde ich nicht wieder besuchen. Zu viele Snobs und unfreundliche Personen dominieren diese Stadt und die Preise für Ausgang, Essen, usw. sind viel zu hoch. Am meisten kann ich die Ausflüge in die Everglades und Key West empfehlen.
Nun befinde ich mich in St. Augustine. Ich werde die Halloweennacht noch hier verbringen und werde dann weiterreisen, wohin, weiss ich noch nicht...
Mittwoch, 31. Oktober 2012
Montag, 15. Oktober 2012
Studentenstadt Guanajuato / Wiedersehen in Guadalajara
Studentenstadt Guanajuato
Nach San Miguell de Allende wollte ich einige Tage in Guanajuato verbringen. Guanajuato ist eine wunderschöne mexicanische Stadt, wie man sie aus dem Bilderbuch kennt. Viele Studenten und Studentinnen studieren in Guanajuato. Dementsprechend hat es auch viele Bars und Parks für junge Leute. Was ich nicht wusste war, dass in diesen Tagen ein Festival in den Strassen von Guanajuato war. Dort angekommen war ich ziemlich überrascht von den vielen Menschen in den Strassen. Die Suche nach dem Hostel war auch nicht ganz einfach. Vor allem mit meinem Rucksack war es ziemlich mühsam, den Weg durch die Menschenmenge zu finden. Er wiegt ungefähr fünfundzwanzig Kilo. Nach rund einer Stunde Marsch durch die vielen Menschen habe ich ein Hostel gefunden. Das Tragen meines Rucksacks ersetzt die Stunden in dem Fitnesscenter, was nicht allzu schlecht ist wenn man bedenke, dass ich keine Möglichkeit habe, Sport zu treiben. Der nächste Schreck kam schnell. Die Nacht von Donnerstag auf Freitag war noch im Budget, aber aufs Wochenende hin verdreifachte sich der Preis der Übernachtung. So entschied ich mich, nur eine Nacht in Guanajuato zu verbringen. Ich nahm mir vor, möglichst viel in kurzer Zeit der Stadt zu sehen und am Abend einige Konzerte zu geniessen und dann eine billige Studentenbar aufzusuchen. So geschah es auch. Die Fotos geschossen, die Konzerte angesehen, machte ich mich auf die Suche nach einer Bar. Was ich nicht verstehen konnte war die Tatsache, dass es keine einzige Bar, keinen einzigen Getränkestand oder sonstiges in den Strassen hatte. In der Schweiz wird bei solchen Festivals wie zum Beispiel das Luzerner Stadtfest oder ähnlichen Veranstaltungen ziemlich viel getrunken und gefeiert. Dies gefällt mir sehr. Darum die kleine Enttäuschung über die nüchterne Veranstaltung in Guanajuato. Die Stimmung war trotzdem gut und einzigartig. Speziell zu erwähnen ist, dass die Schweiz, Österreich und Polen die Gastländer an dem diesjähren Festival sind. So konnte man viel Werbung aus der Schweiz sehen. Bilder von den verschneiten Bergen, von Skifahrern, von Raclette und Fondue, Rohfleisch, den Städten Luzern, Bern, Zürich, usw. und traditionellen Festen. Ein wenig Sehnsucht nach der Heimat kam auf...
Die Nächte, bei denen man nicht viel erwartet, sich an eine Bar setzt, einige Biere trinkt, einige Smalltalks führt und abwartet, werden meist am Schluss am lustigsten. So lernte ich einige Studenten und Studentinnen kennen. Vor allem mit der einen Studentin verstand ich mich sehr gut. Schnell bemerkte ich, dass ihr IQ einiges höher war, als meiner. Sie studiert Astronomie in Guanajuato, war zweiundzwanig Jahre alt und super hübsch, machte aber dennoch einen sehr prüden und ruhigen Eindruck. Sie wusste sehr viel über das Cern in Genf. So wie ich es verstanden habe, suchen sie dort irgendwelche schwarze Löcher. Von der Schweiz her weiss ich nur, dass es ziemlich viel von unseren Steuergeldern frisst. So vergingen die Stunden mit Gesprächen und lustiger Stimmung in der Bar. Danach folgten weitere Biere in diversen Bars. Um etwa drei Uhr war Afterhour Salsadancing angesagt. Ein weiteres Mal konnte ich meine Salsakünste in Beweis stellen und schwang mein Tanzbein mit der Studentin aus der Bar. Man kam sich näher und näher...
Wiedersehen in Guadalajara
Der Zufall kam und Pedro, den ich von Oaxaca her kenne, fragte mich, ob ich nach Guadalajara kommen möchte, da es einiges billiger sei, als Guanajuato. Ich nahm den nächsten Bus nach Guadalajara. Oft versuche ich, meine Spanischkenntnisse in den Bussen zu verbessern, indem ich mit meinem Sitzpartner oder meiner Sitzpartnerin spreche. Lieber Leser, liebe Leserin, ich habe noch nie eine so wunderschöne Frau gesehen, geschweige denn mit ihr gesprochen, wie in diesem Bus. Viele haben mir bereits vor meiner Reise nach Guadalajara gesagt, die Frauen hier sollen die schönsten Mexicos sein. Diese junge Dame war dem Klischee entsprechend und übertraf jede Miss Schweiz weitaus. Einfach wunderschön und sie wirkte nicht eingeschnappt oder hochnäsig. Nein, das pure Gegenteil. Als würde sie gar nicht bemerken, dass sie so wunderschön war.Wir unterhielten uns rund drei Stunden in spanisch und hatten es sehr lustig. Ich traf in Guadalajara ein und suchte das Hostel, in dem Pedro seit einigen Tagen war. Ich verstaute meine Dinge und betrachtete ein wenig das Hostel. Der erste Eindruck war gut. Allgemein sind die Hostels sehr schön in Mexico. Ich habe selten was zu beklagen.
In der ersten Nacht machten wir einige lokale Bars unsicher. Guadalajara hat sehr viel zu bieten. Zum einen die vielen kleinen Bars mit billigen Bieren und zum anderen hat es viele teure Clubs und Restaurants. Als Backpacker besuchen wir aber stets die lokale und Bars, die etwas billiger sind. Meist sind dort auch viele Einheimische anzutreffen. Clubs mit hohen Eintrittspreisen und teuren Getränken meiden wir stets. Die Nacht verging und der nächste Tag folgte. Ziel, neue Kamera kaufen. Bei meiner Kamera versagte leider der Zoom und manchmal lässt sie sich nicht mehr an- oder ausschalten. Eine neue Kamera musste her. Wäre ja schade, die Reise ohne funktionierende Kamera fortzusetzen. Ich entschied mich für eine Nikon. Mit den vielen Discounts war sie nicht sehr teuer. Die nächsten Fotos werden von meiner neuen Kamera kommen. Mit den Effekten, die die neue Kamera hat, kann ich neue Dinge ausprobieren, mal schauen ob es klappt.
Am späteren Nachmittag besuchten wir eine Art Landwirtschaftsmesse. Es war ein wenig ein Mix aus Oktoberfest, OLMA, Stierenmarkt und Fasnacht. Es hatte viele Farmer, die ihre Tiere zur Schau stellten, Rodeos, Pferdetanzconteste, Essensstände, Bars und Hallen, die sich in Tanz und Trinklokale verwandelten. Ohne Sombrero und Schnauz gehörte man zur Minderheit. Bandamusik war überall in den Strassen zu hören. Dies ist eine Art Guggenmusik, welche vor allem traditionelle mexicanische Musik spielt. Die Stimmung war super und ausgelassen. Der Taxifahrer warnte uns von den Personen aus den Kartellen. Man sollte nicht mit jeder Person sprechen und vor allem die sehr gut aussehenden Frauen meiden. Oft gehören sie zu den Personen aus den Kartellen. Diese sind vor allem Farmer, welche ausserhalb der Stadt die Mafia und Drogenbosse beschützen. Wenn es sein muss mit Waffengewalt, wie man es oft aus den Medien erfährt. Sie seien jedoch harmlos, wenn man sie einfach in Ruhe lässt und nichts provoziert.
Wir werden noch einige Tage in Guadalajara verbringen und suchen und danach einen schönen Strand. Pedro und Marco, den ich auch aus Oaxaca kenne und seit zweieinhalb Jahr mit dem Motorfahrrad herumreist, möchten ein wenig surfen gehen. Eventuell werde ich es auch versuchen. In einer Woche werde ich bereits nach Miami fliegen. Völlig neue und lustige Geschichten werden folgen, da bin ich mir ganz sicher.
Mittwoch, 10. Oktober 2012
Rentnerparadies San Miguell / Mädchen Mädchen Mädchen
Rentnerparadies San Miguell de Allende
Soeben bin ich vom Mittagessen zurückgekommen. Gegessen habe ich eine Torta. Tortas sind ähnlich wie Sandwichs, nur viel besser. Es gibt sie in allen Variationen. Fleisch ist ein wichtiger Bestandteil einer Torta. Zusätzlich hat es meist Salat, Avocado und Zwiebeln drin. Über den Mittag esse ich ziemlich oft eine Torta, da sie ziemlich billig sind, sehr fein und schnell zubereitet. Heute schmeckte meine Torta noch viel besser, da das Mädchen, welche die Torta servierte, wunderschön war und immer wieder ein Augenzwinkern für mich übrig hatte. Mein Gott, ich träume jetzt noch von ihren kugelrunden schwarzen Augen. Vor lauter Torta hätte ich fast vergessen zu erwähnen, wo ich zur Zeit bin. Das kleine, überschaubare und sehr gepflegte Städtchen heisst San Miguell de Allende. Wenn man bei einer Stadt oder einem Ort von einem Paradies sprechen kann, dann ist es hier soweit. Ich bin buchstäblich in einem paradiesischen Städtchen gelandet. Die Strassen sauber, die Architektur und Vielfalt der verschiedenen Häuser umwerfend und das Klima perfekt. Rund 28 Grad, also nicht zu heiss und nicht zu kalt. Viele kleine Restaurants, Kunstgallerien, Boutiquen, Lädelchen, Cafés und sehr speziell schöne Kirchen zieren das Bild des Städtchens. San Miguell de Allende ist ein Paradies für Rentner aus den vereinigten Staaten. Rentner, richtig gehört. Ich fühle mich hier ziemlich jung. In den Strassen, Gassen und Restaurants verkehren hauptsächlich Rentner. Viele von ihnen sehen San Miguell als Tor vor dem Himmel, also vor dem Tod und möchten wohl hier sterben. Heute Morgen im Café konnte ich mithören, wie ein 89 Jähriger alter Herr, der aber trotz seines Alters noch ziemlich rüstig war, seinen Tod vorbereitete. Ein ebenfalls älterer Herr schien ihm dabei zu helfen. Wie ich mitbekommen habe, sprachen sie vor allem über sein Testament und die Art seines Abscheidens, dennoch mit dem Gedanken, noch einige Jahre hier zu leben. Ich denke, hier seine letzte Stunden zu verbringen, ist eine gute Überlegung wert. Ich habe heute Morgen mit einem ebenfalls etwas älteren Herrn aus Kalifornien gesprochen. Zufällig bin ich ihm über den Weg gelaufen. Einige Fragen waren auf meiner Zunge, die ich unbedingt beantwortet haben wollte. Auf meine Frage, wieso genau San Miguell, wieso nicht die USA und was den hier verschieden sei zu anderen Orten vernahm ich von ihm, dass es hier rund 320 Tage schön Wetter ist, ausser den Feuerwerken an Festtagen sehr ruhig und viel billiger als die USA ist. Er wohne seit sieben Jahren hier und möchte hier seinen Lebensabend verbringen. Spanisch könne er nicht gut. Dies sei auch nicht nötig, da die Personen, mit welchen er verkehre, englisch sprechen. So denken wohl viele weitere Rentner hier, was ich ziemlich bedenklich finde. Mal schauen ob es hier auch junge Leute gibt. Heute Abend werde ich mich ein wenig ins Nachtleben mischen. Bin ja mal gespannt.
Mädchen, Mädchen, Mädchen
Im letzten Blog erwähnte ich meine Magenschmerzen. Diese haben sich etwas beruhigt und sind wieder gekommen, mal deftiger, mal weniger deftig. Mittlerweile denke ich wirklich, es liegt an dem scharfen essen. Ich versuche nun, etwas weniger scharf zu essen, obwohl ich es sehr gerne habe. Der letzte Abend in Puebla kam und ich stellte mich auf einen ruhigen Abend ein und wollte etwas entspannen. Zusätzlich erhoffte ich mir, das Mädchen aus Monterrey, welches ich kennengelernt habe, noch einmal zu sehen. Ein wunderschönes Mädchen, welches in Puebla einen Kurs besucht. Dann tauchte Daniel aus Quebec auf und fragte mich, ob ich noch ein Bier trinken möchte mit ihm. Ich sagte nicht nein und wir entschlossen uns, ein Bier zu trinken. Ein Blick an den nächsten Tisch und wir vernahmen, dass wir im Himmel gelandet sind. Rund zwanzig Mädchen, eine schöner als die andere, sassen neben uns. Wir kamen mit einigen Mädchen ins Gespräch. Sie feierten ihren letzten Kurstag in Puebla. Die Stimmung wurde dank den Bieren und der Musik immer besser. Männer kamen keine mehr. So tanzte ich vor allem mit einem Mädchen sehr viel Salsa. Ja, ich kann es inzwischen...vielen Dank an das Team des Tanzkurses, welchen ich in der Schweiz besucht habe. Ich konnte inzwischen den gelernten Discofox in Salsa umwandeln. Daniel hatte keine Lust zu tanzen, so war ich das einzige männliche Geschöpf, welches inmitten vieler Mädchen Salsa tanzte. Ja, ich muss zugeben, ich war sehr stolz auf mich, mein Smile brachte ich kaum mehr vom Gesicht.
Einen Tag später kehrte ich nach Mexico zurück. Intensive Tage und Partynächte folgten. Am Freitag mit meinen Freunden und Freundinnen aus Mexico. Diese Nacht schien und schien nicht zu enden. Sie endete Morgens um halb neun bei der Heimfahrt zu meinem Hostel. Die Polizei hatte uns angehalten. Mein Freund, welcher das Auto fuhr, war ziemlich betrunken und hatte Angst, ins Gefängnis zu wandern. Es war wieder schmieren angesagt. So klappte es auch dieses Mal und wir kamen ohne Strafe davon. Schmieren sei Dank...Ich wünschte mir, das wäre in der Schweiz auch möglich. Trotz der Tatsache, dass die Polizei hier ziemlich korrupt ist und wohl nicht sehr viel Ahnung hat, mag ich sie mehr, als die Schweizer Polizei. Sie sind stets hilfsbereit und freundlich. Die Polizei in der Schweiz kenne ich nur als unfreundlich, arrogant und rechthaberisch. Entschuldigung an alle Leser, welche eventuell bei der Polizei in der Schweiz arbeiten. Wenn man von der Schweizer Polizei Hilfe benötigt, erscheinen sie nicht. Bei Verkehrskontrollen, Nachtruhekontrollen und sonstigen unnötigen Dingen sind sie aber sehr gut.
In den nächsten dreiTagen bannte sich wieder ähnliches wie damals mit Bere an. Ich habe ein Mädchen in einer Bar kennengelernt. Wir unterhielten uns super und hatten es sehr lustig zusammen. Sie wollte unbedingt ein weiteres Date mit mir. Ich sagte zu und wir traffen uns ein zweites Mal. Wir traffen uns in einem schönen Park und genossen die Idylle und Romantik des Parkes. Sie möchte mich unbedingt wieder treffen. Ich selbst habe mir die Sache noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Es ist echt nicht gut, sich beim Reisen zu verlieben und ich möchte nicht schon wieder das gleiche wie mit Bere erleben. Da ich aber sowiso den Tag darauf weitergereist bin, hat sich diese Angelegenheit erledigt. Vielleicht sehe ich sie eines Tages wieder...doch zur Zeit möchte ich frei wie ein Vogel sein!
Soeben bin ich vom Mittagessen zurückgekommen. Gegessen habe ich eine Torta. Tortas sind ähnlich wie Sandwichs, nur viel besser. Es gibt sie in allen Variationen. Fleisch ist ein wichtiger Bestandteil einer Torta. Zusätzlich hat es meist Salat, Avocado und Zwiebeln drin. Über den Mittag esse ich ziemlich oft eine Torta, da sie ziemlich billig sind, sehr fein und schnell zubereitet. Heute schmeckte meine Torta noch viel besser, da das Mädchen, welche die Torta servierte, wunderschön war und immer wieder ein Augenzwinkern für mich übrig hatte. Mein Gott, ich träume jetzt noch von ihren kugelrunden schwarzen Augen. Vor lauter Torta hätte ich fast vergessen zu erwähnen, wo ich zur Zeit bin. Das kleine, überschaubare und sehr gepflegte Städtchen heisst San Miguell de Allende. Wenn man bei einer Stadt oder einem Ort von einem Paradies sprechen kann, dann ist es hier soweit. Ich bin buchstäblich in einem paradiesischen Städtchen gelandet. Die Strassen sauber, die Architektur und Vielfalt der verschiedenen Häuser umwerfend und das Klima perfekt. Rund 28 Grad, also nicht zu heiss und nicht zu kalt. Viele kleine Restaurants, Kunstgallerien, Boutiquen, Lädelchen, Cafés und sehr speziell schöne Kirchen zieren das Bild des Städtchens. San Miguell de Allende ist ein Paradies für Rentner aus den vereinigten Staaten. Rentner, richtig gehört. Ich fühle mich hier ziemlich jung. In den Strassen, Gassen und Restaurants verkehren hauptsächlich Rentner. Viele von ihnen sehen San Miguell als Tor vor dem Himmel, also vor dem Tod und möchten wohl hier sterben. Heute Morgen im Café konnte ich mithören, wie ein 89 Jähriger alter Herr, der aber trotz seines Alters noch ziemlich rüstig war, seinen Tod vorbereitete. Ein ebenfalls älterer Herr schien ihm dabei zu helfen. Wie ich mitbekommen habe, sprachen sie vor allem über sein Testament und die Art seines Abscheidens, dennoch mit dem Gedanken, noch einige Jahre hier zu leben. Ich denke, hier seine letzte Stunden zu verbringen, ist eine gute Überlegung wert. Ich habe heute Morgen mit einem ebenfalls etwas älteren Herrn aus Kalifornien gesprochen. Zufällig bin ich ihm über den Weg gelaufen. Einige Fragen waren auf meiner Zunge, die ich unbedingt beantwortet haben wollte. Auf meine Frage, wieso genau San Miguell, wieso nicht die USA und was den hier verschieden sei zu anderen Orten vernahm ich von ihm, dass es hier rund 320 Tage schön Wetter ist, ausser den Feuerwerken an Festtagen sehr ruhig und viel billiger als die USA ist. Er wohne seit sieben Jahren hier und möchte hier seinen Lebensabend verbringen. Spanisch könne er nicht gut. Dies sei auch nicht nötig, da die Personen, mit welchen er verkehre, englisch sprechen. So denken wohl viele weitere Rentner hier, was ich ziemlich bedenklich finde. Mal schauen ob es hier auch junge Leute gibt. Heute Abend werde ich mich ein wenig ins Nachtleben mischen. Bin ja mal gespannt.
Mädchen, Mädchen, Mädchen
Im letzten Blog erwähnte ich meine Magenschmerzen. Diese haben sich etwas beruhigt und sind wieder gekommen, mal deftiger, mal weniger deftig. Mittlerweile denke ich wirklich, es liegt an dem scharfen essen. Ich versuche nun, etwas weniger scharf zu essen, obwohl ich es sehr gerne habe. Der letzte Abend in Puebla kam und ich stellte mich auf einen ruhigen Abend ein und wollte etwas entspannen. Zusätzlich erhoffte ich mir, das Mädchen aus Monterrey, welches ich kennengelernt habe, noch einmal zu sehen. Ein wunderschönes Mädchen, welches in Puebla einen Kurs besucht. Dann tauchte Daniel aus Quebec auf und fragte mich, ob ich noch ein Bier trinken möchte mit ihm. Ich sagte nicht nein und wir entschlossen uns, ein Bier zu trinken. Ein Blick an den nächsten Tisch und wir vernahmen, dass wir im Himmel gelandet sind. Rund zwanzig Mädchen, eine schöner als die andere, sassen neben uns. Wir kamen mit einigen Mädchen ins Gespräch. Sie feierten ihren letzten Kurstag in Puebla. Die Stimmung wurde dank den Bieren und der Musik immer besser. Männer kamen keine mehr. So tanzte ich vor allem mit einem Mädchen sehr viel Salsa. Ja, ich kann es inzwischen...vielen Dank an das Team des Tanzkurses, welchen ich in der Schweiz besucht habe. Ich konnte inzwischen den gelernten Discofox in Salsa umwandeln. Daniel hatte keine Lust zu tanzen, so war ich das einzige männliche Geschöpf, welches inmitten vieler Mädchen Salsa tanzte. Ja, ich muss zugeben, ich war sehr stolz auf mich, mein Smile brachte ich kaum mehr vom Gesicht.
Einen Tag später kehrte ich nach Mexico zurück. Intensive Tage und Partynächte folgten. Am Freitag mit meinen Freunden und Freundinnen aus Mexico. Diese Nacht schien und schien nicht zu enden. Sie endete Morgens um halb neun bei der Heimfahrt zu meinem Hostel. Die Polizei hatte uns angehalten. Mein Freund, welcher das Auto fuhr, war ziemlich betrunken und hatte Angst, ins Gefängnis zu wandern. Es war wieder schmieren angesagt. So klappte es auch dieses Mal und wir kamen ohne Strafe davon. Schmieren sei Dank...Ich wünschte mir, das wäre in der Schweiz auch möglich. Trotz der Tatsache, dass die Polizei hier ziemlich korrupt ist und wohl nicht sehr viel Ahnung hat, mag ich sie mehr, als die Schweizer Polizei. Sie sind stets hilfsbereit und freundlich. Die Polizei in der Schweiz kenne ich nur als unfreundlich, arrogant und rechthaberisch. Entschuldigung an alle Leser, welche eventuell bei der Polizei in der Schweiz arbeiten. Wenn man von der Schweizer Polizei Hilfe benötigt, erscheinen sie nicht. Bei Verkehrskontrollen, Nachtruhekontrollen und sonstigen unnötigen Dingen sind sie aber sehr gut.
In den nächsten dreiTagen bannte sich wieder ähnliches wie damals mit Bere an. Ich habe ein Mädchen in einer Bar kennengelernt. Wir unterhielten uns super und hatten es sehr lustig zusammen. Sie wollte unbedingt ein weiteres Date mit mir. Ich sagte zu und wir traffen uns ein zweites Mal. Wir traffen uns in einem schönen Park und genossen die Idylle und Romantik des Parkes. Sie möchte mich unbedingt wieder treffen. Ich selbst habe mir die Sache noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Es ist echt nicht gut, sich beim Reisen zu verlieben und ich möchte nicht schon wieder das gleiche wie mit Bere erleben. Da ich aber sowiso den Tag darauf weitergereist bin, hat sich diese Angelegenheit erledigt. Vielleicht sehe ich sie eines Tages wieder...doch zur Zeit möchte ich frei wie ein Vogel sein!
Donnerstag, 4. Oktober 2012
Lustige Zeiten in Oaxaca und Puebla
Lustige Zeiten in Oaxaca und Puebla
Eine sehr spannende und lustige Woche neigt sich dem Ende zu. Ich habe viel erlebt und sehr lustige Leute kennengelernt. Nun bin ich im Hostel und bereite meine nächste Reise vor, checke mein Konto, lass meine Wäsche waschen und frage mich, wieso dass sich mein Magen seit rund einer Woche nicht mehr beruhigt. Inzwischen helfen meine Tabletten nicht mehr. Falls sich die Situation in den nächsten Tagen nicht ändert, werde ich mal einen Doktor aufsuchen. Eventuell habe ich etwas schlechtes eingefangen. Kann ja bekanntlich schnell vorkommen, wenn man auf Reisen ist.
In Oaxaca habe ich im Hostel Casa Angel, welches ich sehr empfehlen kann, sehr viele lustige Leute kennengelernt, mit denen ich rund eine Woche verbracht habe. Die meisten von ihnen sind wie ich alleine unterwegs. Kennengelernt haben sie sich entweder bereits in México oder dann in Puerto Escondido. Während den verschiedenen Aufenthalten in Hostels kommen immer wieder neue Personen dazu oder Wege trennen sich wieder. In Oaxaca schliesslich machten wir als ziemlich grosse Gruppe die Gassen unsicher. Unsere Heimatländer waren sehr verschieden. Australier, Israelis, ein Amerikaner, ein Engländer, ein Mexicaner und ich verbrachten die meiste Zeit in Oaxaca zusammen. Wir nahmen bei einer Tour teil, welche für mich ziemlich überteuert war. Neben den hohen Kosten der Tour selbst kamen immer Eintritte hinzu und das Essen mussten wir auch selbst bezahlen. Da wir aber eine sehr lustige Gruppe waren, spielten diese Kosten keine grosse Rolle.
Nach einigen Tagen trennten sich die Wege wieder. Die einen gingen weiter nach San Cristóbal und möchten dann in einigen Tagen nach Kuba gehen. Marco, ein Australier, welcher aber rund zehn Jahre in Deutschland zur Schule ging, Pedro, ein Mexicaner, ursprünglich von Guadalajara, arbeitet aber in Puerto Escondido als Barmann und ich gingen mit Pedros Auto nach Puebla. Marco reist seit rund zweieinhalb Jahren mit einem Motorrad in der Welt herum. Von Asien über Europa nach Südamerika. Er hatte sehr viele spannende Geschichten zu erzählen und hatte schon viel erlebt. Nun begleiten Pedro und ich ihn nach Puebla. Über die von Kaktussen übersähte Landschaft kamen wir dann nach rund vier Stunden Fahrt in Puebla an. Es war bereits später Abend. Am nächsten Tag machten wir mit dem Touribus eine Stadtrundfahrt. Es gibt Dinge, die sollte man einfach nicht tun, wenn man eine schwache Blase hat. So war es wohl ein Fehlentscheid, bei einer eineinhalbstündigen Fahrt Bier zu trinken. Ich dachte ich müsse sterben. Die Fahrt war leider ohne Halt. Dennoch hielt der Fahrer für mich und ich konnte mich entleeren.Mein Pech war, dass der Touribus weiterfuhr. Mit einem Schnellspurt hohlte ich ihn aber wieder ein.
Der Tag ist gekommen, wo sich die Wege wieder trennen. Pedro fuhr weiter nach Queretaro und wird später in Guadalajara seine Verwandten besuchen. Marco fuhr weiter nach México. Ihn werde ich vermutlich wieder treffen in México. Mein nächstes Ziel ist auch México. Als ich vorher wieder einmal mein Konto überprüfte, musste ich feststellen, dass es ziemlich blöd war, mein normales Bankkärtchen zu verlieren. Jedes Mal, wenn ich was abhebe, belastet mir die Kreditkartenfirma zehn Franken. Inzwischen ist es viel Geld, welches ich so verloren habe. Während meiner ganzen Reise habe ich viel Geld sozusagen in den Müll geworfen. Zuerst der Reinfall in Costa Rica wo ich am Schluss viel bezahlen musste, um zu entkommen, dann der frühere Rückflug nach México um mit Bere nach Acapulco zu fahren für eine Woche, was am Schluss dann auch nicht klappte. Jetzt weiss ich auch wieso sie wohl plötzlich arbeiten musste, naja, shit happens. Mich hats trotzdem sehr viel Geld gekostet. In Zukunft werde ich solche Dinge besser überlegen. Dennoch habe ich noch Geld, welches vermutlich noch bis April/Mai reichen sollte. Aber zuerst mal schauen, wie viel mich der USA Aufenthalt kostet.
Eine sehr spannende und lustige Woche neigt sich dem Ende zu. Ich habe viel erlebt und sehr lustige Leute kennengelernt. Nun bin ich im Hostel und bereite meine nächste Reise vor, checke mein Konto, lass meine Wäsche waschen und frage mich, wieso dass sich mein Magen seit rund einer Woche nicht mehr beruhigt. Inzwischen helfen meine Tabletten nicht mehr. Falls sich die Situation in den nächsten Tagen nicht ändert, werde ich mal einen Doktor aufsuchen. Eventuell habe ich etwas schlechtes eingefangen. Kann ja bekanntlich schnell vorkommen, wenn man auf Reisen ist.
In Oaxaca habe ich im Hostel Casa Angel, welches ich sehr empfehlen kann, sehr viele lustige Leute kennengelernt, mit denen ich rund eine Woche verbracht habe. Die meisten von ihnen sind wie ich alleine unterwegs. Kennengelernt haben sie sich entweder bereits in México oder dann in Puerto Escondido. Während den verschiedenen Aufenthalten in Hostels kommen immer wieder neue Personen dazu oder Wege trennen sich wieder. In Oaxaca schliesslich machten wir als ziemlich grosse Gruppe die Gassen unsicher. Unsere Heimatländer waren sehr verschieden. Australier, Israelis, ein Amerikaner, ein Engländer, ein Mexicaner und ich verbrachten die meiste Zeit in Oaxaca zusammen. Wir nahmen bei einer Tour teil, welche für mich ziemlich überteuert war. Neben den hohen Kosten der Tour selbst kamen immer Eintritte hinzu und das Essen mussten wir auch selbst bezahlen. Da wir aber eine sehr lustige Gruppe waren, spielten diese Kosten keine grosse Rolle.
Nach einigen Tagen trennten sich die Wege wieder. Die einen gingen weiter nach San Cristóbal und möchten dann in einigen Tagen nach Kuba gehen. Marco, ein Australier, welcher aber rund zehn Jahre in Deutschland zur Schule ging, Pedro, ein Mexicaner, ursprünglich von Guadalajara, arbeitet aber in Puerto Escondido als Barmann und ich gingen mit Pedros Auto nach Puebla. Marco reist seit rund zweieinhalb Jahren mit einem Motorrad in der Welt herum. Von Asien über Europa nach Südamerika. Er hatte sehr viele spannende Geschichten zu erzählen und hatte schon viel erlebt. Nun begleiten Pedro und ich ihn nach Puebla. Über die von Kaktussen übersähte Landschaft kamen wir dann nach rund vier Stunden Fahrt in Puebla an. Es war bereits später Abend. Am nächsten Tag machten wir mit dem Touribus eine Stadtrundfahrt. Es gibt Dinge, die sollte man einfach nicht tun, wenn man eine schwache Blase hat. So war es wohl ein Fehlentscheid, bei einer eineinhalbstündigen Fahrt Bier zu trinken. Ich dachte ich müsse sterben. Die Fahrt war leider ohne Halt. Dennoch hielt der Fahrer für mich und ich konnte mich entleeren.Mein Pech war, dass der Touribus weiterfuhr. Mit einem Schnellspurt hohlte ich ihn aber wieder ein.
Der Tag ist gekommen, wo sich die Wege wieder trennen. Pedro fuhr weiter nach Queretaro und wird später in Guadalajara seine Verwandten besuchen. Marco fuhr weiter nach México. Ihn werde ich vermutlich wieder treffen in México. Mein nächstes Ziel ist auch México. Als ich vorher wieder einmal mein Konto überprüfte, musste ich feststellen, dass es ziemlich blöd war, mein normales Bankkärtchen zu verlieren. Jedes Mal, wenn ich was abhebe, belastet mir die Kreditkartenfirma zehn Franken. Inzwischen ist es viel Geld, welches ich so verloren habe. Während meiner ganzen Reise habe ich viel Geld sozusagen in den Müll geworfen. Zuerst der Reinfall in Costa Rica wo ich am Schluss viel bezahlen musste, um zu entkommen, dann der frühere Rückflug nach México um mit Bere nach Acapulco zu fahren für eine Woche, was am Schluss dann auch nicht klappte. Jetzt weiss ich auch wieso sie wohl plötzlich arbeiten musste, naja, shit happens. Mich hats trotzdem sehr viel Geld gekostet. In Zukunft werde ich solche Dinge besser überlegen. Dennoch habe ich noch Geld, welches vermutlich noch bis April/Mai reichen sollte. Aber zuerst mal schauen, wie viel mich der USA Aufenthalt kostet.
Samstag, 29. September 2012
Puerto Arista / Schildkröteneier und Heiratsantrag
Puerto Arista
Schildkröteneier und Heiratsantrag
In den
letzten Tagen habe ich wieder einmal einiges Verrücktes erlebt. Ich kann wohl
an keinen Ort gehen, ohne nicht was Verrücktes zu erleben. Diesmal ging es von
Schildkröten essen, welche eigentlich verboten wären, über ehemalige
Drogendealer, dessen Geschichte ich kennenlernte, zu einem Heiratsantrag einer
Prostituierten, welchen ich erhalten habe.
Nach San
Cristóbal de las casas war mein nächstes Ziel Oaxaca. Jedoch wollte ich nicht
rund zwölf Stunden in einem Bus sitzen, um Oaxaca zu erreichen. Deshalb
informierte ich mich über irgendwelche Orte, welche dazwischen liegen. Während
dem Reisen informiere ich mich oft mit Lonelyplanet, einem Reiseverlag für
Reisende speziell auch mit kleinem Budget. Zusätzlich erfährt man mit
Lonelyplanet auch viele Orte, welche nicht zu touristisch sind oder etwas
abgelegen sind. So fand ich in diesem Buch den Ort Puerto Arista. Für mich noch
ein ziemlich unbekannter Ort. Nach Gesprächen mit Personen aus Chiapas war ich
mir dann sicher, den Ort zu besuchen. Er klang ziemlich überzeugend.
Der Ort war
nicht einfach zu erreichen. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von Tonalá aus
fand ich dennoch den Weg zu dem prophezeiten Paradies. Ich nächtigte in der
Hospedaje von Eduardo. Die Hospedaje war für die zweihundert Pesos, welche ich
bezahlt habe, keine schlechte Unterkunft. Zweihundert Pesos sind rund fünfzehn
Franken. Wasser funktionierte, Klobrille fehlte dennoch wieder. Vermutlich
suche ich auch bei den weiteren Orten vergebens eine Klobrille. Bereits
inspizierte ich ein wenig den Strand und den Ort. Ich war verwundert, wie
wenige Touristen den Weg nach Puerto Arista finden. Später erklärte mir Adrian,
der Chef eines Restaurants, dass die meisten Touristen an Semana Santa oder in
den Sommerferien kommen. Dennoch gäbe es immer wieder verirrte wie mich, welche
den Weg an diesen Ort fänden. Ich genoss einen super Meeresfrüchtesalat. An
Strandorten nütze ich jeweils die Gelegenheit, Meeresfrüchte oder Fische zu
essen. Später luden mich Adrian und seine Angestellten ein, etwas alte
Silvester Stallone Filme mit ihnen zu gucken. Ebenfalls anwesend war Davi, der
auch nach dem dritten Film nicht zu verstehen vermochte, dass es es sich nur um
einen Film handelte und nicht Realität war. Lag vermutlich an dem Cannabis,
welches er in ziemlich grossen Mengen rauchte. Der Abend ging vorbei und ich
legte mich schlafen. Vorher versprach mir Eduardo noch, am Tag darauf seine
hübschen Cousinen einzuladen. Na, dann freue ich mich doch…
Der nächste
Tag kam und ich beschloss mich auf einen Spaziergang am Strand. Dort winkte mir
bereits Adrian wieder zu. Ich trank mit ihm etwas Wasser mit frischgepressten
Zitronen. Er erzählte mir dabei ziemlich viele Geschichten über sich und über
Puerto Arista. Er sagte mir, in Europa sei er noch nie gewesen, nur in England.
Nachdem ich ihm erklärte, dass England ebenfalls zu Europa gehöre wollte ich
natürlich den Grund wissen, warum er in England war. Zuerst wollte er mir den
Grund nicht nennen. Später aber sagte er mir, er musste einen Gefallen für einen
alten Kollegen machen und reiste darum mit Drogendealern aus Mexico nach
England um dort eine Schiffsladung mit Drogen abzuliefern. Er sei aber seit
langer Zeit nicht mehr in solche Geschäfte involviert. Danach versprach er mir,
am Abend für mich Schildkrötenragout zu kochen. Zudem besorge er mir
Schildkröteneier, welche ich ebenfalls probieren könne. Diese seien sehr
delikat. Es sei normalerweise verboten, diese Speisen zuzubereiten, aber viele
Personen machen es trotzdem. Da er mich ein guter Typ finde, mache er dies für
mich.
So kam es.
Der Abend rückte näher und ich war bereit für den Gaumenschmaus. Das
Schildkrötenragout war ausgezeichnet. Es schmeckte ein wenig wie Rindfleisch,
etwas zäher und zwischendurch kam ein Hauch Fischgeschmack durch den Gaumen.
Falls sonst jemand mal die Gelegenheit dafür, unbedingt probieren, schmeckt
super. Die Eier hingegen hatte ich überhaupt nicht gerne. Sie waren beinahe
roh, wurden mit etwas Salz, Limone und Chilli gewürzt und dann so
ausgeschlürft. Für Adrian ein Festessen, ich hatte jedoch sehr viel Mühe das Ei
runterzubringen. Wie damals zuvor bei dem Hirn, welches ich gegessen hatte war
ich kurz davor, mich zu übergeben. Endlich, ich habe es geschafft. Ich konnte
es mit Bier runterspülen. Es schmeckte ziemlich fest nach Fisch, aber nach
einem ziemlich ätzenden Fisch und war wirklich nicht gut. Ich war danach jedoch
zu dumm um zu einem gekochten Ei nein zu sagen. So probierte ich auch dies,
wieder mit dem gleichen Effekt. Doch was auf den Teller kommt, isst man!
Einige Biere
später kam Eduardo angerannt. Seine Cousinen seien angekommen. Sie waren super
schön und schienen bereits bei der ersten Begrüssung auf mich abzufahren.
Fünfzig fünfzig war die Quote, dass sie Prostituierte waren, so mein Gedanke.
Ich kam mit der einen gut ins Gespräch, es wurde geflirtet und gelacht. Dann
wollte sie mir unbedingt Fotos von ihr zeigen. Es waren Fotos von ihr in allen
Posen und jedem möglichen Kleidungsstück, richtig gehört, jedem möglichen
Kleidungsstück. Der Verdacht erhärtete sich, dass sie eine Prostituierte seine
musste. Als sie mir dann ein Angebot machte, dass ich nur achthundert Pesos
bezahlen müsse, war es dann klar. Mein Budget ist nicht gross. Für eine
Übernachtung bezahle ich nicht mehr als fünfzehn bis zwanzig Franken, bei den Fahrten
schaue ich stets, zweite Klasse zu fahren und auch bei dem Essen spare ich,
eigentlich überall schaue ich aufs Geld. So liegen also keine achthundert Pesos
drin. Erst mal dies und dann mein Grundsatz, dass ich für die schönste
Nebensache der Welt nicht bezahle. So einfach sieht es aus und ich musste sie
enttäuschen. Trotzdem war es ein lustiger Abend, obwohl ich den Leuten dort
nicht ganz traute. Ich versteckte vorsichtshalber alle meine Wertsachen. Bevor
sie gingen, gestand mir die Prostituierte, dass sie sich in mich verliebt habe
und wollte unbedingt, dass ich bei ihr bleibe. Sie machte mir vor Ort einen
Heiratsantrag, um es zu verdeutlichen. Aiaiai, das ging ja wohl schnell. Meine
Entscheidung war jedoch einfach und verneinte. Zu Schade für sie, ich denke sie
wollte wohl später in die Schweiz mit mir. Sie wollte mich am nächsten Tag
unbedingt wieder sehen. Ich packte jedoch meine Siebensachen und trat am
nächsten Tag die Reise nach Oaxaca an.
Dienstag, 25. September 2012
Villahermosa / San Cristobal de las casas
Wochende in Villahermosa
Es weht ein kühler Wind auf der Veranda des Hostels, in dem ich mich einquartiert habe. Ich befinde mich zur Zeit in San Cristobal de las casas. Diese Stadt liegt rund 2100 Meter über Meer. Dementsprechend ist es kühl. Die kurzen Hosen welche ich heute Morgen angezogen habe, werde ich in den nächsten Minuten wechseln. Es ist definitiv zu kühl. San Cristobal de las casas ist mitten in Chiapas, einem Staat, welcher vor allem in den Hochgebirgen von den Mayas bewohnt wird. Es gibt in den Gebieten Chiapas auch noch viele Zapatistas, welche sich gegen die Regierung und die Modernisierung auflehnen. Das Städtchen ist berühmt für seine vielen Cafés und Bars. In den engen Gassen reihen sie sich aneinander. Wo es viele Touristen hat, hat es auch viele Hostels. Ich befinde mich nun in einem solchen. Die Stimmung in den Hostels ist meist super. Alle Personen sind sehr offen, erzählen von sich und man hat Spass.
Ich gehe nun aber noch einmal zurück zu der Zeit, welche ich mit Armando verbracht habe. Nach Ciudad del Carmen reisten wir nach einem Haifischgericht nach Villahermosa. Richtig gehört, Haifischgericht. Die Liste mit ungewöhnlichen Speisen wird immer grösser. Ich probiere sehr viele neue Dinge. Meist ohne irgendwelche folgen, manchmal mit einem komischen Magen am nächsten Tag. Mit einem Tablettchen ist dieses Problem jedoch schnell beseitigt. In Mexico nach dem Unabhängigkeitstag oder besser gesagt Nacht gingen wir anschliessend Tacos essen, alle ziemlich betrunken. Man sagte mir erst am nächsten Tag als ich den Geschmack der Tacos immer noch im Mund hatte, dass es Tacos mit Eingeweide waren. Oh Gott, Eingeweide, nur schon das Wort. Aber ich habs gegessen und war eine Erfahrung reicher. In Ciudad del Carmen ass ich zudem viele verschiedene Fische. Leider kann ich mich nicht mehr an die Namen der Fische erinnern. Es waren aber die besten Fische, die ich je gegessen habe. In der Schweiz würde man fünf bis zehnmal mehr bezahlen für das gleiche Gericht. Fische und Meeresfrüchte esse ich jedoch nur an Orten, die nahe an Gewässern sind.
In Villahermosa schluf ich in der ersten Nacht in einem billigen Hotel, rund acht Franken war die Nacht dort. In der Wohnung von Armando und seiner Frau Karen gab es kein Wasser und kein Strom, darum verbrachte ich die Nacht in diesem Hotel. Noch nie schlief ich in einem Hotel mit diesen Zuständen. Das Bett schlechter als schlecht, die Dusche bestand aus einem Schlauch welcher mit Pilz bewachsen war, das Klo ohne Klobrille und ohne Papier und dies alles zusammen in einem Bad von rund zwei Quadratmetern. Der Lärm der Strasse, die Moskitos und das unangenehme Gefühl, nicht sicher zu sein, raubten mir den Schlaf. Den Tag darauf verbrachte ich dann mit Karen und Armando. Sie erledigten viele Dinge, welche man so erledigen muss am Wochenende, wenn man verheiratet ist. Einkaufen, waschen und vieles mehr. Zudem war Armandos Geburstag. Dies erfuhr ich jedoch erst am Abend, als wir in dem Zuhause der Eltern Karens feierten. Einige Cousins und Cousinen und Freundinnen von Karen erschienen zu der Party. Als die eine Freundin von Karen eintraf, rutschte mir doch glatt der Kiefer runter. Noch selten sah ich eine so bildhübsche Person. Bis am Morgen um vier Uhr feierten wir. Ich sass bei einem vierzigjährigen Familienvater und einem Cousin von Karen. Zuerst kamen mir beide relativ steif rein. Nach einer Flasche Whiskey und zwei Flaschen Rum hatten wir es aber wahnsinnig lustig. Wir lachten sehr viel und Sprachen über Gott und die Welt.
San Cristobal de las casas
Nach dem Wochenende folgte die Reise nach San Cristobal de las casas. Morgens um fünf erreichte ich den Ort. Eine sehr gute Zeit um an einem Ort anzukommen. Glücklicherweise traf ich Rassan. Rassan war in der selben Situation wie ich und wusste nicht, was er tun sollte. Er ist Marokkaner, wohnt aber seit langer Zeit in Kanada. Mit ihm verbrachte ich den ganzen Tag. Er war rund eine Woche in Playa del Carmen und reist jetzt mit dem Bus nach Queretaro, wo er ein Mädchen treffen möchte, welches er in Playa del Carmen kennenlernte. Er sagte mir, er sei ein Muslim, aber einer, der sich nicht an die Regeln halte. Mädchen, Alkohol und Party, welche der Glaube eigentlich nicht gerne sieht, geniesse er trotzdem in vollen Zügen. Um acht Uhr fuhren wir gemeinsam nach San Juan Chamula. Natürlich mit den einheimischen Verkehrsmitteln. Ich gewöhnte mir an, nicht die teuren Touristenverkehsmittel zu benützen sondern immer Alternativen der einheimischen Bevölkerung zu nutzen. So sassen wir mit rund achtzehn weiteren Personen in einem VW-Bus, was noch ziemlich lustig war und vor allem spotbillig. In San Juan wurden wir um halb neun von einem Feuerwerk begrüsst. Keine Ahnung warum man um halb neun Feuerwerk abschiesst. Später fragte ich einige Personen um den Grund. Nicht ganz einfach, denn viele sprechen kein spanisch sondern nur die Sprache der Maya. Die indogenen Völker weigern sich, spanisch zu sprechen. Ein alter Herr erklärte mir aber, dass ein spezieller Tag eines Herrn Christus sei, welcher speziell verehrt wird, eine Art Schutzpatron. Er solle hören, dass er gefeiert wird, darum die Böller um halb neun. Jesus Christus und die Religion haben einen hohen Stellenwert bei diesem Volk. Kein Auto ohne grosse Aufkleber "Christus fährt mit", "gelobt sei Christus", "Christus mit uns", usw. Die Kirche voll mit Kerzen und betenden Menschen. Überall Jesuskreuze. In den Strassen viele Kinder und viele junge, sehr junge Mütter. Die Aufklärung hat dieses heilige Dorf wohl noch nicht erreicht. Verhütung wohl ein Fremdwort. Sehr gerne würde ich mal in den Strassen eines solchen Dorfes anhand einer Gurke zeigen, wie man ein Kondom benützt. Die Reaktionen wären sicher erstaunlich. Rassan führte seine Reise am Abend weiter. Ich genoss noch einige Biere in einer Hippie-Bar. Immer wieder lustig, mal eine etwas andere Bar zu besuchen.
Inzwischen ist der Himmel voll mit schwarzen Wolken. Ich vermute, es beginnt in den nächsten Minuten zu regnen. Ich werde wohl noch eine Nacht hier verbringen und dann zurück in die Wärme gehen. Ich muss sagen, mir gefällt diese Art zu reisen. Ohne Plan von Ort zu Ort gehen und neue Leute kennenlernen.
Es weht ein kühler Wind auf der Veranda des Hostels, in dem ich mich einquartiert habe. Ich befinde mich zur Zeit in San Cristobal de las casas. Diese Stadt liegt rund 2100 Meter über Meer. Dementsprechend ist es kühl. Die kurzen Hosen welche ich heute Morgen angezogen habe, werde ich in den nächsten Minuten wechseln. Es ist definitiv zu kühl. San Cristobal de las casas ist mitten in Chiapas, einem Staat, welcher vor allem in den Hochgebirgen von den Mayas bewohnt wird. Es gibt in den Gebieten Chiapas auch noch viele Zapatistas, welche sich gegen die Regierung und die Modernisierung auflehnen. Das Städtchen ist berühmt für seine vielen Cafés und Bars. In den engen Gassen reihen sie sich aneinander. Wo es viele Touristen hat, hat es auch viele Hostels. Ich befinde mich nun in einem solchen. Die Stimmung in den Hostels ist meist super. Alle Personen sind sehr offen, erzählen von sich und man hat Spass.
Ich gehe nun aber noch einmal zurück zu der Zeit, welche ich mit Armando verbracht habe. Nach Ciudad del Carmen reisten wir nach einem Haifischgericht nach Villahermosa. Richtig gehört, Haifischgericht. Die Liste mit ungewöhnlichen Speisen wird immer grösser. Ich probiere sehr viele neue Dinge. Meist ohne irgendwelche folgen, manchmal mit einem komischen Magen am nächsten Tag. Mit einem Tablettchen ist dieses Problem jedoch schnell beseitigt. In Mexico nach dem Unabhängigkeitstag oder besser gesagt Nacht gingen wir anschliessend Tacos essen, alle ziemlich betrunken. Man sagte mir erst am nächsten Tag als ich den Geschmack der Tacos immer noch im Mund hatte, dass es Tacos mit Eingeweide waren. Oh Gott, Eingeweide, nur schon das Wort. Aber ich habs gegessen und war eine Erfahrung reicher. In Ciudad del Carmen ass ich zudem viele verschiedene Fische. Leider kann ich mich nicht mehr an die Namen der Fische erinnern. Es waren aber die besten Fische, die ich je gegessen habe. In der Schweiz würde man fünf bis zehnmal mehr bezahlen für das gleiche Gericht. Fische und Meeresfrüchte esse ich jedoch nur an Orten, die nahe an Gewässern sind.
In Villahermosa schluf ich in der ersten Nacht in einem billigen Hotel, rund acht Franken war die Nacht dort. In der Wohnung von Armando und seiner Frau Karen gab es kein Wasser und kein Strom, darum verbrachte ich die Nacht in diesem Hotel. Noch nie schlief ich in einem Hotel mit diesen Zuständen. Das Bett schlechter als schlecht, die Dusche bestand aus einem Schlauch welcher mit Pilz bewachsen war, das Klo ohne Klobrille und ohne Papier und dies alles zusammen in einem Bad von rund zwei Quadratmetern. Der Lärm der Strasse, die Moskitos und das unangenehme Gefühl, nicht sicher zu sein, raubten mir den Schlaf. Den Tag darauf verbrachte ich dann mit Karen und Armando. Sie erledigten viele Dinge, welche man so erledigen muss am Wochenende, wenn man verheiratet ist. Einkaufen, waschen und vieles mehr. Zudem war Armandos Geburstag. Dies erfuhr ich jedoch erst am Abend, als wir in dem Zuhause der Eltern Karens feierten. Einige Cousins und Cousinen und Freundinnen von Karen erschienen zu der Party. Als die eine Freundin von Karen eintraf, rutschte mir doch glatt der Kiefer runter. Noch selten sah ich eine so bildhübsche Person. Bis am Morgen um vier Uhr feierten wir. Ich sass bei einem vierzigjährigen Familienvater und einem Cousin von Karen. Zuerst kamen mir beide relativ steif rein. Nach einer Flasche Whiskey und zwei Flaschen Rum hatten wir es aber wahnsinnig lustig. Wir lachten sehr viel und Sprachen über Gott und die Welt.
San Cristobal de las casas
Nach dem Wochenende folgte die Reise nach San Cristobal de las casas. Morgens um fünf erreichte ich den Ort. Eine sehr gute Zeit um an einem Ort anzukommen. Glücklicherweise traf ich Rassan. Rassan war in der selben Situation wie ich und wusste nicht, was er tun sollte. Er ist Marokkaner, wohnt aber seit langer Zeit in Kanada. Mit ihm verbrachte ich den ganzen Tag. Er war rund eine Woche in Playa del Carmen und reist jetzt mit dem Bus nach Queretaro, wo er ein Mädchen treffen möchte, welches er in Playa del Carmen kennenlernte. Er sagte mir, er sei ein Muslim, aber einer, der sich nicht an die Regeln halte. Mädchen, Alkohol und Party, welche der Glaube eigentlich nicht gerne sieht, geniesse er trotzdem in vollen Zügen. Um acht Uhr fuhren wir gemeinsam nach San Juan Chamula. Natürlich mit den einheimischen Verkehrsmitteln. Ich gewöhnte mir an, nicht die teuren Touristenverkehsmittel zu benützen sondern immer Alternativen der einheimischen Bevölkerung zu nutzen. So sassen wir mit rund achtzehn weiteren Personen in einem VW-Bus, was noch ziemlich lustig war und vor allem spotbillig. In San Juan wurden wir um halb neun von einem Feuerwerk begrüsst. Keine Ahnung warum man um halb neun Feuerwerk abschiesst. Später fragte ich einige Personen um den Grund. Nicht ganz einfach, denn viele sprechen kein spanisch sondern nur die Sprache der Maya. Die indogenen Völker weigern sich, spanisch zu sprechen. Ein alter Herr erklärte mir aber, dass ein spezieller Tag eines Herrn Christus sei, welcher speziell verehrt wird, eine Art Schutzpatron. Er solle hören, dass er gefeiert wird, darum die Böller um halb neun. Jesus Christus und die Religion haben einen hohen Stellenwert bei diesem Volk. Kein Auto ohne grosse Aufkleber "Christus fährt mit", "gelobt sei Christus", "Christus mit uns", usw. Die Kirche voll mit Kerzen und betenden Menschen. Überall Jesuskreuze. In den Strassen viele Kinder und viele junge, sehr junge Mütter. Die Aufklärung hat dieses heilige Dorf wohl noch nicht erreicht. Verhütung wohl ein Fremdwort. Sehr gerne würde ich mal in den Strassen eines solchen Dorfes anhand einer Gurke zeigen, wie man ein Kondom benützt. Die Reaktionen wären sicher erstaunlich. Rassan führte seine Reise am Abend weiter. Ich genoss noch einige Biere in einer Hippie-Bar. Immer wieder lustig, mal eine etwas andere Bar zu besuchen.
Inzwischen ist der Himmel voll mit schwarzen Wolken. Ich vermute, es beginnt in den nächsten Minuten zu regnen. Ich werde wohl noch eine Nacht hier verbringen und dann zurück in die Wärme gehen. Ich muss sagen, mir gefällt diese Art zu reisen. Ohne Plan von Ort zu Ort gehen und neue Leute kennenlernen.
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