Freitag, 6. Juli 2012

Erste Eindrücke / San José / Führerausweis

Erste Eindrücke
In San José, Costa Rica, angekommen. "Bling", der erlösende Ton um die Gurten zu lösen. "Wiä machts?"..."Bling!" Genau so hat es gemacht. Ich war ziemlich kaputt nach diesem Flug und freute mich sehr auf das Ritual, welches ich nach Flügen von mehr als zehn Stunden pflege...Aufs WC gehen. An den Toiletten kann man bereits erste Eindrücke eines Landes sammeln. In Mexico D.F. waren diese jeweils ziemlich verschmutzt wobei ich auch schliessen konnte, dass andere öffentliche Tolietten auch nicht sehr sauber sind. Es bestätigte sich. Bei den Tolietten hier konnte ich bereits ein Hauch Pura Vida erkennen. Zwei Personen der Securitas, Polizei, Putzkolonne oder was auch immer sassen am Boden und waren in eine Diskussion vertieft.  Ich denke, es gäbe da wohl bessere Orte für solche Gespräche. Erstaunlich sauber waren danach aber die Toiletten.

Der erste Blick nach draussen erinnerte mich an den Zugerberg. Die Landschaft ziemlich ähnlich. Vermutlich wegen der Landschaft und der Stabilität des Landes nennt man Costa Rica auch die Schweiz Mittelamerikas.  Die Zöllnerin hatte wohl nie Mathematikunterricht. Ohne nachzurechnen behauptete sie, die eingegebene Aufenthaltszeit sei mehr als neunzig Tage. Nach langem und mühsamem nachrechnen nahm sie diese Aussage aber zurück und ich bekam den Einreisestempel. Noch kurz das Gepäck abholen und sofort zum Ausgang. Christian Sauner, mein neuer Chef, holte mich dann mit seinem Bus ab. "Hola, como estas"..."Pura vida, igualmente?"..."Pura Vida", so die Begrüssung der Schrankenfrau am Ende des Parkhauses. Überall pura vida, ich freue mich. 

San José
Auf den Strassen San José's muss man sich irgendwie selbst durchschlagen. Dabei muss man besonders aufpassen, dass es keinen Unfall gibt. Christian erklärte mir, dass wir bei einem Unfall die lackierten sind, auch wenn wir im Recht stehen. Die Ticos und Ticas, so werden die Einheimischen  hier genannt, haben zu wenig Geld, um den eigenen, geschweige den Schaden eines Dritten zu beheben. So kämpften wir uns durch den Verkehr ins Casa de Suiza. Das Casa de Suiza gehört Stöckli Schorsch, welcher vor 17 Jahren nach Costa Rica ausgewandert ist. Der Liebe wegen blieb er damals nach einer Reise in Costa Rica und lebt seither mit einer Tica in San José und betreibt das Casa de Suiza. Jaaa wo die Liebe hinfällt...wer weiss, vielleicht treffen wir zu einem späteren Zeitpunkt auf eine ähnliche Geschichte.

Nur kurz geduscht und bereit gemacht gingen wir die Strassen San José's unsicher machen. Im Longhorse genossen Christian und ich ein gutes Nachtessen und viele Biere. Zarpe (oder wie man das schreibt) sagt man hier, wenn man das letzte Bier oder Getränk zu sich nimmt. In der Schweiz käme dies wohl als "Eis hämmer no emmer gno..." Das Ende des Abends ist also auch mit Zarpe ungewiss. Neben uns nahm ein Tico Platz und spendierte uns ein selber gebrauter Shot. Eine Mischung aus Fruchtsaft und Tabasco floss in unsere Kehlen. Er schwörte uns mit diesem Shot unendliches weitertrinken und eine Wirkung wie Alka Selzer, was sich an dem nächsten Tag bestätigte. Es folgt ein weiteres Lokal mit einigen Bieren mehr und dann die heimreise. Die darauf folgende Nacht startete mit schweren Träumen. Mein Kopf hat wohl noch nicht realisiert, dass ich in Costa Rica bin. In meinen Träumen schlief ich in der Abstellkammer meiner Möbel in Unterlunkhofen. Ich realisierte erst meine Ankunft in Costa Rica als ich mitten auf der Strasse dieser Siedlung in San José stand und bemerkte, dass ich gerade im ganzen Haus herumgeirrt bin. 

Führerausweis
Der neue Tag begann und unser Projekt Führerausweis startete. Hier hätte ich wohl keine hundert Stunden und vier Autoprüfungen gebraucht, um den Führerausweis zu erlangen. Es begann mit dem Gesundheitscheck. Rauchen sie? Trinken sie? Haben sie Krankheiten oder sonstige Beschwerden? Nein, selten und nein waren die Antworten. Da kann sich wohl jeder selber seine Gedanken machen über die Antworten. Ich musste zudem erkennen, in welche Richtung das E schaute. Die E-Reihe war die zweit oberste und etwa 15 cm gross, wie sinnvoll dieser Check. Kurz den Stempel und Unterschrift dazu und der Gesundheitscheck ist bestanden. Juhui, ich bin gesund! 

Es folgte ein Marathon von Person zu Person im Verkehrsamt. Warten war dabei die Hauptbeschäftigung, wobei Einheimisch bis zwei oder drei Stunden warteten und ich nur rund eine halbe Stunde. In dieser Zeit hatte ich ein angenehmes Gespräch mit einem Jungen aus Guatemala, der hier studiert. Warum die Schweiz nicht an der EM war, ob die Frauen in der Schweiz schön sind und was ich um Himmels Willen hier tue waren die Hauptgesprächsthemen.

Nun habe ich meinen Führerausweis und bin bereit für den Strassenverkehr Costa Ricas. Bin ja mal gespannt...

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Donnerstag, 5. Juli 2012

Reisevorbereitungen Teil 2 / Abschied / Flug


35 H
Bereits rund zehneinhalb Stunden Flug sind vergangen und ich habe stets noch vier Stunden vor mir. Mein Hinter tut mir langsam weh, die Langeweile steigt und mein Bauch beginnt zu Schmerzen. Letzteres kommt vermutlich von dem Essen, welches ich eingenommen habe. Das Essen von der Iberia Airline ist teilweise echt bedenklich. Wie jedes Mal bei Langstreckenflügen gibt es zwei Menus. Wie immer bei den Flügen mit Iberia verstand ich nicht, was die jeweiligen Menus heissen. Die Stewardessen pflegen es bei diesen Flügen vorwiegend spanisch zu sprechen. Ich wählte die Lasagne. Leider wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht, dass es eine Spinatlasagne war und ich wiedermal nicht das Fleischmenu erwischt habe. Dazu gab es einen Karottensalat mit einer Beilage, welche ich bei bestem Wille nicht zuordnen konnte. Erinnerte mich ein wenig an die Badeferien in Rimini während meiner Zeit in Dietwil. Damals gingen bei dem Essen die Meinungen zwischen Steak bis heissem Fleischkäse auseinander.

Meine Sitznummer ist die 35 H. Daraus sieht man, dass der Flieger ziemlich gross ist. Bei anderen Flügen hatte ich teilweise ziemlich Pech. Von einer Japanerin welche sich vor dem Flug eine Schlafpille reingeworfen hat und mir so den Weg zum Pipimachen ziemlich schwer gemacht hat über Personen welche stanken, als hätten sie während ihren Ferien in einer Mülltonne geschlafen bis die übliche Leier mit schwerst Übergewichtigen welche meinen Platz fast bis zur Hälfte beanspruchten war alles dabei. Ich sitze neben einem jungen Pärchen welche mir ziemlich nett reinkommen. Vermutlich fliegen sie in die „Luna del Miel“, was auf gut Deutsch die Flitterwochen bedeutet. Dies kann man wegen den vielen Küssen vermuten, die ich ständig unfreiwillig beobachten darf. Ich hoffe zu diesem Zeitpunkt, es bleibt bei diesen Küssen, da diese doch ständig intensiver werden. Warten wir mal ab…

zügeln, putzen, putzen, putzen…
Die administrativen Vorbereitungen waren meist abgeschlossen, es folgten nur noch kleine Dinge wie militärischer Urlaub eingeben, Krankenkasse fertig abschliessen wie aber auch einen Arztbesuch um mich über medizinische Dinge in Costa Rica zu informieren.

Der Fluch folgte aber gleich. Das Zügeln! Während Tagen packte ich meine Dinge ein und jedes Mal die Frage, brauche ich es wohl für meine Zeit in Costa Rica. Leider musste ich dabei auch viel zurückstecken mit Ausgang und sonstigen Dingen mit meinen Kollegen und Kolleginnen. Gerne hätte ich noch mehr Zeit mit ihnen verbracht, da sie mir doch sehr ans Herz gewachsen sind in den letzten zwei Jahren. Dennoch nahm ich mir vor allem am Wochenende zwischendurch Zeit, mir ordentlich einen über den Durst zu trinken. Dann kam das Zügeln. Hage, welcher auch den Raum für meine Habseligkeiten zur Verfügung stellt, und Geigi halfen mir dabei. Die ersten zwei Fahrten verliefen ohne Schwierigkeiten. Bei der dritten und letzten Fahrt überraschte uns aber ein heftiges Gewitter. Nichts desto trotz, es ging trotzdem. Die Tage danach folgten weitere Fahrten mit Schachteln, welche sich ständig wieder gebildet haben. Ich hatte in meinem Haushalt wohl mehr Dinge, als ich gedacht habe. Dies war die zweitletzte Woche vor meinem Abflug. Ich war bereits ziemlich kaputt. Da wusste ich jedoch noch nicht, dass die darauffolgende Woche noch strenger werden wird.

Nach einer kurzen Inspektion über meine Putzgelegenheiten merkte ich, dass man so keine Endreinigung machen kann.  Ich besorgte mir also noch einige Dinge und Dominik und Andi fragten mich, ob sie helfen können. Beide gute Freunde aus Primar und Oberstufe. Zu erwähnen sind hier noch die wohl lustigsten Ferien in Ventimiglia, welche wir zusammen erlebt haben. Zu dritt fuhren wir mit rund 18 Jahren in das kleine italienische Städtchen. Ich hoffe, sie haben mir verzeiht, dass wir wegen mir den falschen Zug genommen haben und so die erst günstige Zugreise zu einer teuren Sache machen liessen. Ich war mir damals sicher, der Zug nach Arth-Goldau fährt auf Gleis 1, es war nicht so und wir landeten ohne Halt in Luzern.

Zuerst einige Dinge entsorgt, dann begann das Putzen. Bis Mitternacht putzten wir und wurden nicht fertig. Ich putzte zwar während den zwei Jahren meine Wohnung nicht schlecht, dennoch musste ich einiges bemerken. Hätte ich doch Mamas Ratschlägen gefolgt und täglich die Dusche geputzt, usw. So hätte ich das Bad wohl in drei statt in sechs Stunden geputzt. Es folgte ein zweiter Abend mit Putzen. Meine Mama half mir.  Um halb zehn Uhr waren wir fertig. Ich war nun auch ziemlich fertig. Dennoch besuchte ich anschliessend noch Angelo und Reto in Emmenbrücke. Sie sind zwei Kollegen, welche ich während der Zeit, als ich Partys organisiert habe, kennenlernte. Trotz meinem Misserfolg im Nautilus in Luzern verband uns immer mehr die Freude am Reisen. Die beiden werden mich vermutlich im nächsten Frühsommer in Mexico besuchen.

Es kam der Tag der Abnahme meiner Wohnung. Dies war ziemlich stressig, da ich die Kellerschlüssel nicht dabei hatte. Naja, selber Schuld würde ich da mal sagen. Diese waren jedoch schnell besorgt und die Wohnung wurde abgegeben. Sie gaben mir grosse Komplimente, welche ich nun gerne auch an Domi, Andi und meiner Mama weiterleite.

Flug
Inzwischen zähle ich jede Minute. Ich freue mich sehr, bis ich endlich in San José ankomme. Dort wartet Christian, mein zukünftiger Chef, auf mich.  Die Küsse meiner Nachbarn haben aufgehört und sie schlafen. Vermutlich liegt es daran, dass sie vorher rund eine halbe Stunde verschwunden waren. Flugzeugtoilette…wie romantisch…für die beiden war es aber wohl die Erlösung. Na dann, wünsche ich mal schöne Flitterwochen!

Vor diesem Flug flog ich rund zweieinhalb Stunden von Zürich nach Madrid. Es begann mit dem schweren Abschied meiner Familie. Die Tränen waren mir bereits da sehr nah. Noch nie war ich so lange fort und noch nie habe ich meine Familie mehr als 5 Wochen nicht gesehen.  Ich habe es überstanden und nahm ich Flieger Platz. Neben mir eine Familie, die ihre Ferien in Lanzarote antraten. Kurz  nach dem Abflug öffnete ich das Buch mit den Erinnerungen, welche mir meine Freunde und Freundinnen aus Bremgarten und Umgebung geschenkt haben. Ich habe sie alle in der Hollywood Bar in Bremgarten kennengelernt und während zwei Jahren eine super Zeit erlebt. Später werde ich bestimmt noch einmal auf diese Zeit zurückkommen. Doch nun war es soweit und ich begann zu lesen. Ich wollte stark sein, doch nach wenigen Sekunden übermannten sich die Gefühle und es ging mir ziemlich nah. All diese schöne Worte und Bilder waren zu viel für mich. Eine ganze Weile hatte ich, bis ich alles gelesen hatte. Es ist wohl das Schönste, solch gute Leute zu kennen. Vielen Dank an alle, welche dabei mitgewirkt haben.  Ich werde es wohl noch einige Male gut durchlesen und bestimmt noch einmal die eine oder andere Träne vergiessen. Euch alle werde ich sehr vermissen!

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Mittwoch, 30. Mai 2012

Reisevorbereitungen Teil 1 und spanisch in 5 Tagen

Als ich mich für mein grosses Abenteuer entschieden habe, hatte ich noch nicht gedacht, wie viel es zu tun gibt, bis die Reise beginnt...Obwohl, in der Gemeinde abmelden, Abmeldebestätigungen versenden und einigen Personen mitteilen, dass ich mich auf ein grosses Abenteuer begebe war schon in meinen Gedanken, doch nicht tägliche Telefone, diverse Institutionen die noch Geld wollen und tausend Mal erklären, dass ich nicht nur drei Monate, sondern einige Zeit länger wegbleiben werde. Was ich jedoch nie gedacht habe, dass man in nur 5 Tagen ohne Dictionär unter dem Arm spanisch sprechen kann...

Aber gehen wir doch ein bis zwei Monate zurück...

Reisevorbereitungen Teil 1

Der Tag X ist gekommen, die Kündigung geschrieben. An einem Montag morgen dann der Gang zu meinem Chef um die Kündigung zu überreichen. Ich hätte nicht gedacht, dass mein Chef überrascht war von meinen Ideen und dies auch ziemlich bedauerte. Gerne hätte er mich wohl noch einige Zeit auf der Gemeinde Rüschlikon gesehen, da es doch super lief in dieser Zeit. All die Dinge, die ich in den letzten 2,5 Jahren geboten habe, waren durch gute Leistungen kompensiert. Zu diesen Dingen schlechten Dingen gehören nicht Fehler welche passieren können während der täglichen Arbeit, sondern eher fragwürdige Aktionen. Hier nur einige wenige dieser für mich im Nachhinein doch zum Lachen anregenden Dinge. Einen Brief aus Bundesbern als Kenntnisnahme abzulegen (war jedoch ein doch sehr wichtiger Brief für Entscheidungen der ganzen Gemeinde), nach rund 5 mal sagen, dass man nicht mit den Socken im Büro rumläuft (Mein Chef in Hochglut, ich konnte das Lachen kaum verkneifen), ein E-Mail an einen Abteilungsleiter welcher etwas falsch verstanden wurde (à la "ich habe diesen Fehler gemacht, weil ich während der Arbeit an Frauen, Party, Alkohol und das letzte Wochenende gedacht habe statt eine Aufgabe zu erledigen") ( auch dies habe ich als lustig empfunden, der Abteilungsleiter und mein Chef nicht) oder auch ein Fotoshooting als Krokodil verkleidet hinter dem Schalter über den Mittag (meine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dachten wohl, ist er nicht ganz dicht?!?) und viele weitere Aktionen, welche wohl vielen anderen Mitarbeitern den Job gekostet hätten...

Die Vorbereitungen gingen weiter. Der Gang auf die Gemeinde Zufikon um mich abzumelden kam und ich hatte die Abmeldebestätigung in den Händen. Versicherung, Handyvertrag, WK-Verschiebungsgesuch, usw. sind alles Vorbereitungen, welche vor der Abreise getroffen werden müssen. Bis jetzt bin ich noch nicht vollständig fertig, mit all diesen Vorbereitungen. Vor allem mein Auto konnte ich bis jetzt noch nicht verkaufen oder auch die Sache mit der Krankenkasse ist noch nicht abgeschlossen. Ich musste merken, dass viele Personen, welche bei Krankenkassen arbeiten, keine Ahnung von ihrem Job haben. Leider musste ich auch feststellen, dass viele plötzlich noch Geld wollen vor der Abreise. Vor allem unser Freund der Staat möchte mir noch das letzte Geld aus den Taschen ziehen. Es kommen plötzlich noch Rechnungen von mehreren tausend Franken, welche nicht in diesem Ausmass vorgestellt wurden. Und dann auch noch die Vorstellung, dass mit diesem Geld zum Beispiel verkehrsberuhigende Massnahmen erstellt werden, welche in den hunderttausenden von Franken liegen. Nichts desto trotz werden am Schluss alle diese Rechnungen bezahlt sein und mein Portemonnaie um einige tausend Franken erleichtert. Das Reisebudget wird dann wohl eher kleiner sein als vorgestellt, aber auch mit wenig Geld kann man Spass haben!

Spanisch in 5 Tagen

Vor rund zwei bis drei Wochen kam dann die freundliche Anfrage eines Kollegen aus Mexico, ob ich eine seiner Kolleginnen etwas in der Schweiz rumführen könnte. Sie werde einen Eurotrip machen und auch die Schweiz besuchen. Natürlich ohne zu zögern sagte ich ja und freute ich mich auf ein paar Tage auf Besuch aus Mexico. Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, dass diese Person !nur! spanisch kann. Dies vernahm ich jedoch bei ihren Reisevorbereitungen und hatte grösste Mühe, sie trotz meinen rund 1,5 Jahren Spanischkursbesuch (was nicht sehr viel ist, gedenke man, dass die Praxis nicht vorhanden war) zu verstehen.

Es funktionierte dennoch und ich empfing eine unbekannte und nur spanisch sprechende Person in Zürich am Bahnhof. Die ersten Worte harzten und ich muss zugeben, ich habe nichts verstanden. Sie hat wohl auch nicht bemerkt, dass ich mich in Zürich verfahren habe und statt 20 Minuten rund 1,5 Stunden hatte, um aus Zürich herauszufinden. 

Das Spanisch verbesserte sich mehr und mehr. Da man nur die Möglichkeit hatte, sich in spanisch zu unterhalten, ging der Lernprozess sehr schnell. Unbedingt wollte ich die junge hübsche Dame aus Mexico kennenlernen, auch wenn die Sprachschwierigkeiten anfangs gross waren. Es verging ein wunderschöner Tag in Luzern mit sehr vielen Missverständnissen und lustigen Erlebnissen à la versuchen, ihr etwas zu erklären und erst gegen Ende des Gesprächs in einem Restaurant zu erfahren, dass die Personen nebenan zugehört hat und mir am Schluss mitteilte, dass sie Spanischlehrerin sei und jetzt wisse, wieso sie jeden Tag ihren Schülern beibringen möchte, warum sie mehr spanisch lernen sollten. 

Es folgten zwei Tage in Zermatt. Auch dort wurde ich in vielen Momenten von diversen Personen korrigiert während meinen Spanischversuchen. Ebenfalls inbegriffen war eine Wanderung in die Nähe des Matterhorns. Ich habe jedoch schnell bemerkt, dass mein Besuch das Wandern ziemlich anstrengend fand und auch ich seit der RS nicht mehr gewandert bin. Wir haben es dennoch geschafft und unglaubliche Momente vor dem Matterhorn erlebt. Es folgten zwei weitere Tage mit der Bonita aus Mexico und wir haben uns ziemlich gern bekommen und mein Spanisch veränderte sich rasant. Das Sprechen wurde einfacher und vielfach musste ich nicht mal mehr gross studieren, um spanisch zu sprechen. Am Mittwoch Morgen dann führte sie ihre Reise in Europa weiter und wir mussten uns verabschieden, was uns auch ziemlich nahe ging, weil wir eine sehr lustige Zeit hatten während diesen 5 Tagen. Alleine über diese 5 Tage könnte ich ein ganzes Buch schreiben, so viel hatten wir erlebt.

Nun bin ich perfekt vorbereitet im sprachlichen Bereich. Die Anfangsschwierigkeiten muss ich wohl in Costa Rica mit meinem Spanisch nicht mehr erleben, ich bin Spanisch geprüft und kann mich super unterhalten :)

Die Reisevorbereitungen gehen nun weiter und werden in den nächsten Wochen abgeschlossen. 

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Sonntag, 22. April 2012

Wie alles begann...

Am 3. Juli 2012 ist es soweit! Ich werde nach Costa Rica fliegen und habe dort die Möglichkeit, in einem kleinen Hotel direkt am Strand zu arbeiten. Im Anschluss werde ich in Nord-, Mittel- und Südamerika herumreisen. Über die Details dieses grossen Abenteuers, werdet ihr zu einem späteren Zeitpunkt mehr erfahren.

Wie alles begann...
Um zu erfahren, wie ich zu dieser Idee kam, müssen wir weit zurück in das Jahr 2008. Ich stand kurz vor Ende meiner Lehre als Kaufmann. Zu dieser Zeit noch ziemlich ungewiss, ob ich die Lehre überhaupt bestehe, da meine Vornoten nicht gerade rosig waren. Auf jeden Fall habe ich mich kurz vor meinem Geburtstag im Restaurant Fontana in Baar mit meinem Gotti und ihrem Gatten Max getroffen und ein leckeres Nachtessen genossen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keinen einzigen Gedanken an Reisen, spannenden Ländern oder anderen Kulturen verschwendet. Mein Leben fand in Dietwil statt und so sollte es auch bleiben. Als wir dann über meine Zukunft gesprochen haben, war ich so ziemlich ratlos. Ich wusste, im Oktober 2008 muss ich in die RS...Doch was mache ich von dem Ende meiner Lehre bis zum Einrücken nach Bière?!? Mein Gotti und Max haben mich dann auf einen Sprachaufenthalt aufmerksam gemacht. So könnte ich auch mal etwas von der grossen weiten Welt sehen und so die Zeit überbrücken. Dieser Gedanke an einen Sprachaufenthalt verliess mich nicht mehr...Ich bin meinem Gotti und Max sehr dankbar, dass sie mich damals auf den Sprachaufenthalt aufmerksam gemacht haben.

So kam es dann, im September 2008 trat ich die grosse Reise an. Nächster Halt, Toronto...Mit Max erlebte ich zuerst eine spannende Woche mit Max in der Prärie Kanadas und anschliessend folgten vier Wochen Sprachaufenthalt in Toronto. Nach dieser Zeit war mir klar, dies war nicht meine letzte Reise...

Während meiner RS konnte ich immer an die guten Zeiten in Kanada zurückdenken. Dies hat mir sehr geholfen, diese unnötigen 21 Wochen zu überstehen. Gerne wollte ich danach im Sommer nach Mexico reisen, leider fehlte mir aber zu diesem Zeitpunkt das nötige Kleingeld. Statt dessen verbrachte ich Ferien irgendwo an einem Strand. Schnell merkte ich, dass dies eigentlich nicht mehr nach meinen Wünschen entspricht, jeden Tag an der Sonne zu liegen um  mich von den nächtlichen Partys zu erholen. Nach dieser Art Ferien musste ich mich mehr erholen, als vorher. Lieber wollte ich wieder eine Reise machen, wie ein Jahr zuvor nach Kanada.

Es ist ein Jahr vergangen und ich war stets in Kontakt mit Freunden und Freundinnen, die ich in Kanada kennengelernt habe. Ich hatte dann die Möglichkeit, meinen besten Freund von dieser Zeit, René aus Mexico, zu besuchen. In Mexico erlebte ich drei Wochen mit seiner Familie und Freunden. Unter anderem erlebte ich auch einige Tage in Cancun. Nach dieser Reise hatte ich viele neue Freundschaften geschlossen und wollte diese Personen unbedingt wieder sehen.

Ein Jahr später folgte eine weitere Reise nach Mexico. Ich besuchte wieder René, seine Familie und Freunde. Zudem besuchte ich einen weiteren Freund von Kanada her, Armando. Er hat mich zu seiner Hochzeit in Villahermosa eingeladen. Es war für mich sehr speziell, an einer mexikanischen Hochzeit dabei zu sein. Zusätzlich habe ich wieder viele neue Personen kennengelernt.

Dies waren meine ersten Eindrücke vom Reisen. Nun aber, wie bin ich auf Costa Rica gekommen?!?

Meine Freunde und Freundinnen waren alle im September in den Ferien. Dennoch ging ich wie jede Woche in die NL Bar in Mühlau. Dort habe ich Christian kennengelernt. Ich habe von ihm erfahren, dass er nach Costa Rica ausgewandert ist und dort ein kleines Hotel besitzt. Er hat mir viel davon erzählt und mir war klar, falls ich wieder einmal eine Reise machen werde, würde ich ein paar Tage dort verbringen.

Im November, einen Tag vor der Buchung meiner nächsten Reise nach Mexico hatte ich einen Autounfall. Mein gespartes Geld war weg und ich völlig zerstört und enttäuscht. Ich wollte im März abreisen, doch dieser Traum war dann auf Eis gelegt, was sich dann aber später als gut erwiesen hat. Christian suchte im Januar nach einer Person, welche bei ihm arbeiten möchte. Ich habe mich dann an Christian gewendet. Er hat mir zugesagt und ich war überglücklich. So fingen die Reisevorbereitungen an...

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