Freitag, 22. März 2013

Verrückter Stau / Lange Heimreise


Verrückter Stau

Bereits als Kind habe ich mich bei langen Auto- oder Busfahrten gelangweilt und dies auch mit Knurren und Murren mitgeteilt. Meine Mutter sagte mir stets, ich solle Autos oder zum Beispiel Weihnachtsbäume zählen oder einfach ruhig sein und rausschauen. Rausschauen, genau das habe ich die letzten drei Tage gemacht. Seit drei Tagen nun verbringe ich die Zeit meist in Bussen. Die Rückreise hat in Mazatenango angefangen. Nun, rund dreissig Busfahrstunden später befinde ich mich in Cancun, Mexico. Hätte ich mein I-phone noch, mit all meiner Musik und Unterhaltungsmöglichkeiten, wäre alles halb so langweilig gewesen. Dieses habe ich entweder verloren oder, was ich ziemlich fest vermute, wurde es gestohlen. Der vermeintliche Dieb hat mir immer noch nicht zurückgeschrieben, ob er mein I-phone gesehen hat. Man kann sich manchmal sehr fest in Personen täuschen. Während meiner Abreise von Mazatenango und meinem letzten Blog habe ich noch einiges erlebt. Es waren lustige Zeiten mit neuen Erlebnissen und dem Highlight, dem Wiedersehen von Alma, aber auch ziemlich traurige wie beispielsweise das Buchen des Rückflugs und der Abschied nach einer Woche von ihr.

Yoav und ich haben uns in El Tunco nach langer gemeinsamer Reisezeit getrennt. Ich werde ihn bestimmt wiedersehen. Entweder in Israel oder dann bei einer nächsten Reise. Unsere Interessen beim Reisen sind ziemlich ähnlich, darum kann es gut sein, dass ich wieder einmal mit ihm reisen werde. Kolumbien oder Venezuela könnten ein nächstes Ziel sein. Mit Sandy ging ich dann per Autostopp weiter nach Esquintla, Guatemala. Sandy’s Ziel war Antigua, mein Ziel Mazatenango. So verabschiedete ich mich auch von ihr. In Esquintla nahm ich im Bus nach Mazatenango Platz. Die Fahrt war nicht lange und der Chauffeur teilte uns mit, wir sollen uns festhalten, es werde allenfalls etwas brenzlig. Ich traute meinen Augen kaum. Da war auf unserer Spur Stau und der Typ am Steuer wusste nichts Gescheiteres als die Gegenfahrbahn zu  nehmen. Als Geisterfahrer wichen wir all den Entgegenkommenden Fahrzeugen aus bis uns ein Polizeiauto anhielt. Doch der Spuk hörte nicht auf. Der Chauffeur meinte, wir sollen ihm einige Dinge anwerfen. So flogen Orangen, Limonen und alles mögliche in Richtung Polizist. Als dann aber eine zehnmannstarke Truppe der Polizei eintraf, musste der Chauffeur die Fahrt Rückwärts ans Ende des Staus nehmen. Der Stau bewegte sich keinen Meter. So entschied ich mich, den Rest nach Mazatenango zu marschieren…Was für eine doofe Entscheidung, da es bereits schon dunkel war. Dies bemerkte ich nach einigen Minuten an den Blicken von irgendwelchen struben Personen oder eventuell Dieben, welche mich verfolgten. Plötzlich hörte ich eine Stimme „Vos que putas, Maaaaarc“. Ich sah eine Kollegin und einen Kollegen, welche ich aus Mazatenango kenne. Was für ein Zufall, ich war gerettet. Ich konnte den restlichen Weg mit ihnen fortsetzen. Die rund 15 km Strecke bezwangen wir in rund sieben Stunden. So einen Stau habe ich noch nie gesehen. Da gab es einen Fahrstreifen in die eine Richtung und einen in die andere Richtung. Da wir uns aber auf der meistbefahrenen Strecke befanden, gab es sehr viele grosse Trucks. Die konnten den Weg nicht sehr schnell bestreiten. So gab es immer wieder Lücken. Es gab immer Personen, welche in diesen Lücken überholen wollten, so gab es ein ziemliches Chaos. Teilweise bewegten wir uns keinen Meter mehr für rund eine Stunde. Um zwei Uhr in der Nacht erreichte ich Mazatenango und konnte Alma endlich in die Arme nehmen. Wir waren beide überglücklich. Es war ein wunderschönes Gefühl, wieder bei ihr zu sein.

Lange Heimreise

Es folgten weitere schöne Tage mit Alma und ein ziemlich verrücktes Wochenende. Mit einer Gruppe Freunden und ein paar, die ich nicht kannte, machten wir uns auf an den Strand genannt Champerico. Zwei der Jungs, die ich nicht kannte, erschienen mit Pistolen. Es ist in Guatemala normal, dass die Leute teilweise mit Pistolen herumlaufen. Die meisten von ihnen sind Narcos. So auch die beiden Jungs. Sie gehörten auch zu diesen sogenannten Narcos, waren aber ziemlich freundlich. Dennoch war ich vorsichtig. In der späteren Nacht packte ich trotzdem den Mut zusammen um zu fragen, ob ich einige Schüsse abfeuern kann. Sie willigten ein und wir schossen ein wenig in den Wald. Weiteres Top-Highlight! Ich habe schon oft im Militär geschossen, aber mit einer Pistole von vermeintlichen Narcos, das erlebt wohl nicht jeder…

Die Tage vergingen und mein Geld wurde knapper. Um etwas Geld zu sparen, konnte ich in der Wohnung eines Freundes schlafen. Seine Mutter hat jeweils gekocht. Mit ihr habe ich viel über die verschiedenen Länder und Kulturen ausgetauscht. Sie war ziemlich liebherzig. An einem Morgen kochte ich eine Rösti. Dies habe ich immer versprochen. Leider gelang mir diese nicht so, wie ich wollte. Das Küchengerät war ziemlich schlecht und der Kochherd uneben und ölig. Die Rösti gelang mir nicht so, wie sie mir in der Schweiz jeweils gelingt. Zusätzlich war der Küchenboden später voll mit Kaffee und Öl. Die Pfanne mit Kaffee ist mir beim Versuch die Rösti zu kehren auf den Boden gefallen. Shit happens! Sie hatten trotzdem Freude und genossen meine Rösti.


Der Tag kam, an dem ich Alma mitteilen musste, dass ich nach Hause gehe. Sie war sehr traurig. Sie war nicht die einzige. Ich war es auch. Wir haben uns aber gegenseitig versprochen, alles zu tun um uns wieder zu sehen. Sie möchte sehr schnell in die Schweiz kommen. Wenn ich zu Hause bin, werde ich mich erkundigen, wie es möglich ist, dass sie in die Schweiz kommen kann. Die gemeinsame Zukunft steht also noch in den Sternen. Ich werde die nächsten Tage und Wochen bestimmen lassen, was aus uns geschieht. Ich möchte eigentlich sehr gerne wieder lange Reisen gehen, dennoch aber auch mit ihr sein. Mal sehen, wie die ganze Geschichte endet oder weitergeht…

So bestieg ich den Bus nach Guatemala City und wollte bereits etwas Musik hören. Zehn Mal habe ich meinen Rucksack durchschaut. Mein I-Phone war aber unauffindbar. Ich war mir zu 99% sicher, das Telefon ins Aussenfach gesteckt zu haben. Nur eine Person wusste, dass es dort war. Dies war mein Freund, bei dem ich in den letzten Tagen schlafen konnte. Ich hoffe sehr, dass ich das Phone nur verloren habe und er es mir nicht gestohlen hat. Die Fahrt war lange! Ich war glücklich, zwischendurch einige interessante Menschen kennengelernt zu haben. Mit ihnen konnte ich einige Worte und Erfahrungen austauschen. Es war teilweise ziemlich interessant. Nun bin ich in Cancun angekommen. In einer Stunde verlässt der Flieger Mexico nach Frankfurt. Fast neun Monate bin ich nun gereist. Es waren neun super Monate! Beim nächsten Blog werde ich die ganze Reise noch einmal etwas aufarbeiten und mich noch einmal in die letzten Erlebnisse zurückdenken…Was sicher ist, I HAD THE BEST TIME OF MY LIFE!!!

Freitag, 8. März 2013

Unerwartetes Ende meiner Reise / Surfen in El Salvador


Unerwartetes Ende meiner Reise

Ich befinde ich in den schlimmsten Tagen meiner inzwischen achtmonatigen Reise. Die letzten Tage meines grossen Abenteuers kommen näher. Langsam beginne ich zu realisieren, dass ich mich um die Heimreise kümmern muss. Ich hatte viele Ziele! Zuerst wollte ich rund ein Jahr in einem kleinen Hotel in Costa Rica verbringen. Daraus wurden jedoch nur ein paar wenige Tage. Was in der schlimmsten Nacht meines bisherigen Lebens passiert ist und wie es dazu gekommen ist, Playa Junquillal zu verlassen, habe ich bis jetzt noch nicht vielen Personen erzählt und in meinem Blog nichts darüber geschrieben. Ich überlege mir aber, eventuell zu einem späteren Zeitpunkt das ganze aufzuarbeiten und das Passierte zu schildern. Noch immer bin ich froh, dass ich Heil aus diesem Hotel fliehen konnte. Später hatte ich das Ziel, von den Vereinigten Staaten nach Argentinien zu reisen. Bereits in den Staaten musste ich aufgrund den massiven Ausgaben bemerken, dass ich vermutlich nicht bis nach Argentinien kommen werde. So war das nächste Ziel, wenigstens Panama zu erreichen. Während ich aber in Mexico fast ein halbes Jahr gereist bin, habe ich bemerkt, dass es viel schöner ist, ein Land bis ins Detail kennenzulernen und nicht nur die Touristenorte zu besuchen. Die Kultur und das Leben in einem fremden Land begann mich ziemlich zu interessieren. Nur so kann man auch super Freundschaften schliessen mit Personen, die im Land wohnen. In Guatemala dann habe ich die Art so zu reisen wie in Mexico fortgesetzt und ein wunderschönes und supernettes Mädchen kennengelernt, Alma. Im letzten Blog habe ich bereits von ihr erzählt. Zwei Tage später nachdem ich den Blog aufgeschaltet habe, nahm ich mir die Zeit um mal meine Ausgaben anzuschauen. Es konnte nicht sein, dass ich so viel Geld in den vergangenen Tagen ausgegeben hatte. Ich bemerkte, dass ich geskimmt wurde. Diese Tage änderten viel in meinen Plänen und Zielen und es wurde mir bewusst, auch das Ziel, Panama zu erreichen, nicht möglich sein wird.

Seit rund einem Monat konnte ich nur noch mit meiner Kreditkarte Geld abheben. Dies kam mir schon ziemlich komisch vor. Meine Mutter hat mir zusätzlich mitgeteilt, dass meine Kreditkarte gesperrt wurde, einen Grund wurde aber nicht mitgeteilt. So vermuteten wir, es war aufgrund meiner Limite. So checkte ich meine Ausgaben und musste feststellen, dass an allen Orten an welchen ich war, jemand immer zwischen fünfzig und vierhundert Franken abgehoben hat. Dies kam mir bekannt vor. Bereits vor drei Jahren hatte ich einen Skimming Fall. Beim Skimming wird die Bankkarte kopiert und der Code mittels kleinster Kamera aufgezeichnet. So konnten die Gauner rund zweitausend Franken stehlen. Meine Bank teilte mir mit, ich werde das Geld zurück erhalten, es werde aber eine Weile dauern. Da mein Konto nun ziemlich geschrumpft ist, habe ich mir das erste Mal Gedanken über die Heimreise gemacht, wollte es aber noch nicht glauben. Meine Devise ist aber immer noch, dass ich kein Geld ausleihen möchte, von niemandem. Ich sitze nicht gerne auf Schulden fest. Wenn mir das Geld ausgeht, muss ich es akzeptieren und die Heimreise antreten.

Die darauffolgenden Tage waren sehr schwer. Alma und ich zögerten immer mehr Tage heraus, weil wir unbedingt mehr Tage zusammen geniessen wollten. Doch der Tag kam, wo wir ernsthaft unsere Situation besprechen mussten. Zusammen mussten wir einsehen, dass es mit jedem Tag schwieriger wird für uns beide, wenn ich gehe. Nur noch einige wenige Tage mehr zu bleiben, ändert am Schluss auch nichts. Wir haben auch darüber gesprochen, wie schön es wäre, eine Beziehung zu haben und zusammen zu leben. Leider war dies nicht möglich, weil ich meine Reise noch ein wenig fortsetzen wollte und schon bald die Heimreise antreten muss. So haben wir uns nach fast zwei Wochen ziemlich schmerzhaft trennen müssen. Es ist sehr hart, wenn sich zwei Personen sehr gerne haben, es aber nicht möglich ist, zusammen zu bleiben und darum das Ganze zu beenden. Abschiede sind immer hart, dieser war aber einer meiner härtesten. Die Hoffnung, Alma wieder zu sehen, war aber noch nicht gestorben.

Surfen in El Salvador

Meine Reise führte in das nächste Land, El Salvador. Sehr schnell bemerkte ich, wie nett die Menschen in El Salvador waren. Das Land gilt als sehr armes Land. Vor allem auf dem Land gibt es sehr grosse Armut. Die Armut wird auf fast fünfzig Prozent der Bevölkerung geschätzt. Zwanzig Prozent des Einkommens kommt von dem Geld, welches Ausgewanderte aus den Vereinigten Staaten nach El Salvador senden. Es soll zeitweise auch ziemlich gefährlich sein. Vor allem in der Nacht sollte man nicht unbedingt in den Strassen von unbekannten Orten sein.  Ein junger Familienvater hat mir mitgeteilt, er verdiene im Tag zehn Dollar. Von diesen bleiben ihm ein Dollar für die Ernährung seiner Familie und die restlichen neun muss er dem Spital abgeben, weil seine neugeborene Tochter sehr krank war. Dennoch bot er mir Tamales zum Nachtessen an. Ich wollte ihm dafür etwas Geld geben, welches er aber schlicht nicht entgegennehmen wollte. Während meines Aufenthalts in El Salvador habe ich die Herzlichkeit der Menschen immer wieder gespürt.

An meinem ersten Ort, El Tunco, habe ich Yoav wieder getroffen. Ich war ziemlich glücklich über das Wiedersehen. Stets war ich sehr traurig über den Abschied von Alma. Yoav hat mir Mut gemacht und mich auf andere Gedanken gebracht. In El Tunco surften wir einige Tage und ruhten uns aus. Danach reisten wir zusammen nach San Salvador. Ich habe mir San Salvador ziemlich arm und schmutzig vorgestellt mit vielen Strassenkünstlern und Essensständen an jeder Ecke, ähnlich wie in Mexico Stadt. Es war aber genau das Gegenteil. Ich denke, San Salvador ist eine der schönsten Städte, welche ich gesehen habe. Wunderschöne Einkaufszentren, die Strassen sauber, belebt und mit vielen Bäumen, Palmen und Pflanzen bestückt und es hatte wunderschöne Häuser und Gebäude. Der Hauptgrund für den Besuch in San Salvador war Party. Wir wollten wieder einmal so richtig Party machen. In El Tunco war dies nicht wirklich möglich. Während rund fünf Tagen haben wir gefeiert bis in den Morgengrauen. Ziemlich jede Ausgangsgegend haben wir unsicher gemacht. Fazit…San Salvador ist eine der verrücktesten Partystädte mit Clubs, Restaurants und Bars jeder Art. An den letzten beiden Tagen ist Sandy zu uns gestossen. Ich kenne sie von meiner Zeit in Dietwil. Zusammen sind wir in der Guggenmusik und verstehen uns immer bestens. Sie ist auch ein grosser Fan vom Reisen. So hat sie sich kurzerhand entschieden, einen Trip in Zentralamerika zu machen. Mit Sandy und Yoav blieb ich bis Montag in San Salvador. Danach gingen wir zusammen nach El Zonte, wo wir noch einmal vier Tage mit Surfen verbrachten.

Nach langem Nachdenken, habe ich meine Entscheidung gefällt. Gerne hätte ich meine Reise mit Yoav noch ein wenig fortgesetzt. Da mein Geld ausgeht, musste ich eine andere Entscheidung treffen. Ich werde am nächsten Tag zurück nach Mazatenango reisen, um Alma wieder zu sehen. Ich werde noch einmal ein paar Tage mit ihr verbringen und dann zurück nach Cancun reisen. Die Flüge von dort nach Frankfurt kosten zwischen dreihundert und fünfhundert Franken. So werde ich meine Reise früher als geplant abbrechen und zurück in die immer noch sehr kalte Schweiz reisen. Es wird eine lange Reise…







Dienstag, 19. Februar 2013

Verkehrte Welt Guatemala City / Carneval in Mazatenango


Verkehrte Welt in Guatemala City

In diesem Blog erzähle ich von diversen lustigen Situationen und Frauengeschichten. Falls jemand findet, er habe bereits genug Frauengeschichten gehört, sollte besser nicht weiterlesen. Es ist einfach Tatsache, dass reisen oft mit Frauengeschichten zusammenhängt und da ich auch nur ein Mann bin, komme ich nicht um solche Geschichten. In meinem letzten Blog habe ich den Wunsch geäussert, eine Guatemalteca besser kennenzulernen. Mittlerweile bin ich soweit, dass ich eventuell wieder in eine ziemlich verzwickte Situation gelandet bin und mich immer noch in Mazatenango befinde, drei Tage nach dem Karneval.

Antigua ist eine schöne Stadt. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, in dieser Stadt zu leben. In den Strassen trifft man sehr viele Menschen aus aller Welt. Es hat sehr viele Touristen und die Stadt ist von Vulkanen und Bergen umgeben. Da ich bereits einen Vulkan bestiegen habe, war dies nicht auf meiner To Do Liste. So wollte ich mehr ein paar Tage mit Party und Chill out verbringen und mich auf den Carneval in Mazatenango vorbereiten. Am zweitletzten Tag geschah es. Eine meiner verrücktesten Geschichten hat begonnen. Mit einem ziemlichen Kater durchstöberte ich mit einem Deutschen die Strassen von Antigua auf der Suche nach Essen. Dann stiessen wir auf zwei Mädchen, welche wir am Abend vorher kennengelernt hatten. Zugegeben, ich habe nur zwei Minuten mit einem der Mädchen getanzt und sie konnte sich aufgrund Trunkenheit nicht mehr an mich erinnern. Sie fragten dennoch, ob wir Lust hätten, einen Aussichtspunkt zu besteigen. Wir studierten nicht lange und nahmen das Angebot an. Wir hatten ein paar lustige und Interessante Stunden. Ich habe Merl danach gefragt, ob sie Lust hätte, mit mir am Abend essen zu gehen. Sie bejahte mit einem Lächeln und teilte mir mit, ich solle um etwa sieben Uhr den Chicken Bus nach nach Miraflor nehmen, dort warte sie auf mich. Miraflor, was für ein Name eines Dorfes, dachte ich. Müsste wohl ein kleines Dörfchen um Antigua sein. Noch kurz zu den Chicken Bussen. Diese Busse sind alte Schulbusse aus den Vereinigten Staaten, welche das Land Guatemala billig gekauft hat. Allgemein sendet die USA alles was für ihr Land zu alt ist nach Zentral- und Südamerika. So sind all die Abgasschleudern in Drittweltländern. In den Chicken Bussen ist es teilweise ziemlich gefährlich. Zwei meiner Freunde wurden in diesen ausgeraubt und es habe schon oft bewaffnete Überfälle gegeben.

So habe ich in dieser Nacht den Bus nur mit ein wenig Bargeld und ohne Ausweise oder Telefon bestiegen. Wir fuhren und fuhren. Nach einer Stunde habe ich mich sehr gewundert, wo wohl dieses Miraflor liegen könnte. Plötzlich lag eine riesige Stadt vor mir. Es war Zeit, mich zu erkundigen. Eine Person hat mir dann erklärt, Miraflor sei ein Teil von Guatemala City, einer Millionenmetropole, welche am nächsten Tag mein Ziel war. Oh mein Gott, wo bin ich nur gelandet. Ich habe etwas später Merl getroffen, wir gingen Essen, besuchten anschliessend eine Bar und landeten mitten in der Nacht in einem Autohotel. Merl musste aber um fünf Uhr den Bus zu ihrer Arbeit nehmen. So wartete ich als einziger Tourist am frühen Morgen in einer der gefährlichsten Städten Zentralamerikas auf einen Chicken Bus. Nach vielen Minuten kam er und ich fuhr zurück nach Antigua um meine Siebensachen zu packen, um wenige Stunden später wieder zurück nach Guatemala City zu gehen. So habe ich das echt nicht geplant, aber wenn man Marc Ruck heisst, gerät man halt in solche Situationen.

In Guatemala City habe ich Yoav, meinen Freund aus Israel, wieder getroffen. Zusammen erkundeten wir Guatemala City. Für mich ist Guatemala City ein von Touristen fast unberührter Fleck. Ich empfehle jedem, die Stadt für einen Tag anzuschauen. Wer bereits einen Monat in Guatemala herumgereist ist und die teilweise grosse Armut in den ländlichen Gegenden gesehen hat, wird verblüfft sein. Zona 10 zum Beispiel hat Dutzende riesige Gebäude. Holiday Inn, Hyatt, Hilton und all die grossen Hotels weilen dort. Man fühlt, man sei in den USA. Die herausgeputzten Strassen werden oft von Hummers, Escalades und ähnlichen Autos befahren. Es herrscht grosser Reichtum. In der Nacht sind wir in einem Club gelandet, welcher mir ziemliche Bedenken gemacht hat. Vor allem reiche Leute, teilweise ziemlich hässlich und dick tanzten dort mit Models und Escort Girls. Champagner und teure Alkoholflaschen gingen über den Tresen. Das Bier kostete gleich viel wie in der Schweiz. Gerne wollten wir mit einigen Mädchen tanzen. Diese teilten uns immer mit, dass sie sehr gerne mit uns tanzen würden, aber bezahlt werden, nur mit den reichen Leuten zu tanzen. Ich genoss nur ein einziges Bier und habe mich ziemlich ab dieser Gesellschaft gefragt. In anderen Teilen Guatemalas sterben Leute weil sie keinen Zugang zu Doktoren haben oder verhungern und in diesem Teil Guatemalas wird das Geld herumgeschleudert. Vermutlich werde ich diese Situation wieder antreffen in irgendwelchen anderen Grossstädten Zentralamerikas. Später in Mazatenango habe ich von zwei Leuten aus Guatemala City erfahren, dass dieser Club, genannt el Matador, ein Club von Narcos sei. Narcos sind diejenigen, die den Drogen- und Waffenmarkt zwischen Süd- und Nordamerika kontrollieren.

Carneval in Mazatenango

Mit Yoav ging ich dann am darauffolgenden Tag nach Mazatenango. Nach einer vierstündigen Fahrt erreichten wir die Stadt. Es schien, als seien wir die einzigen Touristen. Am ersten Abend besuchten wir einen Schönheitswettbewerb. Wir haben getrunken und uns mit Einheimischen unterhalten. Man hat uns vor den Kartellen und Narcos gewarnt, welche von Mexico und anderen Staaten Guatemalas für den Carneval nach Mazatenango gehen.

An den darauffolgenden Tagen besuchten wir den Carneval in Mazatenango. Meist haben die Paraden am Nachmittag angefangen. So waren wir immer etwas früher bereit, um uns einen guten Platz zu ergattern. Die Biere waren wie bereits in Flores nur fünf Quetzales, umgerechnet fünfzig Rappen teuer. Wir genossen die vielen verschiedenen farbenprächtigen Umzugsteilnehmer, liessen uns von diversen Familien und Einzelpersonen fotografieren und haben viel gefeiert. Viele Menschen in Mazatenango wollten Fotos von uns schiessen. Es ist wirklich alltäglich, dass hier Leute aus anderen Teilen der Welt erscheinen. Selbst die Schönheitsköniginnen haben uns um ein Foto gebeten. So etwas erlebt man in der Schweiz bestimmt nie. Wir konnten später ungestört noch einige Worte mit den Schönheiten wechseln. Es war ziemlich interessant. Es folgten Umzugsteilnehmer, weitere Familien, mehr Schönheiten und leider auch viele Schwule, welche mit uns aufs Foto wollten. Für einen Moment fühlten wir uns als Prominente. Richtig gehört, Schwule wollten uns auch ständig kennenlernen. Dies ist ein Nachteil, wenn man anders aussieht, wie alle andern. Ich habe nichts gegen Schwule und habe während meiner Reise auch viele Homosexuelle kennengelernt, welche wirklich cool waren. Aber wenn man von diesen Personen ständig angefasst und angemacht wird, fängt es mit der Zeit wirklich an zu nerven…

Die nächsten Tage haben wir Abwechslungsweise mit Karneval und im Park sitzen verbracht. Falls gerade kein Karneval war, haben wir uns ein Bier gekauft und haben unser Leben im gemütlichen Park genossen. Es kamen stets Personen, welche sich erkundigt haben, woher wir sind. Anzugsträger, Militärs, Schüler, Penner und zum Teil wirklich schöne Mädchen. Schöne Mädchen, ich komme wieder einmal zurück zum Thema Mädchen. Viele wollten uns besser kennenlernen und Facebook und Nummern austauschen.

Während ich diesen Blog schreibe, ist der Karneval bereits seit drei Tagen beendet. Ich befinde mich aber immer noch in Mazatenango. Was ist wohl passiert. Nein, es ist keine Alkoholvergiftung oder eine sonstiges Leiden. Ich habe ein supernettes und wunderschönes Mädchen am Karneval kennengelernt, welches ich nicht einfach so verlassen konnte. Ihr Name ist Alma. Sie hat mich auch gebeten, noch einige Tage zu bleiben.  Am zweiten oder dritten Abend habe ich Alma kennengelernt. Wir haben abgemacht, dass wir zusammen eine Parade anschauen werden. Gesagt getan, haben wir gemeinsam die Parade angeschaut. Am Abend besuchten wir zusammen ein Konzert. Dort hats gefunkt. Seit diesem Abend haben wir sehr viel miteinander unternommen. Dabei bin ich auch in eine lustige Situation geraten. Alma spielt Frauenfussball. Sie hat mich gefragt, ob ich gerne ein Spiel von ihnen anschauen möchte. So habe ich mich am einen Abend statt für Karneval für das Spiel entschieden. Ich habe aber verstanden, dass ich dort mitspielen werde. So bin ich mit Fussballausrüstung auf dem Platz erschienen. Alle haben sich gefragt, wieso ich mit Fussballausrüstung erschienen bin. Sie haben mir später erklärt, dass ich nur Zuschauer war. So musste ich mir ein Frauenfussballspiel, welches mehr als eine Stunde gedauert hat, anschauen. Ich denke aber, Alma hat dies sehr geschätzt. Sie hat mir auch versprochen, dass ich an einem anderen Tag auch mitspielen darf.

So vergingen die Karnevaltage. Meine Freunde Yoav und Jonas, welcher später ebenfalls zugestossen ist, verliessen Mazatenango. Ich bin zur Zeit in einem ziemlichen Wirrwarr von Gefühlen. Ich weiss nicht, wie es um mich und Alma steht. Ich möchte auf eine Art weiterreisen, auf die andere Art aber noch einige Zeit hier verbringen. Dazu kommt, dass mein Konto langsam zu Neige geht. Dieses Problem muss ich wohl zusätzlich in den nächsten Tagen in Angriff nehmen und mir überlegen, was ich tun soll. Ich werde jetzt aber noch einige Tage die Zweisamkeit mit Alma geniessen. Es wird aber ziemlich hart werden, sie zu verlassen...









Montag, 4. Februar 2013

Geldprobleme/neuer Haarschnitt, neue Kamera

Geldprobleme

Nach Semuc Champey musste ich einen Zwischenhalt in Coban machen. Ja, einen Zwischenhalt sollte es werden. So fängt das erste schlechte Erlebnis an. Mit umgerechnet vier Franken erreichte ich den Ort. Schnell suchte ich einen Geldautomaten auf. "Leider sind keine Transaktionen möglich, bitte kontaktieren sie ihre Bank!" Es war nicht das erste Mal, dass ich Probleme mit der Kredit- und Bankkarte hatte. So ärgerte ich mich umso mehr. Gott sei Dank haben mir meine Eltern via Western Union ausgeholfen. Vor einigen Jahren hatte ich einen Skimming Fall. Seit daher sind die Sicherheitsvorkehrung bezüglich meiner Kreditkarte ziemlich hoch. Ich habe aber meiner Bank mitgeteilt, dass ich in der Weltgeschichte herumreise. Darum frage ich mich sehr ab Kommentaren wie die Kreditkarte ist gesperrt weil wieder ein Skimming Fall vermutet wird.  Dank meinen Eltern konnte ich dann schliesslich weiterreisen.

Nächstes Ziel war Huehuetenango. Die Strassen sind schlecht in Guatemala. Aber so etwas habe ich noch nie erlebt. Fünf Stunden Schlaglöcher und keine normale Strasse in Sicht. Mein Hintern schmerzte nach dieser Fahrt sehr. In Huehuetenango dann habe ich umgerechnet fünf Minuten verbracht. Es gefiel mir dort überhaupt nicht und nahm den nächsten Bus nach Quetzaltenango, Kurzwort Xela. In Xela angekommen ruhte ich mich ein wenig aus und wer kam da zur Türe rein. Meine altbekannten Freunde Chris und Sam aus England. Zusätzlich machte ich die Bekanntschaft mit Yoav aus Israel. Mit ihnen hatte ich eine super Zeit in Xela. Wir gingen aus und hatten  immer noch die Hoffnung, endlich mal eine Guatemalteca kennenzulernen. Neben dem Ausgehen und dem Biertrinken bestiegen wir einen Vulkan. Wir machten eine Vollmondtour. Mitten in der Nacht bestiegen wir in vier Stunden den Vulkan Santa Maria. Null Grad schrieb das Thermometer oben auf dem Vulkan. Leider hatte nicht genügend warme Kleider dabei und fror dabei sehr. Die Aussicht auf den aktiven Vulkan aber liess die Kälte vergessen. Noch nie sah ich einen aktiven Vulkan. Dazu kam der Sonnenaufgang, herrlich.

Nach Xela folgte der nächste Ort, San Pedro la laguna. Ein wunderschöner Ort am Lake Atitlan. Dort traffen wir weitere Freunde aus älteren Zeiten und hatten wieder eine super Zeit. Nach einigen Tagen aber musste ich diese Sündenstadt verlassen. Der Ort war eigentlich nur gut für Partys und Chill out. Diese beiden Freizeitvertriebe fressen sehr viel Geld. Darum verliess ich den Ort und meine Freunde nach fünf Tagen. Diese wollten dort noch viele Tage mehr verbringen.

Neuer Haarschnitt, neue Kamera

Nun bin ich in Antigua, ein wunderschöner antiker Ort. Heute habe ich mir eine neue Kamera gekauft mit der Hoffnung, dass sie nicht gestohlen wird und keinen Partys zum Opfer fällt. Manchen Personen mag aufgefallen sein, dass mein Haar ziemlich lang wurde und ich wie ein Löwe aussah. Auch dieses Problem ist erledigt. Ich habe mir die Haare schneiden lassen, für umgerechnet drei Franken. Das einzige Problem, welches zur Zeit noch im Raum steht, ist der Wunsch, eine Guatemalteca kennenzulernen. Die Mädchen aus Guatemala sind im Gegensatz zu Mädchen aus Mexico nicht leicht kennenzulernen. Sie meiden oft den Kontakt mit Ausländern. Einheimische haben mir erklärt, Guatemaltecas möchten keine schnelle Sachen, sie suchen eigentlich meist nach der Liebe des Lebens, oft verbunden mit Heirat und Kindern. Wie unterschiedlich Kulturen doch sein mögen.

Nächstes Ziel ist Carneval in Mazatenango. Dies soll der grösste Carneval in Guatemala sein. Ich vermisse die Fasnacht sehr. Gerne wäre ich in diesen Tagen mit meinen Freunden und Freundinnen meiner Guggenmusik unterwegs. Seit sechs Jahren jedes Jahr ein Highlight. Dieses Jahr kann ich nicht dabei sein. Darum freue ich mich umso mehr, eine neue Form von Carneval kennenzulernen. In Mazatenango werde ich drei Freunde aus Deutschland, Frankreich und Australien wiedersehen. Mit ihnen hatte ich immer sehr viel Fun. Leider trennten uns die Wege ständig.









Mittwoch, 23. Januar 2013

Abenteuer im Jungle / Frauen regieren die Welt


Abenteuer im Jungle

Ich melde mich mitten aus dem Jungle. Genauer gesagt befinde ich mich etwa drei Kilometer entfernt von Semuc Champay in einem Hostel genannt Utopia Ecohotel. Das Hostel ist erst gerade eröffnet worden. Vor allem wegen der ökologischen Bauart des Hostels ist es ein Ecohotel. Alles ist aus Holz und es wird keine Energie verwendet, um das Hostel zu kühlen oder zu wärmen. Der Weg in dieses Hostel war ziemlich abenteuerlich. Das Wetter hat sich seit Rio Dulce nicht verändert, es ist seit einigen Tagen regnerisch und verhältnismässig ziemlich kalt für diese Jahreszeit. Die Strassen sind dementsprechend rutschig, was die Reise jeweils ziemlich erschwert. Die Reise startete in Rio Dulce. Dort habe ich Dalus aus Litauen und zwei Jungs und zwei Mädels aus Mexico kennengelernt. Zusammen nahmen wir die Reise auf uns. Bereits nach wenigen Kilometern endete die normale Strasse und wechselte zu einer mit Schlaglöchern übersäten und ziemlich holprigen Schotterpiste. Vier Stunden waren wir im kleinen Schuttlebus. Rechts ging es jeweils hunderte Meter den Berg runter. Als dann auch noch die Radachse brach, war das Abenteuer perfekt. Wir warteten mitten im Urwald auf Hilfe. Schliesslich nach dreissig Minuten kam ein Pick-up Truck des Hostels Utopia vorbei, welches uns freundlich mitnahm und uns versprach, den Aufenthalt im Hostel Utopia nicht zu bedauern.

Vor Semuc Champay und dem bei dem letzten Blog erwähnten Land Belize war ich noch in Flores, meinem ersten Aufenthalt in Guatemala. Flores ist ein kleines Städtchen, rund zwei Stunden entfernt von der Grenze Guatemala/Belize und befindet sich auf einer Insel mitten in einem See. Es ist einer der schönsten Orte, welcher ich bereits gesehen habe während meiner Reise. Ich habe beim Hostel Los Amigos eingecheckt und wollte einige Dinge einkaufen im Städtchen. Von einer Strasse her hörte ich Musik. Da ich stets wissen möchte, was so abgeht an neuen Orten, wollte ich mir dies von der Nähe her anschauen. Ich traute meinen Augen nicht. Da war doch tatsächlich eine Kleinformation mit Trommeln, Trompeten, Pauke und Saxofon, welche ähnliche Musik machte wie eine Guggenmusik. Davor tanzten hunderte Menschen aus Flores. Sehr viele waren verkleidet, tranken Bier und Hochprozentiges, sangen und tanzten. Was für ein Fest! Ich wollte wissen, was genau abgeht und fragte einen Einheimischen. Es war eine Art Fest der Regierung des Staates Petén und den Bierbrauereien zusammen. Ein wenig Kultur war auch dabei. Sie wollten mit der Musik und dem Fest die bösen Geister des Städtchens vertreiben.

Frauen regieren die Welt

Die kleine Parade in Flores war nur ein kleiner Teil des ganzen Festes. Wenn man über die Brücke nach Santa Elena ging, war ein weiteres Festival, welches fünfzehn Tage dauerte. Das Bier kostete dort rund fünfzig Rappen und ein Steak drei Franken. Wer mich kennt weiss, dass ich mir das nicht zweimal sagen lasse. Während all den fünf oder sechs Tagen in Flores ging ich jeden Abend an dieses Festival. Jedes Mal mit einer Gruppe Backpackers. Es war jedes mal ein gewaltiger Spass. Manchmal dauerte das Fest länger, manchmal kürzer. Das Festival war ziemlich verschieden zu einem Festival in der Schweiz oder sonstwo. Zuerst hatte es viele Stände um irgendwelchen Ramsch zu kaufen, danach dutzende Essensstände und danach folgten Bars und kleine selber gemachte Clubs. Es hatte auch einen kleinen Lunapark. Das Riesenrad war das Highlight. Es drehte sich rund zehnmal schneller als ein normales Riesenrad, war komplett aus Holz und Stahl und wurde durch den Motor eines Traktors angetrieben. Ich muss zugeben, mir war da schon ein wenig mulmig auf dem Ding. Neben der ganzen Festerei waren natürlich auch noch einige Sehenswürdigkeiten in und um Flores. An einem Tag machte ich eine Tour nach Tikal. Tikal ist wohl der wichtigste Ort für Tempel, Pyramiden und Ruinen in Guatemala. Ich machte dort eine Spezialtour. Sie startete morgens um drei Uhr. Man denke zurück, da war immer noch das Festival, welches ich jeden Abend besucht habe. Dementsprechend besuchte ich das ganze mit einem ziemlich durstigen Mund und einem kleinen Kater. Das Erlebnis, auf der höchsten Pyramide den Sonnenaufgang zu sehen und mitzuerleben, wie der Jungle erwachte, war immens. Das Vogelgezwitscher und die Schreie der Affen waren so laut, man konnte sich kaum noch unterhalten. Das investierte Geld für die Tour hat sich definitiv gelohnt. So was erlebt man kaum irgendwo.

Ich hatte eine super Zeit in Flores. Vor allem all die Backpackers, welche ich dort kennengelernt habe, waren ziemlich witzig und lustig. Ein sehr lustiges und witziges Erlebnis hat mich sehr geprägt und mich in eine peinliche Situation versetzt. Zuerst muss ich sagen, die Mädchen aus Guatemala sind wunderschön. Ich habe noch selten so schöne Menschen gesehen, wie hier. Vor allem ihre Natürlichkeit übertrifft alles, dazu kommt, dass sie alle sehr nett sind. Nein, ich erzähle nun nicht von einer weiteren Frauengeschichte, sondern von einem anderen Erlebnis. Ein Junge aus Neuseeland und ich waren am Pier, haben dort gebadet und die Sonne genossen. Vor allem warteten wir auf den Sonnenuntergang, wie viele andere Menschen um den Pier auch. Da kam eine junge Dame aus Guatemala, ich denke sie war eine der schönsten Frauen, welche ich je gesehen habe. Die Kleider ausgezogen stand sie mit ihrem Tangabikini am Pier und genoss den Sonnenuntergang. Jeder einzelne Blick jedes männlichen Geschöpfes inklusive uns war auf die junge Dame gerichtet. Der Sonnenuntergang war nur noch Nebensache, kaum jemand hat bemerkt, dass dieser stattgefunden hat. Ich konnte ein Pärchen beobachten, er den Blick auf die Dame und sie völlig verdutzt daneben. Autos haben angehalten um einen Blick zu erhaschen, die Leute von dem Restaurant daneben haben sich erhoben und selbst die Schiffe haben den Motor abgestellt. Sie stand da als könnte sie zu diesem Zeitpunkt die Welt regieren. Mein Gott, war das ein Anblick. So sieht man, wie viel Macht eine Frau haben kann. Dann kam das beste. Da wir gleich neben ihr sassen, wollte ich die Chance nützen um sie anzusprechen. Ein kurzes „Hola, como estas“ und mir fehlten die Worte. Als dieses Wesen mit ihren wunderschönen Augen gespannt auf meine Fragen wartete, war meine Stimme komplett verstummt. Oh mein Gott war das peinlich! In jüngeren Jahren erlebte ich diese Situation sehr oft, da ich prinzipiell nie wusste, wie ich eine Frau ansprechen sollte. In dieser Situation hat dieses perfekte wunderschöne Geschöpf einfach meine Sprache vergessen lassen. Sie regierte definitiv die Welt zu dieser Zeit!

Vermutlich werde ich noch eine Weile in Guatemala bleiben. Es gefällt mir hier sehr. Hoffentlich kommt die Sonne wieder einmal zum Vorschein! Man merkt aber sehr, dass die Menschen hier ärmer sind, als in Mexico. Dies mussten wir vor allem in Rio Dulce bemerken. Meine neue Kamera wurde gerade mal zehn Tage alt. Wir besuchten einen speziellen Wasserfall. Man schwamm in kaltem Wasser und vom Wasserfall kam heisses Wasser. Im Innern des Wasserfalls hatte es eine Heisswasserquelle. Wir waren zu dritt, Matthias aus Norwegen und Hillary aus Neuseeland. Matthias und ich bestiegen den Wasserfall und Hillary wartete unten, um ein Foto von uns zu machen. Da kam ein junger Herr aus dem Busch mit einer Machete und hielt die Machete Hillary an die Kehle. Sie gab ihm die Kameras, auf welche er es abgesehen hatte. Ich war am Schluss nur froh, war nicht mehr passiert. Die Kamera wurde Nebensache. Trotzdem muss ich nun wieder eine neue kaufen. Ich habe irgendwie immer Pech mit Kameras, keine Ahnung warum...die nächsten Tage wird es aber erstmal wieder nur wenige I-Phone Fotos geben...












Mittwoch, 16. Januar 2013

Neue Bekanntschaften in Caye Caulker / Der Auswanderer

Ich bin gerade in Rio Dulce angekommen. Rio Dulce liegt im Süden von Guatemala. Manch einer mag sich wundern, wie ich von Mexico nach Guatemala gekommen bin. Dazwischen habe ich sehr viel erlebt und ein weiteres Land kennengelernt, Belize. Ich habe viele neue, lustige und zugleich verrückte Menschen kennengelernt und viele neue Erfahrungen gemacht. Aber ich gehe zuerst da zurück, wo ich Mexico verlassen habe, nach Chetumal.

Neue Bekanntschaften in Caye Caulker, Belize

Im Hostal in Chetumal habe ich eine Gruppe von Amerikanern aus Kalifornien kennengelernt. Zwei Jungs und vier Mädels im Alter zwischen achtundzwanzig und achtunddreissig Jahren. Alle haben in jüngeren Jahren die ganze Welt bereist und reisen jetzt auf eine andere Art. Sie mieten jeweils zusammen Häuser. So reisen sie im Verhältnis auch relativ billig. Zusätzlich waren noch zwei Mädels aus Frankreich, eine siebenundzwanzig, eine dreissig Jahre alt, im Hostel. Den Abend habe ich dann mit den Amerikanern und den beiden Mädels verbracht. Am nächsten Tag gingen wir alle zusammen mit einem Boot nach Caye Caulker, Belize. Nach rund sechs Monaten Mexico war es schon ein merkwürdiges Gefühl, das Land zu verlassen. Aber ich schaue auf eine sehr gute Zeit zurück und fuhr mit vielen Erwartungen Richtung Caye Caulker. Die Amerikaner hatten bereits ein Haus gemietet, demnach auch keine Probleme wegen der Unterkunft. Die Mädels aus Frankreich und ich jedoch hatten grosse Mühe, eine Location zu finden. So mussten wir die erste Nacht rund hundert US Dollar ausgeben für ein Hotelzimmer. Es war eine ziemliche Abzocke. Da wir drei ziemlich gut miteinander ausgekommen sind, haben wir uns entschieden, für die nächsten Tage ein gemeinsames Bungalow zu suchen. Gesucht, gefunden. Umgerechnet acht US Dollar pro Person kostete uns das Bungalow. Ich habe fünf Nächte auf dieser wunderschönen Insel verbracht. Belize ist einiges teurer als Mexico. Dies konnte ich sehr gut spüren. Einzig Lobster (Hummer) war verhältnismässig ziemlich billig. Für zehn US Dollar konnte man einen ganzen Lobster essen. Während den fünf Tagen in Caye Caulker habe ich drei Lobster verspiesen. Einfach köstlich! Oft haben wir etwas mit den Amerikanern unternommen und konnten auch bei ihnen im Haus sein. So habe ich viel über sie erfahren können. Was mir speziell aufgefallen war, dass diese Leute immer fröhlich waren. Ich habe nach dem Grund gefragt und sie erklärten mir, sie haben halt das Leben lang keinen Stress gehabt und einfach gelebt, gereist und gefeiert! Sie gehen jedes Jahr an das Burning man Festival in der Wüste Nevadas. Dies ist wohl das verrückteste Festival auf der Welt, ziemlich abgefahren. Sie haben mich eingeladen, eines Tages dort teilzunehmen. Ich habe es mir mal im Kopf gespeichert.

Die Einwohner von Caye Caulker waren ziemlich verschieden. So gab es die, die etwas aus ihrem Leben machen wollten und dafür hart arbeiten und es gab die, die den ganzen Tag nichts getan haben, Drogen konsumierten und versuchten, die Touristen über das Ohr zu hauen und irgendwie Geld zu bekommen. Einheimische haben uns vor diesen Personen gewarnt. Sie scheuen auch nicht vor Diebstählen oder es kam schön öfters vor, dass leichtsinnige Mädchen vergewaltigt wurden. Da die beiden französischen Mädchen ziemlich leichtsinnig waren, hatte ich ständig ein komisches Gefühl, diese Jungs könnten ihnen was antun. Darum war ich auch etwas besorgt, als ich die Insel nach einigen Tagen verlassen habe und die Mädels immer noch dort waren. Aber schlussendlich sind sie auf sich selbst gestellt und sollten wissen, was sie tun...

Der Auswanderer

Ich besuchte einen weiteren Ort in Belize, San Ignacio. Eigentlich wollte ich dort Höhlen besuchen. Da die Touren aber meist fast hundert US-Dollar gekostet haben, habe ich dort nicht viel unternommen. Ich habe in San Ignacio einen schweizerischen Auswanderer kennengelernt, Werner aus Biel. Er lebt seit vier Jahren dort und ist dafür bekannt, die besten Hamburger und Schnitzelbrote zu machen. Werner hat die Schweiz verlassen, weil er es satt hatte, rund neun Stunden zu arbeiten um dann wieder viele Steuern zu bezahlen. Er war nicht mehr glücklich mit seinem Leben in der Schweiz. Nun habe er jeden Tag warmes Wetter, einen super Hamburgerstand und ständig glückliche Menschen um sich.

Rio Dulce ist im Regenwald. Das Internet hier ist ziemlich schlecht. Aus diesem Grund werde ich die Fotos etwas später hochladen und die weitere Reise hier hin zu einem späteren Zeitpunkt erklären. Wenn ich aber schaue, wie kalt es zur Zeit in der Schweiz ist, möchte ich nicht über schlechten Internetempfang lästern und warte einfach, bis ich wieder besseren Empfang habe.






Samstag, 5. Januar 2013

Letzte Tage in Tulum / Sylvester in Isla Mujeres

Letzte Tage in Tulum

Weihnachten war längst nicht so spektakulär, wie die Neujahrsparty. Dies war wohl eine der verrücktesten Neujahrspartys, welche ich je gesehen habe. Ich komme später noch einmal darauf zurück. Der zweite Weihnachtstag war nichts besonderes. Leider konnte ich meine Freunde aus den anderen Hostels nicht mehr finden, so feierte ich relativ ruhig mit einem Pärchen aus Colorado, USA, welches ich in dem Hostel kennengelernt habe. Der frischvermählte Ehemann hatte Wurzeln aus der Schweiz. Sein Vater kommt aus dem Appenzell. So zeigte er mir stolz seine Wurst-Käse-Platte, welche er für den Weihnachtsabend kreirt hatte. Dies habe er von seinem Vater aus der Schweiz gelernt. Jeden Tag geniesse er eine solche Platte. Ich fühlte mich gleich ein wenig zu Hause. Es war ein lustiger Abend mit den beiden.

Am Tag darauf wechselte ich das Hostel, in welchem viel mehr los war. Sehr schnell befreundete ich mich mit einigen Personen, mit welchen ich dann auch ausging. In dem Hostel genannt "the weary traveler hostel" blieb ich nur noch zwei Tage. Danach machte ich mich auf nach Isla Mujeres. Ich wollte unbedingt bereits einige Tage vor der grossen Neujahrsparty dort ankommen, um bereits Bekanntschaften zu machen. Als ich von Isla Mujeres erzählt hatte, entschied sich Sarac aus Nicaragua ebenfalls, auf diese Insel zu kommen. Eine sehr spezielle Person. Er war DER Latin Lover, den man aus Serien und Filmen kennt. Braungebrannt, muskulös und einfach gutaussehend. Man konnte nirgends hingehen, ohne das irgendwelche Mädchen ein Foto oder gar von ihm wollten. Er hatte auch auch seine Theorien und Erkenntnisse, welche er mir ständig erzählte. Keine Frau sei zu schwierig um zu kriegen, man könne jede Frau kriegen, manche schneller, manche weniger schnell. Ja gut, dachte ich...als Latin Lover wie er einer ist, vielleicht. Man glaubt es kaum und ich traute meinen Augen nicht. Er sagte mir, schau zum Beispiel dieses wunderschöne Mädchen welche mit dem reichen Typen Cocktails schlürfe, sogar die könne er kriegen. Er ging zu ihr und flüsterte ihr etwas ins Ohr, weiss der Kuckuck was. Ich traute meinen Augen nicht als dieses Mädchen doch tatsächlich aufstand und mit dem Typen verschwand. Mein Gott, ist dieser Typ ein Magier?!? Fazit, er mag ja wohl ein Frauenheld sein und eine Art Magie haben, doch ich denke nicht, dass dieser Typ viele echte Freunde hat. 

Sylvester in Isla Mujeres

Auf Isla Mujeres wohnte ich im Poc-na Hostel. Das wohl grösste Hostel, welches ich je gesehen habe. Rund dreihundert Personen konnten dort übernachten. Ich lernte auch ziemlich schnell wieder Personen kennen. Mit dem Nicaraguaner verkehrte ich eigentlich nicht mehr gross. Oft war ich mit Amerikanern, Deutschen, einer Brasilianerin, einer Dänin und belgischen Mädchen unterwegs. Mit all diesen Personen feierte ich dann auch die Neujahrsparty. Mit den belgischen Mädels und der Brasilianerin erkundete ich an den ersten Tagen mit einem Golfcar die Insel. Am letzten Tag des Jahres dann machte ich meine erste Schnorcheltour. Ich konnte sehr viel sehen. Vor allem die Vielfalt der vielen verschiedenen Fischen war überwältigend. Das Schnorcheln selber ist nicht mein liebster Sport im Wasser. Meine Taucherbrille war immer voll mit Wasser, lief an oder ich schluckte aus irgendeinem Grund Wasser. Die Tour selbst war aber super, wir hatten es sehr lustig und das ganze war eigentlich recht billig. Eigentlich wäre sie billig gewesen, hätte ich nicht in der letzten Minute meine Taucherbrille im Wasser verloren. Hoffentlich beginnt das neue Jahr nicht so tollpatschig, wie es aufhörte...

Am Abend dann die grosse Party. Noch nie habe ich Sylvester an einem Strand gefeiert. Auf Isla Mujeres gab es eine Art Hauptplatz, auf welchem alle feierten und den Countdown verfolgten. Die Personen waren dreissig Prozent Amerikanische Touristen, dreissig Prozent Backpacker und etwa dreissig Prozent Inselbewohner. Wir stiessen auf das neue Jahr an und gingen dann zurück ins Hostel, um die Hostelparty zu feiern. Ich traf das dänische Mädchen wieder, mit welchem ich auch oft Zeit verbrachte. Ich verbrachte einige Zeit mit ihr an der Party und später gemeinsam ein wenig am Strand. Sie ging dann aber schlafen. Ich entschied mich aber, noch einmal zu schauen, ob auf dem Hauptplatz noch was los war. Ich traute meinen Augen nicht. Der Platz war noch genauso voll wie zuvor. Die meisten Amerikaner gingen aber bereits schlafen. Es waren fast nur noch Mexicaner dort. Man tanzte, sang, trank und feierte. Oft gab es wieder Umarmungen und Neujahrswünsche. Ich fragte einige Einheimische, wie lange den gefeiert werde. Man erklärte mir, für sie fange das neue Jahr mit dem Sonnenaufgang an. Mit der Sonne komme das neue Jahr. Darum feiere man bis etwa um neun Uhr. Und nicht etwa nur junge, sondern die ganzen Familien. Ich war echt verdutzt, wie viele Personen da bis am Morgen feierten. Ein Herr sagte mir, am ersten Januar kommt auch niemand ins Gefängnis. Jene, welche den Hauptplatz nicht mehr verlassen können, weil sie zu betrunken waren, werden von der Polizei nach Hause chauffiert. Finde ich eigentlich noch ziemlich fair. Ich erinnere mich an eine Geschichte in der Schweiz als ich mal in einer ähnlichen Situation war. Die Polizei wollte mir nicht helfen um nach Hause zu kommen. Freund und Helfer, ja wo den wohl. Sie liessen mich damals sturzbetrunken mitten auf der Strasse zurück und sagten mir, ich solle meinen Heimweg so fortführen. Ziemlich gefährlich finde ich. Zurück nach Isla Mujeres. Ich feierte mit meinen Freunden noch bis sieben Uhr. Um diese Zeit war der Platz noch bis zum letzten Stuhl besetzt und die Bühne war noch rappelvoll. Wir entschieden uns aber, schlafen zu gehen. 

Ich blieb noch einen Tag länger in Isla Mujeres und ging dann später zurück nach Tulum und bin jetzt in Chetumal. In einigen Stunden fahre ich mit einem Boot nach Caye Caulker, Belize. Ein neues Land. Nach rund sechs Monaten Mexico verlasse ich dieses wunderschöne Land. Ich werde aber auf jeden Fall zurückkehren, da ich mich ziemlich in dieses Land verliebt habe. Mal schauen, was in Belize auf mich zukommt. Ich habe nun auch wieder eine Kamera. Es gibt also wieder schöne Fotos, nicht nur I-phone Fotos.