Montag, 4. Februar 2013

Geldprobleme/neuer Haarschnitt, neue Kamera

Geldprobleme

Nach Semuc Champey musste ich einen Zwischenhalt in Coban machen. Ja, einen Zwischenhalt sollte es werden. So fängt das erste schlechte Erlebnis an. Mit umgerechnet vier Franken erreichte ich den Ort. Schnell suchte ich einen Geldautomaten auf. "Leider sind keine Transaktionen möglich, bitte kontaktieren sie ihre Bank!" Es war nicht das erste Mal, dass ich Probleme mit der Kredit- und Bankkarte hatte. So ärgerte ich mich umso mehr. Gott sei Dank haben mir meine Eltern via Western Union ausgeholfen. Vor einigen Jahren hatte ich einen Skimming Fall. Seit daher sind die Sicherheitsvorkehrung bezüglich meiner Kreditkarte ziemlich hoch. Ich habe aber meiner Bank mitgeteilt, dass ich in der Weltgeschichte herumreise. Darum frage ich mich sehr ab Kommentaren wie die Kreditkarte ist gesperrt weil wieder ein Skimming Fall vermutet wird.  Dank meinen Eltern konnte ich dann schliesslich weiterreisen.

Nächstes Ziel war Huehuetenango. Die Strassen sind schlecht in Guatemala. Aber so etwas habe ich noch nie erlebt. Fünf Stunden Schlaglöcher und keine normale Strasse in Sicht. Mein Hintern schmerzte nach dieser Fahrt sehr. In Huehuetenango dann habe ich umgerechnet fünf Minuten verbracht. Es gefiel mir dort überhaupt nicht und nahm den nächsten Bus nach Quetzaltenango, Kurzwort Xela. In Xela angekommen ruhte ich mich ein wenig aus und wer kam da zur Türe rein. Meine altbekannten Freunde Chris und Sam aus England. Zusätzlich machte ich die Bekanntschaft mit Yoav aus Israel. Mit ihnen hatte ich eine super Zeit in Xela. Wir gingen aus und hatten  immer noch die Hoffnung, endlich mal eine Guatemalteca kennenzulernen. Neben dem Ausgehen und dem Biertrinken bestiegen wir einen Vulkan. Wir machten eine Vollmondtour. Mitten in der Nacht bestiegen wir in vier Stunden den Vulkan Santa Maria. Null Grad schrieb das Thermometer oben auf dem Vulkan. Leider hatte nicht genügend warme Kleider dabei und fror dabei sehr. Die Aussicht auf den aktiven Vulkan aber liess die Kälte vergessen. Noch nie sah ich einen aktiven Vulkan. Dazu kam der Sonnenaufgang, herrlich.

Nach Xela folgte der nächste Ort, San Pedro la laguna. Ein wunderschöner Ort am Lake Atitlan. Dort traffen wir weitere Freunde aus älteren Zeiten und hatten wieder eine super Zeit. Nach einigen Tagen aber musste ich diese Sündenstadt verlassen. Der Ort war eigentlich nur gut für Partys und Chill out. Diese beiden Freizeitvertriebe fressen sehr viel Geld. Darum verliess ich den Ort und meine Freunde nach fünf Tagen. Diese wollten dort noch viele Tage mehr verbringen.

Neuer Haarschnitt, neue Kamera

Nun bin ich in Antigua, ein wunderschöner antiker Ort. Heute habe ich mir eine neue Kamera gekauft mit der Hoffnung, dass sie nicht gestohlen wird und keinen Partys zum Opfer fällt. Manchen Personen mag aufgefallen sein, dass mein Haar ziemlich lang wurde und ich wie ein Löwe aussah. Auch dieses Problem ist erledigt. Ich habe mir die Haare schneiden lassen, für umgerechnet drei Franken. Das einzige Problem, welches zur Zeit noch im Raum steht, ist der Wunsch, eine Guatemalteca kennenzulernen. Die Mädchen aus Guatemala sind im Gegensatz zu Mädchen aus Mexico nicht leicht kennenzulernen. Sie meiden oft den Kontakt mit Ausländern. Einheimische haben mir erklärt, Guatemaltecas möchten keine schnelle Sachen, sie suchen eigentlich meist nach der Liebe des Lebens, oft verbunden mit Heirat und Kindern. Wie unterschiedlich Kulturen doch sein mögen.

Nächstes Ziel ist Carneval in Mazatenango. Dies soll der grösste Carneval in Guatemala sein. Ich vermisse die Fasnacht sehr. Gerne wäre ich in diesen Tagen mit meinen Freunden und Freundinnen meiner Guggenmusik unterwegs. Seit sechs Jahren jedes Jahr ein Highlight. Dieses Jahr kann ich nicht dabei sein. Darum freue ich mich umso mehr, eine neue Form von Carneval kennenzulernen. In Mazatenango werde ich drei Freunde aus Deutschland, Frankreich und Australien wiedersehen. Mit ihnen hatte ich immer sehr viel Fun. Leider trennten uns die Wege ständig.









Mittwoch, 23. Januar 2013

Abenteuer im Jungle / Frauen regieren die Welt


Abenteuer im Jungle

Ich melde mich mitten aus dem Jungle. Genauer gesagt befinde ich mich etwa drei Kilometer entfernt von Semuc Champay in einem Hostel genannt Utopia Ecohotel. Das Hostel ist erst gerade eröffnet worden. Vor allem wegen der ökologischen Bauart des Hostels ist es ein Ecohotel. Alles ist aus Holz und es wird keine Energie verwendet, um das Hostel zu kühlen oder zu wärmen. Der Weg in dieses Hostel war ziemlich abenteuerlich. Das Wetter hat sich seit Rio Dulce nicht verändert, es ist seit einigen Tagen regnerisch und verhältnismässig ziemlich kalt für diese Jahreszeit. Die Strassen sind dementsprechend rutschig, was die Reise jeweils ziemlich erschwert. Die Reise startete in Rio Dulce. Dort habe ich Dalus aus Litauen und zwei Jungs und zwei Mädels aus Mexico kennengelernt. Zusammen nahmen wir die Reise auf uns. Bereits nach wenigen Kilometern endete die normale Strasse und wechselte zu einer mit Schlaglöchern übersäten und ziemlich holprigen Schotterpiste. Vier Stunden waren wir im kleinen Schuttlebus. Rechts ging es jeweils hunderte Meter den Berg runter. Als dann auch noch die Radachse brach, war das Abenteuer perfekt. Wir warteten mitten im Urwald auf Hilfe. Schliesslich nach dreissig Minuten kam ein Pick-up Truck des Hostels Utopia vorbei, welches uns freundlich mitnahm und uns versprach, den Aufenthalt im Hostel Utopia nicht zu bedauern.

Vor Semuc Champay und dem bei dem letzten Blog erwähnten Land Belize war ich noch in Flores, meinem ersten Aufenthalt in Guatemala. Flores ist ein kleines Städtchen, rund zwei Stunden entfernt von der Grenze Guatemala/Belize und befindet sich auf einer Insel mitten in einem See. Es ist einer der schönsten Orte, welcher ich bereits gesehen habe während meiner Reise. Ich habe beim Hostel Los Amigos eingecheckt und wollte einige Dinge einkaufen im Städtchen. Von einer Strasse her hörte ich Musik. Da ich stets wissen möchte, was so abgeht an neuen Orten, wollte ich mir dies von der Nähe her anschauen. Ich traute meinen Augen nicht. Da war doch tatsächlich eine Kleinformation mit Trommeln, Trompeten, Pauke und Saxofon, welche ähnliche Musik machte wie eine Guggenmusik. Davor tanzten hunderte Menschen aus Flores. Sehr viele waren verkleidet, tranken Bier und Hochprozentiges, sangen und tanzten. Was für ein Fest! Ich wollte wissen, was genau abgeht und fragte einen Einheimischen. Es war eine Art Fest der Regierung des Staates Petén und den Bierbrauereien zusammen. Ein wenig Kultur war auch dabei. Sie wollten mit der Musik und dem Fest die bösen Geister des Städtchens vertreiben.

Frauen regieren die Welt

Die kleine Parade in Flores war nur ein kleiner Teil des ganzen Festes. Wenn man über die Brücke nach Santa Elena ging, war ein weiteres Festival, welches fünfzehn Tage dauerte. Das Bier kostete dort rund fünfzig Rappen und ein Steak drei Franken. Wer mich kennt weiss, dass ich mir das nicht zweimal sagen lasse. Während all den fünf oder sechs Tagen in Flores ging ich jeden Abend an dieses Festival. Jedes Mal mit einer Gruppe Backpackers. Es war jedes mal ein gewaltiger Spass. Manchmal dauerte das Fest länger, manchmal kürzer. Das Festival war ziemlich verschieden zu einem Festival in der Schweiz oder sonstwo. Zuerst hatte es viele Stände um irgendwelchen Ramsch zu kaufen, danach dutzende Essensstände und danach folgten Bars und kleine selber gemachte Clubs. Es hatte auch einen kleinen Lunapark. Das Riesenrad war das Highlight. Es drehte sich rund zehnmal schneller als ein normales Riesenrad, war komplett aus Holz und Stahl und wurde durch den Motor eines Traktors angetrieben. Ich muss zugeben, mir war da schon ein wenig mulmig auf dem Ding. Neben der ganzen Festerei waren natürlich auch noch einige Sehenswürdigkeiten in und um Flores. An einem Tag machte ich eine Tour nach Tikal. Tikal ist wohl der wichtigste Ort für Tempel, Pyramiden und Ruinen in Guatemala. Ich machte dort eine Spezialtour. Sie startete morgens um drei Uhr. Man denke zurück, da war immer noch das Festival, welches ich jeden Abend besucht habe. Dementsprechend besuchte ich das ganze mit einem ziemlich durstigen Mund und einem kleinen Kater. Das Erlebnis, auf der höchsten Pyramide den Sonnenaufgang zu sehen und mitzuerleben, wie der Jungle erwachte, war immens. Das Vogelgezwitscher und die Schreie der Affen waren so laut, man konnte sich kaum noch unterhalten. Das investierte Geld für die Tour hat sich definitiv gelohnt. So was erlebt man kaum irgendwo.

Ich hatte eine super Zeit in Flores. Vor allem all die Backpackers, welche ich dort kennengelernt habe, waren ziemlich witzig und lustig. Ein sehr lustiges und witziges Erlebnis hat mich sehr geprägt und mich in eine peinliche Situation versetzt. Zuerst muss ich sagen, die Mädchen aus Guatemala sind wunderschön. Ich habe noch selten so schöne Menschen gesehen, wie hier. Vor allem ihre Natürlichkeit übertrifft alles, dazu kommt, dass sie alle sehr nett sind. Nein, ich erzähle nun nicht von einer weiteren Frauengeschichte, sondern von einem anderen Erlebnis. Ein Junge aus Neuseeland und ich waren am Pier, haben dort gebadet und die Sonne genossen. Vor allem warteten wir auf den Sonnenuntergang, wie viele andere Menschen um den Pier auch. Da kam eine junge Dame aus Guatemala, ich denke sie war eine der schönsten Frauen, welche ich je gesehen habe. Die Kleider ausgezogen stand sie mit ihrem Tangabikini am Pier und genoss den Sonnenuntergang. Jeder einzelne Blick jedes männlichen Geschöpfes inklusive uns war auf die junge Dame gerichtet. Der Sonnenuntergang war nur noch Nebensache, kaum jemand hat bemerkt, dass dieser stattgefunden hat. Ich konnte ein Pärchen beobachten, er den Blick auf die Dame und sie völlig verdutzt daneben. Autos haben angehalten um einen Blick zu erhaschen, die Leute von dem Restaurant daneben haben sich erhoben und selbst die Schiffe haben den Motor abgestellt. Sie stand da als könnte sie zu diesem Zeitpunkt die Welt regieren. Mein Gott, war das ein Anblick. So sieht man, wie viel Macht eine Frau haben kann. Dann kam das beste. Da wir gleich neben ihr sassen, wollte ich die Chance nützen um sie anzusprechen. Ein kurzes „Hola, como estas“ und mir fehlten die Worte. Als dieses Wesen mit ihren wunderschönen Augen gespannt auf meine Fragen wartete, war meine Stimme komplett verstummt. Oh mein Gott war das peinlich! In jüngeren Jahren erlebte ich diese Situation sehr oft, da ich prinzipiell nie wusste, wie ich eine Frau ansprechen sollte. In dieser Situation hat dieses perfekte wunderschöne Geschöpf einfach meine Sprache vergessen lassen. Sie regierte definitiv die Welt zu dieser Zeit!

Vermutlich werde ich noch eine Weile in Guatemala bleiben. Es gefällt mir hier sehr. Hoffentlich kommt die Sonne wieder einmal zum Vorschein! Man merkt aber sehr, dass die Menschen hier ärmer sind, als in Mexico. Dies mussten wir vor allem in Rio Dulce bemerken. Meine neue Kamera wurde gerade mal zehn Tage alt. Wir besuchten einen speziellen Wasserfall. Man schwamm in kaltem Wasser und vom Wasserfall kam heisses Wasser. Im Innern des Wasserfalls hatte es eine Heisswasserquelle. Wir waren zu dritt, Matthias aus Norwegen und Hillary aus Neuseeland. Matthias und ich bestiegen den Wasserfall und Hillary wartete unten, um ein Foto von uns zu machen. Da kam ein junger Herr aus dem Busch mit einer Machete und hielt die Machete Hillary an die Kehle. Sie gab ihm die Kameras, auf welche er es abgesehen hatte. Ich war am Schluss nur froh, war nicht mehr passiert. Die Kamera wurde Nebensache. Trotzdem muss ich nun wieder eine neue kaufen. Ich habe irgendwie immer Pech mit Kameras, keine Ahnung warum...die nächsten Tage wird es aber erstmal wieder nur wenige I-Phone Fotos geben...












Mittwoch, 16. Januar 2013

Neue Bekanntschaften in Caye Caulker / Der Auswanderer

Ich bin gerade in Rio Dulce angekommen. Rio Dulce liegt im Süden von Guatemala. Manch einer mag sich wundern, wie ich von Mexico nach Guatemala gekommen bin. Dazwischen habe ich sehr viel erlebt und ein weiteres Land kennengelernt, Belize. Ich habe viele neue, lustige und zugleich verrückte Menschen kennengelernt und viele neue Erfahrungen gemacht. Aber ich gehe zuerst da zurück, wo ich Mexico verlassen habe, nach Chetumal.

Neue Bekanntschaften in Caye Caulker, Belize

Im Hostal in Chetumal habe ich eine Gruppe von Amerikanern aus Kalifornien kennengelernt. Zwei Jungs und vier Mädels im Alter zwischen achtundzwanzig und achtunddreissig Jahren. Alle haben in jüngeren Jahren die ganze Welt bereist und reisen jetzt auf eine andere Art. Sie mieten jeweils zusammen Häuser. So reisen sie im Verhältnis auch relativ billig. Zusätzlich waren noch zwei Mädels aus Frankreich, eine siebenundzwanzig, eine dreissig Jahre alt, im Hostel. Den Abend habe ich dann mit den Amerikanern und den beiden Mädels verbracht. Am nächsten Tag gingen wir alle zusammen mit einem Boot nach Caye Caulker, Belize. Nach rund sechs Monaten Mexico war es schon ein merkwürdiges Gefühl, das Land zu verlassen. Aber ich schaue auf eine sehr gute Zeit zurück und fuhr mit vielen Erwartungen Richtung Caye Caulker. Die Amerikaner hatten bereits ein Haus gemietet, demnach auch keine Probleme wegen der Unterkunft. Die Mädels aus Frankreich und ich jedoch hatten grosse Mühe, eine Location zu finden. So mussten wir die erste Nacht rund hundert US Dollar ausgeben für ein Hotelzimmer. Es war eine ziemliche Abzocke. Da wir drei ziemlich gut miteinander ausgekommen sind, haben wir uns entschieden, für die nächsten Tage ein gemeinsames Bungalow zu suchen. Gesucht, gefunden. Umgerechnet acht US Dollar pro Person kostete uns das Bungalow. Ich habe fünf Nächte auf dieser wunderschönen Insel verbracht. Belize ist einiges teurer als Mexico. Dies konnte ich sehr gut spüren. Einzig Lobster (Hummer) war verhältnismässig ziemlich billig. Für zehn US Dollar konnte man einen ganzen Lobster essen. Während den fünf Tagen in Caye Caulker habe ich drei Lobster verspiesen. Einfach köstlich! Oft haben wir etwas mit den Amerikanern unternommen und konnten auch bei ihnen im Haus sein. So habe ich viel über sie erfahren können. Was mir speziell aufgefallen war, dass diese Leute immer fröhlich waren. Ich habe nach dem Grund gefragt und sie erklärten mir, sie haben halt das Leben lang keinen Stress gehabt und einfach gelebt, gereist und gefeiert! Sie gehen jedes Jahr an das Burning man Festival in der Wüste Nevadas. Dies ist wohl das verrückteste Festival auf der Welt, ziemlich abgefahren. Sie haben mich eingeladen, eines Tages dort teilzunehmen. Ich habe es mir mal im Kopf gespeichert.

Die Einwohner von Caye Caulker waren ziemlich verschieden. So gab es die, die etwas aus ihrem Leben machen wollten und dafür hart arbeiten und es gab die, die den ganzen Tag nichts getan haben, Drogen konsumierten und versuchten, die Touristen über das Ohr zu hauen und irgendwie Geld zu bekommen. Einheimische haben uns vor diesen Personen gewarnt. Sie scheuen auch nicht vor Diebstählen oder es kam schön öfters vor, dass leichtsinnige Mädchen vergewaltigt wurden. Da die beiden französischen Mädchen ziemlich leichtsinnig waren, hatte ich ständig ein komisches Gefühl, diese Jungs könnten ihnen was antun. Darum war ich auch etwas besorgt, als ich die Insel nach einigen Tagen verlassen habe und die Mädels immer noch dort waren. Aber schlussendlich sind sie auf sich selbst gestellt und sollten wissen, was sie tun...

Der Auswanderer

Ich besuchte einen weiteren Ort in Belize, San Ignacio. Eigentlich wollte ich dort Höhlen besuchen. Da die Touren aber meist fast hundert US-Dollar gekostet haben, habe ich dort nicht viel unternommen. Ich habe in San Ignacio einen schweizerischen Auswanderer kennengelernt, Werner aus Biel. Er lebt seit vier Jahren dort und ist dafür bekannt, die besten Hamburger und Schnitzelbrote zu machen. Werner hat die Schweiz verlassen, weil er es satt hatte, rund neun Stunden zu arbeiten um dann wieder viele Steuern zu bezahlen. Er war nicht mehr glücklich mit seinem Leben in der Schweiz. Nun habe er jeden Tag warmes Wetter, einen super Hamburgerstand und ständig glückliche Menschen um sich.

Rio Dulce ist im Regenwald. Das Internet hier ist ziemlich schlecht. Aus diesem Grund werde ich die Fotos etwas später hochladen und die weitere Reise hier hin zu einem späteren Zeitpunkt erklären. Wenn ich aber schaue, wie kalt es zur Zeit in der Schweiz ist, möchte ich nicht über schlechten Internetempfang lästern und warte einfach, bis ich wieder besseren Empfang habe.






Samstag, 5. Januar 2013

Letzte Tage in Tulum / Sylvester in Isla Mujeres

Letzte Tage in Tulum

Weihnachten war längst nicht so spektakulär, wie die Neujahrsparty. Dies war wohl eine der verrücktesten Neujahrspartys, welche ich je gesehen habe. Ich komme später noch einmal darauf zurück. Der zweite Weihnachtstag war nichts besonderes. Leider konnte ich meine Freunde aus den anderen Hostels nicht mehr finden, so feierte ich relativ ruhig mit einem Pärchen aus Colorado, USA, welches ich in dem Hostel kennengelernt habe. Der frischvermählte Ehemann hatte Wurzeln aus der Schweiz. Sein Vater kommt aus dem Appenzell. So zeigte er mir stolz seine Wurst-Käse-Platte, welche er für den Weihnachtsabend kreirt hatte. Dies habe er von seinem Vater aus der Schweiz gelernt. Jeden Tag geniesse er eine solche Platte. Ich fühlte mich gleich ein wenig zu Hause. Es war ein lustiger Abend mit den beiden.

Am Tag darauf wechselte ich das Hostel, in welchem viel mehr los war. Sehr schnell befreundete ich mich mit einigen Personen, mit welchen ich dann auch ausging. In dem Hostel genannt "the weary traveler hostel" blieb ich nur noch zwei Tage. Danach machte ich mich auf nach Isla Mujeres. Ich wollte unbedingt bereits einige Tage vor der grossen Neujahrsparty dort ankommen, um bereits Bekanntschaften zu machen. Als ich von Isla Mujeres erzählt hatte, entschied sich Sarac aus Nicaragua ebenfalls, auf diese Insel zu kommen. Eine sehr spezielle Person. Er war DER Latin Lover, den man aus Serien und Filmen kennt. Braungebrannt, muskulös und einfach gutaussehend. Man konnte nirgends hingehen, ohne das irgendwelche Mädchen ein Foto oder gar von ihm wollten. Er hatte auch auch seine Theorien und Erkenntnisse, welche er mir ständig erzählte. Keine Frau sei zu schwierig um zu kriegen, man könne jede Frau kriegen, manche schneller, manche weniger schnell. Ja gut, dachte ich...als Latin Lover wie er einer ist, vielleicht. Man glaubt es kaum und ich traute meinen Augen nicht. Er sagte mir, schau zum Beispiel dieses wunderschöne Mädchen welche mit dem reichen Typen Cocktails schlürfe, sogar die könne er kriegen. Er ging zu ihr und flüsterte ihr etwas ins Ohr, weiss der Kuckuck was. Ich traute meinen Augen nicht als dieses Mädchen doch tatsächlich aufstand und mit dem Typen verschwand. Mein Gott, ist dieser Typ ein Magier?!? Fazit, er mag ja wohl ein Frauenheld sein und eine Art Magie haben, doch ich denke nicht, dass dieser Typ viele echte Freunde hat. 

Sylvester in Isla Mujeres

Auf Isla Mujeres wohnte ich im Poc-na Hostel. Das wohl grösste Hostel, welches ich je gesehen habe. Rund dreihundert Personen konnten dort übernachten. Ich lernte auch ziemlich schnell wieder Personen kennen. Mit dem Nicaraguaner verkehrte ich eigentlich nicht mehr gross. Oft war ich mit Amerikanern, Deutschen, einer Brasilianerin, einer Dänin und belgischen Mädchen unterwegs. Mit all diesen Personen feierte ich dann auch die Neujahrsparty. Mit den belgischen Mädels und der Brasilianerin erkundete ich an den ersten Tagen mit einem Golfcar die Insel. Am letzten Tag des Jahres dann machte ich meine erste Schnorcheltour. Ich konnte sehr viel sehen. Vor allem die Vielfalt der vielen verschiedenen Fischen war überwältigend. Das Schnorcheln selber ist nicht mein liebster Sport im Wasser. Meine Taucherbrille war immer voll mit Wasser, lief an oder ich schluckte aus irgendeinem Grund Wasser. Die Tour selbst war aber super, wir hatten es sehr lustig und das ganze war eigentlich recht billig. Eigentlich wäre sie billig gewesen, hätte ich nicht in der letzten Minute meine Taucherbrille im Wasser verloren. Hoffentlich beginnt das neue Jahr nicht so tollpatschig, wie es aufhörte...

Am Abend dann die grosse Party. Noch nie habe ich Sylvester an einem Strand gefeiert. Auf Isla Mujeres gab es eine Art Hauptplatz, auf welchem alle feierten und den Countdown verfolgten. Die Personen waren dreissig Prozent Amerikanische Touristen, dreissig Prozent Backpacker und etwa dreissig Prozent Inselbewohner. Wir stiessen auf das neue Jahr an und gingen dann zurück ins Hostel, um die Hostelparty zu feiern. Ich traf das dänische Mädchen wieder, mit welchem ich auch oft Zeit verbrachte. Ich verbrachte einige Zeit mit ihr an der Party und später gemeinsam ein wenig am Strand. Sie ging dann aber schlafen. Ich entschied mich aber, noch einmal zu schauen, ob auf dem Hauptplatz noch was los war. Ich traute meinen Augen nicht. Der Platz war noch genauso voll wie zuvor. Die meisten Amerikaner gingen aber bereits schlafen. Es waren fast nur noch Mexicaner dort. Man tanzte, sang, trank und feierte. Oft gab es wieder Umarmungen und Neujahrswünsche. Ich fragte einige Einheimische, wie lange den gefeiert werde. Man erklärte mir, für sie fange das neue Jahr mit dem Sonnenaufgang an. Mit der Sonne komme das neue Jahr. Darum feiere man bis etwa um neun Uhr. Und nicht etwa nur junge, sondern die ganzen Familien. Ich war echt verdutzt, wie viele Personen da bis am Morgen feierten. Ein Herr sagte mir, am ersten Januar kommt auch niemand ins Gefängnis. Jene, welche den Hauptplatz nicht mehr verlassen können, weil sie zu betrunken waren, werden von der Polizei nach Hause chauffiert. Finde ich eigentlich noch ziemlich fair. Ich erinnere mich an eine Geschichte in der Schweiz als ich mal in einer ähnlichen Situation war. Die Polizei wollte mir nicht helfen um nach Hause zu kommen. Freund und Helfer, ja wo den wohl. Sie liessen mich damals sturzbetrunken mitten auf der Strasse zurück und sagten mir, ich solle meinen Heimweg so fortführen. Ziemlich gefährlich finde ich. Zurück nach Isla Mujeres. Ich feierte mit meinen Freunden noch bis sieben Uhr. Um diese Zeit war der Platz noch bis zum letzten Stuhl besetzt und die Bühne war noch rappelvoll. Wir entschieden uns aber, schlafen zu gehen. 

Ich blieb noch einen Tag länger in Isla Mujeres und ging dann später zurück nach Tulum und bin jetzt in Chetumal. In einigen Stunden fahre ich mit einem Boot nach Caye Caulker, Belize. Ein neues Land. Nach rund sechs Monaten Mexico verlasse ich dieses wunderschöne Land. Ich werde aber auf jeden Fall zurückkehren, da ich mich ziemlich in dieses Land verliebt habe. Mal schauen, was in Belize auf mich zukommt. Ich habe nun auch wieder eine Kamera. Es gibt also wieder schöne Fotos, nicht nur I-phone Fotos. 







Dienstag, 25. Dezember 2012

Hippiefestival / nackt, nackter, ... / Weihnachten in Tulum

Hippiefestival Rainbow Gathering

Nach einer ziemlich langen Fahrt kamen wir in San Cristobal de las Casas an. Wir hatten dort rund fünf Stunden Aufenthalt, bevor es weiterging nach Palenque. Die Reise nach San Cristobal war bis jetzt meine längste. Wir waren rund vierzehn Stunden im Bus. Nach einer solchen Fahrt kann man seinen Hintern sehr gut spüren. San Cristobal de las Casas war einer meiner ersten Aufenthalte meiner Reise. Jetzt kreuzt sich der Weg meiner Reise an diesem Ort. Es war schön, diesen schönen Ort noch bei Sonnenschein zu sehen. Es ist einer der schönsten Orte, welche ich in Mexico gesehen habe. Doch es war zuerst das Besorgen eines Zelts und eines Schlafsacks angesagt. Wir klapperten diverse Läden ab und wurden fündig. Einen Schlafsack für rund acht Franken, kann dies gut kommen?!?

Bereits in San Cristobal de las Casas sah man sehr viele Hippies und sonstige merkwürdige Menschen, welche wohl den gleichen Weg vor sich hatten. Unser Ziel in Palenque war das Rainbow Gathering. Die Hippies haben jährlich diverse Gatherings, meist aber lokale. Jedes Jahr aber findet irgendwo auf der Welt ein Rainbow Gathering statt. Tausende Hippies pilgern jedes Jahr an den auserwählten Ort, um sich dort zu treffen. Da dieses Jahr am einundzwanzigsten Dezember bekanntlich die Welt unterging, wollte man das Gathering an einem speziellen Ort machen. Man wählte Palenque. Die schönsten Ruinen und Pyramiden Mexicos befinden sich an diesem Ort. Die Hippies pilgern darum dieses Jahr nach Palenque. Es gibt diverse Arten zu Reisen. Es gibt die normalen Touristen welche Ferien an irgendwelchen Orten machen, es gibt die Backpackers welche mit dem Rucksack von Ort zu Ort reisen oder es gibt die primitive Art zu reisen und zu leben, als Hippie. Meist ohne viel Geld pilgern sie von Ort zu Ort, oft auf der Suche nach einem Gelegenheitsjob. Hippies sind auch bekannt für ihre Tanz- und Feierrituale, für Vegetarisches und Veganes Essen, leben oft in Zelts oder sonst wo ziemlich einfach und konsumieren gerne Marihuana und sonstige natürliche Drogen wie zum Beispiel Pilze. Als Hippie zu leben käme für mich nicht in Frage. Dennoch wollte ich diese Art zu leben und zu reisen mal genauer kennenlernen und habe mich für diese Rainbow Gathering entschieden.

Pedro und ich nahmen den nächsten Bus von San Cristobal de las Casas nach Palenque. Noch einmal rund fünf Stunden. Das schlimmste was in einem Bus passieren kann, ist wohl ein schreiendes und kotzendes Baby. Wenn dann nebenbei aber statt eines Films eine live Show von Britney Spears im TV läuft, kann man wohl nicht mehr tiefer fallen. So geschah es uns während dieser Reise. Wir kamen in Palenque an. Da es bereits Nacht war, übernachteten wir in einem billigen Hotel. Am nächsten Morgen dann besorgten wir uns noch einige Dinge und machten uns auf in das Abenteuer. Casa de Hernandez hiess der Ort, an welchem man auf einen Kollektivbus warten musste. Diesen bestiegen wir mit rund zehn anderen Hippies aus aller Welt. Russland, Italien, Spanien, Rumänien, von überall kamen sie, oft nur wegen diesem Festival. Die Hippies sind ziemlich friedliebend und offen, so lernt man sehr schnell Leute kennen. Bienvenido a Casa, welcome home, war die Aufschrift am Eingang des Rainbow Gatherings. Bereits dort konnte man die schrägsten Personen und grössten Hippies sehen. Vielen konnte man bereits ansehen, dass sie bereits einige Tüten geraucht hatten. Pedro und ich machten uns auf eine erste Erkundungstour und suchten einen Platz, um unser Zelt zu stellen.

nackt, nackter, ...

Wir liefen durch den Urwald, überall waren Zelte, gross und klein. Quer durch alles hatte es einen Fluss, welcher sich elegant durch die Wälder schlängelte. Es war wohl das verrückteste Festival, welches ich je gesehen hatte. Wo war ich da gelandet!?! Wenn man es nicht selbst gesehen hat, kann man es sich kaum vorstellen. Ich versuche nun, das Gesehene etwas näher zu beschreiben. Man muss es jedoch selbst gesehen haben, um es zu glauben. Nach nur einigen Metern liefen uns bereits die ersten nackten Menschen über den Weg. Nackt, splitternackt! Die, die nicht nackt waren, hatten ziemlich wenig an. Zuerst war es etwas befremdend, all diese Menschen so zu sehen, aber man gewöhnte sich relativ schnell daran. Wir liefen neben einem Zelt vorbei genannt "Fuck for Forest". Sah ich das gerade richtig? Liebten sich da zwei Menschen öffentlich? Da waren tatsächlich ein Hippiemann und eine Hippiefrau aufeinander und liebten sich. Daneben drei Personen welche den Akt mit Trommeln begleiteten, eine Person welche das ganze filmte und dahinter einige Zuschauer. Mein Gott...das hatte ich echt noch nie so gesehen. Wir fanden einen Platz, um unser Zelt zu stellen. Edgar, rund fünfzig Jahre alt, Hippie aus den vereinigten Staaten, ebenfalls nackt, erklärte uns Neulingen, wie sich alles abspielt und wie ein Rainbow Gathering funktioniert. Es gibt kein Staff oder sonstige Cheffs an einem Gathering. Jeder hilft jedem, jeder ist für jeden da und man solle viel helfen, das Essen zuzubereiten oder sonstige Aufgaben erledigen. Karma nennt sich das. Man tut gutes, man bekommt gutes zurück. Man soll sich einfach frei fühlen an einem Rainbow Gathering. Edgar erklärte uns die Dinge, als wäre es normal, splitternackt einem anderen Menschen was zu erklären. Wir machten uns auf eine weitere Erkundungstour an den Fluss. Bin ich da im Paradies gelandet?!? Da waren doch tatsächlich rund zwei bis dreihundert Menschen an dem Fluss und badeten sich, nackt, alle nackt. Und da waren nicht etwa wie an FKK Badestränden irgendwelche alte und hässliche Glüstler. Nein, da waren meist junge Menschen, Frauen und Männer, welche es für normal befanden, nackt zu baden. Man betrachtet automatisch alle Menschen und ich muss sagen, die Hippies haben wunderschöne Mädchen unter sich. Ich kriege das Bild nicht mehr aus dem Kopf, ein wirklich paradiesisches Bild, wie all diese Hippies am Fluss badeten, Frauenanteil rund siebzig Prozent, einige machte Turnübungen, einige machten Musik, einige räkelten sich an einem Seil an den Bäumen und viele waren einfach da und sprachen miteinander. Pedro und ich wollten nicht auffallen mit unseren Kleidern. So zogen wir uns ebenfalls aus und nahmen der ganzen Sache Teil. Den ganzen Nachmittag genossen wir die Atmosphäre am Fluss, nackt natürlich. Unter all den Nackten sahen wir auch Gabriel, den wir aus Puerto Escondido kannten. Mit ihm zogen wir danach auch meist herum. Wir traffen auch viele weitere Personen an, die wir während der Reise kennenlernten.

Am Abend dann war essen angesagt. Ohne Fleisch, versteht sich. Sehr gerne hätte ich daneben ein Stück Fleisch genossen, damit war leider nichts. Noch schlimmer war, dass das ganze Essen nicht gesalzen wurde, weiss der Teufel warum nicht. Das Essen ist definitiv nichts für mich. Ungesalzen und ohne Fleisch geht einfach nicht. Mein Magen knurrte ziemlich. Vor dem Essen gab es aber noch rund eine Stunde lang Gesang und Rituale. Man musste oft die Hand des Nachbars küssen und man umarmte oft die Person neben sich. So zeigte man einander, dass man eine Familie ist. Nächstes Mal wähle ich einen Platz neben einem Mädchen, so dachte auch Pedro. Wir sind ja gute Kumpels und reisen zusammen, aber so viele Umarmungen und Handküsse waren uns dann doch ein bisschen zu viel. Nach dem Essen tanzten und sangen wir am Feuer. Es sah ungefähr so aus, wie Regentänze aus Indianerfilmen. Noch zu sagen, viele Mensch waren immer noch nackt. Einige Hippies kennen wohl keine Kleider. So kam Mitternacht des einundzwanzigsten näher. Der Untergang nahte.

Man glaubt es kaum, aber kurz nach Mitternacht begann es zu regnen. Es regnete wie aus Kübeln. Der Bach verwandelte sich zu einem gefährlichen Wildbach. Einige Zelte, Rucksäcke und vieles mehr riss der Bach mit. Wir gingen zurück in unser Zelt. Die ganze Nacht regnete es. Der achtfranken Schlafsack war wirklich acht Franken wert. Sehr schnell war er nass. Das Zelt war undicht und wir schliefen in einer Wasserlache. Unsere Rucksäcke waren ebenfalls durchnässt. Am nächsten Tag dann entschieden wir uns aufgrund des Zustands des Zelts, der Wege und allem auf die Rückreise in die Stadt Palenque. Rund die Hälfte der Hippies machten das gleiche. Es war schlicht nicht mehr möglich, in diesem Gelände zu campieren. Da in der Stadt alles voll war, mussten wir eine weitere Nacht auf einem Campingplatz übernachten. In der Nacht des einundzwanzigsten dachte ich einige Minuten wirklich, die Welt würde untergehen. Noch selten hatte ich so intensiven Regen gesehen. Nach diesen Campingtagen machten wir uns auf nach Villahermosa. Pedro flog zurück nach Guadalajara um mit seiner Familie Weihnachten zu feiern, Gabriel blieb in Palenque für eine Weile und ich nahm den Bus nach Tulum.

Weihnachten in Tulum

Nach einer zehnstündigen Busfahrt kam ich in Tulum an. Es war der vierundzwanzigste Dezember, Heiligabend. Meine Familie sendete mir Fotos von dem Essen und wie sie feierten. Sehr gerne wäre ich dabei gewesen. Nicht nur des Fondue Chinoise wegen, nein. Vor allem um mit meiner Familie Weihnachten zu feiern. Ich vermisste sie alle echt, vor allem am Abend. Das Hostel, in dem ich mich zur Zeit befinde, ist ziemlich langweilig. Ich habe das falsche Hostel gewählt. Leider waren die guten Hostels mit all den Backpackern ausgebucht. So machte ich mich auf und ass alleine eine Meeresfrüchtespaghetti. Ja, das war mein Weihnachtsdinner. Um den Abend nicht langweilig zu verbringen machte ich mich auf die Strasse und siehe da, wer traf ich da an, Gabriel. Was für ein Zufall. So entschieden wir uns, gemeinsam eine Bar aufzusuchen. Mit einer Französin dann fanden wir die perfekte Bar. Es spielte eine Live Band. Reggae und Cumbia war angesagt. Ein aussergewöhnliches Weihnachtsfest. Reggae bei angenehmer Temperatur, T-Shirt und kurze Hosen, feiern mit all den Backpackern und viel viel mexicanisches Bier.

Ich bleibe noch eine Nacht in dem Hostel, da ich bereits für zwei Nächte bezahlt habe. Danach schaue ich für einen freien Platz in einem anderen Hostel oder werde an einen anderen Ort gehen. Eventuell bin ich schon in einigen Tagen in Belize, wir werden sehen.







Sonntag, 23. Dezember 2012

Reise nach Puerto Escondido / schlimme Magenverstimmung


Reise nach Puerto Escondido

Ich befinde mich zur Zeit in Puerto Escondido. Ein wunderschöner Ort an der Küste von Oaxaca.  Puerto Escondido ist nicht so kommerziell wie Cancun, Playa del Carmen, Puerto Vallarta oder Acapulco. Viele kleine Restaurants, Strandbars und einfache Hostels machen den Ort aus.  Für Backpacker hat dieser Ort eine sehr hohe Anziehungskraft.  Zwischen der Zeit in Guadalajara und Puerto Escondido habe ich wieder sehr viel erlebt. Passagen dieser Zeitspanne sind beispielsweise das Vermissen einer neuen Bekanntschaft, die lange Fahrt nach Puerto Escondido, Affäre in Acapulco, schlimme Magenverstimmung und Chill out in la Punta.

Die Fahrt nach Puerto Escondido verschoben Pedro und ich stets Tag für Tag. Mädchen waren der Grund. Pedro verbrachte den letzten Monat oft mit Melissa, einem Mädchen, welches er in Guadalajara kennengelernt hat. Mit ihr und Erika gingen Pedro und ich nach Tapalpan. Nach diesem Wochenende ging ich ein weiteres Mal mit Erika essen. Mit ihr konnte ich mich immer bestens unterhalten und wir verstanden uns sehr gut. Ihr Charakter passte mir sehr. Als Pedro und ich uns entschieden, definitiv nach Puerto Escondido zu gehen, war für mich der Abschied härter als gedacht. Irgendwie mochte ich Erika sehr und Abschiede sind immer hart. Erika wird im Sommer in Europa herumreisen und wir werden uns dort wiedersehen, ich freue mich bereits, ihr mein Heimatland zu zeigen.

Wir haben für die Reise nach Puerto Escondido rund vier Tage einberechnet. Die Nächte wollten wir stets mit Autofahren meiden. Es wurden schon viele Personen entführt oder ausgeraubt. Der erste Halt war Morelia. Dort lernten wir drei Personen aus Frankreich kennen. Diese erzählten uns von dem Rainbow Gathering in Palenque, welches sie besuchen werden. Wir nahmen diesen Anlass als Option, den Weltuntergangstag zu verbringen. Dies ist ein Anlass, vor allem von Hippies geprägt, bei welchem sich Leute aus der ganzen Welt treffen und zusammen campieren.  Aufgrund des prophezeiten Weltuntergangs am einundzwanzigsten Dezember wäre dies ein spezieller Anlass.  Wir werden sehen, ob wir dann dort landen werden…Am nächsten Tag folgte bereits die Weiterfahrt nach Zihuatanejo. Der erste Ort am Meer. Wir waren überglücklich, das Meer erreicht zu haben.  Von Zihuatanejo an den nächsten Ort, Acapulco, haben wir oft angehalten um etwas im Meer zu schwimmen. Noch nie zuvor habe ich eine derartige Hitze erlebt im Dezember. Nach vielen Halts kamen wir in Acapulco an. Diesen Ort habe ich bereits mit Bere besucht. Zu dieser Zeit konnte ich weder eine Bar noch ein Club besuchen, wofür dieser Ort eigentlich bekannt ist. Man erinnere sich an den Blog über Acapulco mit Beres Familie…

Pedro und ich machten uns auf ins Nachtleben von Acapulco. Wir wählten eine Bar aus, bei welcher man umgerechnet zehn Franken bezahlt und man dabei so viel trinken konnte, wie man wollte. Nach einigen Biers machte ich die Tanzfläche unsicher und lernte das wohl hübscheste Mädchen kennen, welches ich je getroffen hatte. Sie war von Ecuador. Wir tanzten, tranken und feierten. Es folgte der gemeinsame Gang an den Strand mitten in der Nacht. Ich Idiot hatte vorher neues Geld aus dem Automaten gelassen. Rund zweihundertfünfzig Franken. Aus Faulheit ging ich nicht zurück ins Hotel, um das Geld zu deponieren. So musste ich dasdas Geld in den Sand stecken, dass es nicht nass wurde. Wir gingen zusammen baden und genossen die Zweisamkeit. Leider war danach mein Geld nicht mehr da. Entweder gestohlen oder im Sand verloren, keine Ahnung.  Ich hatte nur noch fünfhundert Pesos, diese hatte ich in der anderen Hosentasche vergessen. Das nasse Geld reichte genau noch für ein gemeinsames Hotelzimmer...

schlimme Magenverstimmung

Ziemlich verkatert und wenig Schlaf ging die Reise weiter nach Puerto Escondido. Wir checkten im Hostel Tower Bridge ein. Das Ambiente dort war super, die Hygiene aber war miserabel. Zudem war das Hostel ein Partyhostel. Wer sich dort ausruhen möchte, hat das falsche Hostel gewählt. Nach zwei Tagen Party und Strand war meine nächste Bleibe vor allem das Klo. Eine ziemlich üble Magenverstimmung hat mich ans Bett und das Klo gefesselt. Nach zwei Tagen Dauerbesuch auf dem Klo ging ich zu einem Doktor. Dieser verschrieb mir einige Medikamente, welche ich für fünf Tage einnehmen sollte. Nach zwei Tagen aber setzte ich die Medikamente wieder ab, da ich mich besser fühlte. Pedro und ich wollten uns mehr entspannen, so wählten wir ein neues Hostel direkt am Strand. Dieses gefiel mir sehr. Mit zwei Australiern, welche wir kennengelernt hatten, checkten wir dort ein. Wir hatten eine super Zeit zusammen. Wir befanden uns in La Punta, einem Strand von Puerto Escondido. Viele kleine Strandbars und Restaurants machen den Strand aus. Der Tagesablauf sah ungefähr so aus. Aufstehen, Morgenessen, an den Strand, Lunch, an den Strand, eventuell surfen, Sonnenuntergang geniessen, die ersten Biere trinken, Abendessen und dann Party. Pedro und ich gehen oft an den Markt um einen Fruchtsalat zu essen. Sehr gesund und gut für eine kleine Diät. Neben dem Fruchtsalatstand gab es Tacos. Für mich war es ziemlich hart, Früchte zu essen wenn es daneben lecker Tacos mit viel Fleisch gab. Dennoch setzte ich die kleine Diät durch, schliesslich gab es ja dann bei den anderen Mahlzeiten wieder Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte.

Es sind nur noch rund drei Tage bis zum Weltuntergangstag. Pedro und ich befinden uns immer noch in Puerto Escondido. Eigentlich wollten wir seit einigen Tagen nach Palenque gehen. Viele Kleinigkeiten zögerten aber die Abfahrt nach Palenque ziemlich hinaus. Doch nun haben wir endlich die Bustickets. Eine lange Fahrt wartet auf uns...







Montag, 3. Dezember 2012

Tequila und Callejoneada / Weekend in Tapalpa

Seit rund einer Woche befinde ich mich nun wieder in Guadalajara. Vor eineinhalb Monaten habe ich Guadalajara verlassen, um meine Freunde Mischi und Huebi in Miami zu besuchen. Den weiten Weg von Miami zurück nach Guadalajara habe ich mit Bussen bestritten, viele Orte besucht, gute Bekanntschaften gemacht und viele Erlebnisse gehabt.

Tequila und Callejoneadas

Bevor ich beginne, von den letzten Tagen in Guadalajara zu erzählen, muss ich unbedingt noch von einer Geschichte oder besser gesagt von einem Brauch aus Zacatecas berichten. Es gibt in Zacataces einen Brauch, genannt Callejoneadas. Traditionell gekleidete Musikanten von rund zehn Personen führen eine Callejoneada zusammen mit einem mit Tequila beladenen Esel an. Sie spielen traditionelle Musik aus dem Norden Mexicos. Die Gruppen sehen ähnlich aus, wie Kleinformationen beim Karneval in der Schweiz mit Pauken, Trompeten, Posaunen und Bass. Angeführt wird die Callejoneada durch einen Esel, welcher mit mexicanischen Fähnchen und Schnick Schnack gekleidet ist. Er ist mit vielen Flaschen Tequila beladen. Nach dem Esel kommen die Musikanten und hinter ihnen folgt eine Schar Menschen, welche zu den Klängen und Rhythmen der Musik tanzen und singen. Alle rund hundert Meter hält der Mob, und die Musiker spielen einige Lieder. Währenddessen wird gratis Tequila ausgeschenkt. Die Callejoneadas entstehen eigentlich, weil zum Beispiel eine Geburtstagsgesellschaft die Musiker und den Esel mieten und so in den Strassen das Fest feiern. Es ist eine Art öffentliches Fest. Touristen oder Einheimische folgen dem Fest eine oder zwei Stationen und verlassen dann die Callejoneada wieder, sofern man nicht von der Gesellschaft zum Weiterritt zu den nächsten Stationen eingeladen wird. So geschah es mir. Etwas komisch und ahnungslos aus der Wäsche gucken und mal fragen, wie das ganze funktioniert, schon erregte ich die Aufmerksamkeit einer jungen Dame. Ein wunderschönes Mädchen! Ich schätzte sie zwischen vierundzwanzig und sechsundzwanzig Jahren ein. Schnell kam ich mit ihr ins Gespräch und sie erklärte mir alles, über die Callejoneadas und die Traditionen in Zacatecas. Ihre Tante feierte ihren Geburtstag und ich erfuhr, dass das Mädchen gerade mal achtzehn Jahre alt ist. Gerne wollte sie nach der Callejoneada noch einige Bars mit mir besuchen, ihr Vater wollte sie aber nicht alleine lassen. Zu gross war die Angst, dass sie von dem Zetas Kartell entführt würde. So verliess ich die Callejoneada nach vielen Tequilas und einer weiteren Erfahrung eines Brauchtums aus Mexico.

Zacatecas war die letzte Station vor Guadalajara. Am Abend danach kam ich nach eineinhalb Monaten wieder in Guadalajara an. Vor meiner Abreise verbrachte ich dort einige Zeit mit Pedro und Marco. Marco, halb Deutscher, halb Australier, reiste zweieinhalb Jahre in der Welt herum und musste aus Geldmangel seine Reise abbrechen und arbeitet jetzt in der Schweiz, um in kurzer Zeit möglichst viel Geld zu machen um seine Reise fortzusetzen. Pedro verbrachte die Zeit meist in Guadalajara, vor allem, weil er hier ein Mädchen kennengelernt hat. Er wollte eigentlich seit längerem zurück nach Puerto Escondido. Sie war aber ein Grund, noch einige Zeit hier zu bleiben. Ich kam in Guadalajara an und wir haben geplant, noch eine Woche zu bleiben und dann zusammen nach Puerto Escondido zu gehen.

In Guadalajara fand in der letzten Woche eine Buchmesse statt, welche Pedro und ich ebenfalls besucht hatten. Da ich überhaupt nicht gerne Bücher lese, war ich wohl ein wenig am falschen Platz an dieser Messe. Die Messe war aber auch ein Grund, dass viele Hostelgäste wegen diesem Anlass im Hostel waren. So auch ein Mädchen aus dem Norden Mexicos. Sie war klein und ziemlich crazy. So reiste sie rund zwölf Stunden nur wegen dem einen Musikanten nach Guadalajara, um ein Buch von ihm zu signieren. Ihr Leben drehte sich nur um ihn, ein richtiges Groupie. Für mich kam dies etwas krankhaft vor, wenn man sein Leben nur nach einem Künstler richtet. Dennoch nahmen wir das Mädchen mit nach Tequila. Von diesem Ort kommt der bekannte Alkohol Tequila. Wir genossen eine Führung durch eine Fabrik und ich probierte einige Tequilas. Den Tequila hier habe ich sehr gerne, man kann ihn gut ohne Salz und Zitrone trinken. Ich habe mich über den Sierra Tequila informieren lassen. Diesen Tequila trinken wir in der Schweiz oft als Shot. Er löst bei einigen Menschen, vor allem wenn sie bereits etwas zu viel getrunken hatten, Brechreize aus. Mich nicht ausgenommen, muss ich ehrlich gesagt zugeben. Der Sierra Tequila kann man in Mexico für umgerechnet drei Franken kaufen und gilt hier als ungeniessbar. Niemand trinkt ihn hier. Warum er in die ganze Welt verkauft wird, kann niemand erklären. Da sei wohl die Menschheit selbst schuld, wenn sie sich mit einem solchen Fusel betrinken möchten, sagte mir der Verkäufer. Zurück zu dem Mädchen. Relativ schnell machte sie mir schöne Augen. So liess ich mir nicht entgehen, etwas mit ihr zu flirten. Vorsicht war geboten. Am Abend hatte ich ein erstes Treffen mit Erika. Wir kamen zurück nach Guadalajara. Das Groupie Girl machte sich rund zwei Stunden, richtig gehört, zwei Stunden, bereit für den Künstler. Sie war dennoch ziemlich traurig, als sie mir Bye sagen musste. Habe ich das erste Mal in ihrem Leben Gefühle geweckt, welche sie vorher nur für diesen Künstler hatte?!? Mir auf jeden Fall, war sie zu crazy...

Weekend in Tapalpa

Pedro wollte das letzte Wochenende unbedingt mit Melissa, seinem Mädchen verbringen und wollte, dass ich ihn mit einem anderen Mädchen begleite. Darum stellte er mir vergangene Woche Erika vor. Sie war sehr sympatisch und super cool. Sie reist auch gerne in der Welt herum. Mit ihr, Pedro und Melissa machte ich mich am Samstag auf den Weg auf ein gemeinsames Wochenende in Tapalpa, einem Pueblo magico, wie sie hier genannt werden. Ein sehr schöner Ort mitten in der Natur. Nach langer Suche bezogen wir dann ein sehr schöne Wohnung mit zwei Zimmern. Wir kochten in der eigenen Küche und genossen danach einen Fernsehabend vor dem Kaminfeuer, bevor wir uns in die Zimmer begaben. Pedro mit Melissa, ich mit Erika. Am nächsten Tag erkundeten wir das Dörfchen und seine Umgebung. Das Wochenende hat mir sehr gut gefallen und ich habe eine weitere gute Bekanntschaft geschlossen. Erika wird im Sommer für eine lange Zeit in Europa herumreisen und wir werden uns in der Schweiz wiedersehen.

In den nächsten Tagen werde ich mit Pedro nach Puerto Escondido reisen. Wir werden uns abwechseln, mit dem Pick-up zu fahren. Von Tapalpa zurück nach Guadalajara hatte ich die Hauptprobe mit dem Pick-up. Noch nie fuhr ich vorher in Mexico, geschweige denn mit einem solch grossen Fahrzeug. Es ist nicht einfach, hier zu fahren. Schlaglöcher und schlecht geteerte Strassen sind überall anzutreffen. Dazu kommen die vielen Fahrzeuglenker, welche teilweise sehr schlecht fahren. Sie sind auch ziemlich verrückt. Gefährliche Überholmanöver sieht mann immer wieder. Ich freue mich sehr, wieder einmal den Strand zu sehen. Es ist Dezember, in der Schweiz meist unter null Grad. Hier geniesse ich angenehme dreissig Grad. Weihnachten und Neujahr weiss ich noch nicht, wo ich diese verbringen werde. Das erste Mal in meinem Leben ohne meine Familie. Eine spezielle Situation. Vermutlich werde ich mit der Weihnachtsmannmütze, welche ich extra aus der Schweiz mitgenommen habe, irgendwo an einem Strand mit Backpackern feiern. Vielleicht noch in Mexico, vielleicht bereits in Centralamerika...