Montag, 10. September 2012

Wochenende in Acapulco

Wochenende in Acapulco

Es war Freitag Morgen, das Weekend in Acapulco mit Bere und ihren Eltern stand bevor. Bei einem ersten Treffen mit den Eltern von dem Mädchen, welches man gern hat, hat man stets ein komisches und mulmiges Gefühl. So war es auch bei mir. Dennoch freute ich mich aber nach Acapulco zu fahren. Zuerst kamen aber einige Instruktionen von Seiten Bere, welche ich zuerst noch wissen sollte, oh Gott, was kommt wohl nun?!?

Vielleicht mögen sich einige Leser an den Film "Meine Braut, ihr Vater und ich" mit Ben Stiller erinnern. Etwa so kam es mir vor. In diesem Film geht es darum, dass Ben Stiller die Eltern seiner zukünftigen Braut kennenlernt und diese ziemlich konservativ sind. Es geht alles drunter und drüber. Dennoch gibt es am Schluss ein Happy End. So gab mir Bere vor der Abfahrt bekannt, dass wir uns weder als Paar, noch als Verliebte oder sonst was ähnliches zeigen dürften...Keine Umarmungen, keine Küsse, schlafen im Einzelzimmer und schon gar keine sprachlichen Andeutungen, ihre Eltern und die Mehrheit aller Eltern von Mexico seien ziemlich konservativ eingestellt was dies angeht.  What the fuck, sind wir im Mittelalter angelangt? Was soll denn das? So war meine erste Reaktion. Sie erklärte mir, dass man sich in Mexico erst als Paar zeigen darf, wenn man verheiratet ist. Selbst als Freund oder Freundin hat man dies zu respektieren. So hatte ich keine andere Wahl und stellte mich auf noch konservativere Eltern ein, als ich zuvor dachte.

Wir kamen im Elternhaus an und ihr Dad öffnete. Ein mürrisches "Hola, como estas" kam hervor. Oh Gott, es ist so wie ich dachte, er ist ziemlich streng. Wenn ich aber denke, wie wohl viele Elternteile in der Schweiz reagieren würden, wenn ihr Mädchen oder Junge einen Ausländer/Ausländerin nach Hause nimmt und dieser noch nicht mal richtig die Sprache sprechen kann...So vergingen zwei weitere Stunden bis wir abfuhren. Worte wurden nicht viel gewechselt. Die Koffer wurden gepackt, das Haus noch einmal auf Vordermann gebracht. Ich schaute TV, CSI Miami auf dem amerikanischen TV-Sender Fox in englisch mit spanischem Untertitel. Schnell merkte ich an den Blicken der Eltern, dass ich wohl besser einen mexicanischen TV-Sender schaue.

So fuhren wir los, zuerst durch den grossen Verkehr in Mexico und dann über Cuernavaca nach Acapulco. Für einen Kurztrip sind für mich sechs Stunden Autofahrt ziemlich viel...aber ich schwieg. Mit jeder Stunde wurden die Gespräche intensiver und zumindest die Mama begann mich zu mögen. Yeeesss! Endlich, Ankunft in Acapulco. Zuerst gingen wir Tacos essen, danach folgte die Jungfernfahrt durch Acapulco. Ihre Eltern erklärten mir, dass Acapulco in drei Teile unterteilt ist. In den frühen Jahren bestand nur der heutige alte Teil, der vor allem durch Mexicaner besucht wurde. Dieser Teil besteht immer noch und ist einiges billiger als der neute Teil. Vor allem Familien aus Mexico verbringen ihre Ferien in diesem Teil. Dann gibt es den normalenTeil, vor allem in den Hauptreisezeiten von Gringos und Gringas besucht und es gibt das neue Acapulco. Dies ist einige Kilometer entfernt von den anderen Stränden. Für mich war die Fahrt durch all die Strandpromenaden ziemlich hart. Man zeigte mir all die Bars, Clubs und Partymeilen. Meine Augen glänzten und mein Herz bebte vor Freude. Es ist ja nicht so, das ich nicht gerne solche Lokale besuche. Man stelle es sich so vor. Man binde einen Hund an einen Baum und zwanzig Zentimeter davor lege man eine Wurst hin. Der Hund lechzt und bellt. Ich bellte zwar nicht, dennoch schluckte ich ein paar Mal tief, als man mir sagte, dass wir keine solche Lokale besuchen werden.

Den Samstag verbrachten wir auf einer Insel, was ich nicht ganz mitbekommen habe. Auf jeden Fall waren wir auf dem Boot und ihre Eltern sagten mir, dass jetzt der richtige Zeitpunkt sei, um Fotos zu schiessen. Shit, Kamera nicht dabei weil ich dachte, wir gehen nur an einen normalen Strand. Ich erntete wieder einmal komische Blicke. Als diese dann merkten, dass ich nur mit meinen Badehosen, T-Shirt und Badeschlarpen  kam, ging wohl viel in ihren Köpfen ab. Warum um Himmels Willen hat der junge Schweizer weder Badetuch, noch Sonnenbrille noch Geld dabei...eben, ich habe etwas falsch verstanden! Auf der Insel lernte ich alle besser kennen. Mein Beliebtheitsbarometer steigerte sich dank den vielen Gesprächen, natürlich in spanisch! Am Abend traffen wir die Schwester von Beres Papa und dessen Gatten. Wir gingen essen und spielten später am Strand "el avion". Bei uns Nüünistei. Nebenbei tranken wir Tequila mit Cola und Soda. Es war ein ziemlich lustiger Abend. Wir kehrten mitten in der Nacht zurück und mussten feststellen, dass Daisy, die Hündin weg ist.

Daisy ist ein Puddel. Puddel haben anscheinend keinen guten Geruchsinn. Daisy ist ein grosser Teil der Familie, wie alle Hunde wenn sie rund zehn Jahre mit der Familie leben. So war die Aufregung gross und bereits einige Tränen flossen. So machten wir uns auf, die Hündin zu suchen. Nicht einfach in einer Feriensiedlung mit wohl mehr als zwei bis dreihundert Häusern, welche alle gleich aussahen. Zuerst suchte ich nur Daisy doch ich muss zugeben, nach einigen Minuten suchte ich die Hündin und das Haus. Ich habe mich zwischen den Häusern verlaufen. Ich bemerkte einen Securitas, welcher ebenfalls die Hündin suchte und wechselte einige Worte mit ihm. Ob er wisse, wo es andere Hunde gebe, ich denke, Daisy suche bestimmt andere Hunde um mit ihnen zu verkehren. Auf diesen Gedanken kam ich spontan, als ich mich in die Hündin versetzte, welche jeden Tag im Haus verbringt. Der Securitas schaute mich schräg an und bestätigte, dass dies wohl wahrscheinlich sein könnte. Ich fing an, andere Autos anzuhalten um nach der Hündin zu fragen. Mit Erfolg! Eine Familie hat die Hündin aufgegriffen. Wir kehrten zusammen zum Haus zurück. Es war nicht einfach, denn ich wusste noch nicht, wo sich das Haus befand. Die Leute fragten sich, wieso ich nicht mehr weiss, wo wir wohnen...Als wir zurückgekehrt waren, war ich der Held des Abends!

Der nächste Tag verbrachten wir am Strand des neuen Acapulcos. Bere brachte mir bei, wie man mit einem Surfbrett "surfen" kann. Bäuchlings auf dem Surfbrett zurück an den Strand, mehr noch nicht. Ich musste mir anhören, dass sie und ihre Freundin eine halbe Stunde hatten, ich war bereits eine Stunde im Wasser und kriegte es einfach nicht hin. Erst nach einem kräftigen Brunstschrei gelang es mir, die Welle bis an den Strand zu nehmen. Am Abend assen wir erneut Fisch. Trotz eincremen brannte mein Körper lichterloh. Ich bin rot wie ein Leuchtturm. Die Sonne war wohl ziemlich stark. In der Nacht verliessen Bere und ich das Ferienhaus und fuhren mit einem Reisebus nach Hause.

Trotz meinen ersten Bedenken hatte ich ein super Wochenende mit den Eltern von Bere. Sogar ihr Vater mochte mich. In den nächsten Wochen werde ich sehen, ob der Kontakt weiterhin hält und wie die Geschichte mit Bere weitergeht...Acapulco kann ich nebenbei allen Reisenden empfehlen. Acapulco bietet sehr viel. Mit den verschiedenen Stränden hat man eine gute Auswahl von kommerziellem Bade- oder Partyferien oder auch gemütlichem Ausruhen an wunderschönen Lagunen, Buchten oder Inseln. Speziell empfehle ich den alten Teil welcher zwar nicht so kommerziell ist, dennoch viele Bars und Restaurants hat und viel bietet. Besonders gefällt mir dort, dass das Herz eines Badeorts Mexicos richtig pulsiert und eine super Stimmung herrscht zwischen den mexicanischen Feriengästen.











Donnerstag, 6. September 2012

Tourismusbüro? / Arches Nationalpark

Tourismusbüro?

Nächste Woche wird mich Andi Inderkum in Mexico D.F. besuchen. Aus älteren Blogs ist dieser junge Herr bereits bekannt. Ich reiste mit ihm durch die Wälder und Wüsten Amerikas. Aus diesem Anlass besuchte ich heute das Tourismusbüro von Mexico D.F.. Gerne hätte ich dort ein paar Informationen geholt und auch geschaut, was es sonst für Möglichkeiten gibt, um was zu unternehmen. Auch für mich selbst. Ich möchte gerne mehr erleben, statt nur in den Strassen herumzulaufen.

Ein grosses Lob an die Tourismusbüros von Amerika. Jeder Staat, sogar jede grössere Stadt hatte ein Tourismusbüro. Die Angestellten waren meist Freiwillige Rentner. Sie waren aber immer super informiert, wussten einiges zu erzählen und waren witzig. Am Schluss war man informiert und konnte das Büro ohne Fragen verlassen. Als nicht spanisch sprechende Person hätte man wohl in dieser Stadt Probleme, an Informationen zu kommen. Im Internet konnte ich kaum was finden. Dennoch wurde ich fündig und bemerkte, dass es nur rund zwanzig Gehminuten von unserer Wohnung liegt. Zuerst passierte ich die freundliche Securitas, wie sie eigentlich immer in öffentlichen oder auch privaten Gebäuden anzutreffen sind. Nebenbei, auch in unserem Mehrstöckigen Gebäude gibt zwei abwechselnde Securitas, welche aber mehr am schlafen oder am TV gucken sind, als sonst was. So erreichte ich das Tourismusbüro. Weder eine Auskunft, noch sonst jemand welcher mich begrüsste. So fragte ich die Personen hinter dem Computer persönlich nach Informationen. Eine junge Dame gab mir dann einige Informationsbroschüren und Veranstaltungsplakate, welche aber meist vom letzten Jahr oder von den letzten Monaten waren. Fazit, Tourismusinformation in Mexico D.F. gescheitert. Schade, denn in dieser Stadt gäbe es viel zu sehen und normale Touristen können eventuell nicht spanisch und kennen keine Personen, welche sie zu den bekannten Orten führt. Der Stadt entgehen so, denke ich, viele Einnahmen durch Touristen.

Da ich aber bereits einige Orte kenne und neben einer der bekanntesten und besten Ausgehmeilen wohne habe ich genug, um Andi eine tolle Woche zu bescheren. Wird wohl so sein wie bei mir, als ich die erste Woche in Mexico verbracht habe. Vieles was zu erstaunen gibt, vieles was es nachzudenken gibt und vieles, was man nicht versteht. So war es jedenfalls bei mir. Zuerst dachte ich, was für eine verrückte Stadt, wo bin ich hier gelandet! Nun wohne ich hier und fühle mich wie zu Hause...

Arches Nationalpark mit Kletterproblemen und nahe an Dehydrierung

Zurück nach Amerika. Zurück in die Wüste. Zurück an den Ort, bei dem meine Gesundheit an einem seidenen Faden lag.

Die Nacht verbrachten wir auf einem Campingplatz in Moab. Der Archers Nationalpark liegt unmittelbar neben Moab. Diese Stadt wurde durch den Arches Nationalpark bekannt. In Moab gab es viel zu erleben. Den Tag davor verbrachten wir dort. Wir nahmen an einer Quadtour teil. Ich fand es einfach um es richtig auszudrücken "geil"! Andere weniger, dies aber eine andere Geschichte. Ich werde auf jeden Fall wieder einmal Quad fahren. Die Philosophie und das Leben unseres Guides fand ich auch ziemlich beeindruckend. Im Sommer Quad- und Kletterguide in Moab, im Winter Skilehrer in Salt Lake City. Er besuchte auch bereits den Mount Everest und viele weitere Orte in der Schweiz. Action pur...dies inspirierte mich...gerne würde ich mein Geld auch so verdienen.

Bereits am Morgen machten wir eine rund zweistündige Wanderung zu dem grössten Steinbogen im Arches Nationalpark. Es war bereits sehr heiss und der Durst war gross. Am Anfang dachte ich, ev. war es wegen unseres Besuchs am Vorabend in einer Brauerei. Doch ich denke, es war eher wegen der brütenden Hitze. Wir gingen immer gut vorbereitet auf unsere Wanderungen. Genügend Wasser, gutes Schuhwerk und ein Hut war Pflicht. Andere machen diese Wanderungen mit einem kleinen Fläschchen Wasser und Sandalen und verstehen im Nachhinein nicht, warum jedes Jahr viele Menschen an Dehydrierung oder wegen Abstürzen sterben. Ziemlich bedenklich, welche Personen man teilweise antreffen muss.

Die zweite Wanderung war dann rund fünf Stunden. Dies bei rund vierzig Grad und keinem Wölkchen am Himmel. Wir hatten rund acht Liter Wasser dabei. Für drei Personen. Während meiner Zeit, als ich mit rund fünfzehn Jahren kletterte sagte mir ein erfahrener Kletterführer einst, versuche nie zu klettern, ohne gesichert zu sein, sei es drei Meter. Trotzdem kletterten wir auf den Doppeltorbogen und wussten danach rund eine Stunde nicht, wie wir wieder herunterkommen. Ein Österreicher und ein Ami waren in der selben Situation, ihre Schuhe waren aber nur Sandalen. Wir fanden am Schluss trotzdem einen Weg, nach unten zu kommen, welcher aber mit schweren Auswirkungen hätte enden können.

Der Rückweg war streng. Es wurde noch wärmer. Am Anfang schwitzten wir alle noch. Bei mir hörte es bei dem Rückweg auf zu schwitzen und ich begann zu frieren. Zuerst dachte ich, ich spinne oder es sei vom Wind. Da es aber nach fünfzehn Minuten nicht aufhörte, riet ich meine Freunde um Rat. Dieses Gefühl hatte ich echt noch nie. Frieren in der Wüste bei vierzig Grad. Ich war wohl einer Dehydrierung nahe. Das nächste Stadium Schwindel begann einzusetzen. So legten wir eine Pause ein. Ich trank rund zwei Liter Wasser. Die Situation änderte sich und wir konnten den Rückweg fortsetzen. Mit der Wüste ist echt nicht zu spassen. Dennoch möchte ich wieder einmal eine solche Wanderung machen, es machte echt Spass!










Dienstag, 4. September 2012

Unklarheiten / Salt Lake City

Unklarheiten zurück in der City / 

Das Alltagsleben hier in Mexico, welches ich vor meiner Reise in die USA gelebt habe, ist wieder zurück. Sollte es aber eigentlich nicht. Ich habe meine Reise in San Diego beendet vor allem aus dem Grund, weil Bere und Ich eine Weile in Acapulco verbringen wollten. Nun weiss ich nicht, ob ich wieder einmal etwas falsch verstanden habe oder ob sie aus einem Grund nicht nach Acapulco wollte. Auf jeden Fall habe ich viel Geld reingesteckt um ein Auto für die Rückfahrt zu mieten, usw., demnach bin ich nun ziemlich enttäuscht, dass ich wieder in Mexico D.F. an meinem Computer sitze. Zuerst teilte sie mir mit, es gebe ein Hurrican in Acapulco. Ich konnte ihr beweisen, dass es keinen Hurrican gibt in Acapulco. Nun muss sie aber plötzlich arbeiten am Donnerstag. Somit ist Acapulco, zumindest bis Freitag gestrichen. Keine Ahnung wieso sie nicht nach Acapulco gehen möchte. Zusätzlich vermisse ich die Zeit, welche ich in den USA gehabt habe, sehr. Ich höre gerade Johnny Cash! Daneben erinnere ich mich, wie ich mit der Arizona Karte im Takt geklatscht habe. Es musste die Arizona Karte sein, immer...sie war auf Johnny Cash gestimmt. Stundenlang konnte ich mich dabei unterhalten. Die Freiheit in der Wildnis war immens. Diese Freiheit vermisse ich zur Zeit sehr. Zudem bin ich traurig, dass ich die weiteren Orte Los Angeles, San Francisco, Napa Valley und die ganze Westküste nicht erleben kann.

Für solche Gefühlslagen frage ich stets das sogenannte Orakel. Heute nannten wir es so, weil ich mich viel mit meinem besten Freund René während seiner Arbeitspause im Starbucks treffe. Er kann meist sagen und erklären, wie mexicanische Frauen ticken. So konnte er mir auch heute wieder einige Ratschläge geben und mir sagen, wieso ich nun wohl nicht in Acapulco bin. Die nächsten Tage werden nun aufzeigen, ob es mal wieder ein grosses Missverständnis war oder was genau abgeht. Bin schon ziemlich gespannt. Ich werde mein bestes Spanisch aus dem Ärmel schütteln und darüber sprechen.

So sieht man, hat man überall auf der Welt seine Sorgen, auch wenn man eigentlich keinen Grund hätte, sich zu sorgen. Sonst geht es mir aber super. Einige arbeiten, einige sind in der Schule, andere studieren...und ich geniesse das Leben. Also keine Gründe zum Klagen :)

Gespenstische Stille und ein Gespenst in Salt Lake City

Wie versprochen, werde ich ein wenig aus meiner Zeit der letzten vier Wochen erzählen. Diesmal erzähle ich von Salt Lake City. Vielleicht erinnern sich einige an die Olympischen Winterspiele 2002. Richtig gehört, es sind bereits wieder zehn Jahre vergangen. Ich erinnere mich noch genau wie ich von der Schule zurück kam und ich mit meiner Mutter schaute, wie Simon Ammann doppel Gold geholt hatte. Nun bin ich an dem Ort, wo Simon Ammann Geschichte schrieb. Im Reiseführer über den Westen Amerikas steht geschrieben, dass Salt Lake City zu den saubersten Städten Amerikas gehört, daneben aber ziemliche Langeweile herrscht, zumindest im Sommer. Dies kann ich so bestätigen. Auf den Strassen herrscht am Tag, wie auch in der Nacht ziemliche Stille. Nur wenige Personen bewegen sich auf den Strassen.

Im Hotel Radisson für 99 Dollar die Nacht eingecheckt, waren wir ziemlich überrascht. Ziemlich billig für ein solches Hotel. Wir schwiegen und genossen. Danach machten wir uns auf den Weg zur Kupfermine. Unser Campervan Toni hatte nicht mehr viel Benzin. Dennoch kämpften wir uns mit dem letzten Tropfen nach oben. Die Mine war rund 1200 Meter tief. Ziemlich beeindruckend. Dort werden all die Edelmetalle, aber vorallem auch Kupfer abgetragen. Wir informierten uns noch eine Weile, bevor wir uns auf den Weg zum Salt Lake machten. Bis zum See dachten wir alle, es handle sich um einen Salzsee. Also nur weiss. Es war jedoch nicht weiss, sondern ein normaler See, der wohl aber ein grösseres Gehalt an Salz hat, als andere Seen oder Meere. Bevor wir überhaupt nach dem überqueren des Strandes an dem See angelangt sind, machten wir uns bereits wieder auf den Rückweg. Der Gestank und die vielen toten Tiere am Boden bewegten uns zum Rückweg.

Am Abend assen wir für rund fünfundzwanzig Dollar. Es war super köstlich. In der Schweiz würde man für dieses Stück Fleisch wohl gegen hundert Franken bezahlen. Danach machten wir beim Schlummertrunk in einer Bar mit einem Gespenst bekanntschaft. Sie selbst nannte sich "the hippie gipsy chick", war eine Alkoholikerin, rund 55 Jahre alt und hatte mindestens eine Tüte geraucht. Sie erzählte uns viele wirre Geschichten, erkannte in Kusi einen verstorbenen Freund wieder und suchte wohl ein Abenteuer mit uns. Das Bier wurde unsererseits ziemlich schnell getrunken und wir verliessen das chick ziemlich schnell.

Trotz der Stille in den Strassen Salt Lake Citys und der prophezeiten Langeweile ist SLC von mir aus gesehen eine Reise wert. Ziemlich sauber und sehr schön gestaltet. Sie geben sich echt Mühe, die Stadt von ihrer besten Seite zu zeigen. Zu einem späteren Zeitpunkt erfuhren wir zudem von einem Quad-Guide, dass die Pisten SLC's die besten ganz Amerikas seien und der Skiort fantastisch sei.






Montag, 3. September 2012

Abschied von den USA / Geschichten werden folgen


Abschied von den USA

Eine neue Welt erschien als ich die Border Control, genauer gesagt Drogenkontrolle, mitten in den Bergen vor San Diego, passiert hatte. Es erschienen plötzlich wieder einmal Häuser und die Strassen wurden wieder mehrspuriger. Auf den Strassenschildern war San Diego mit weniger als zwanzig Meilen angeschrieben, endlich! Nach rund siebenstündiger Fahrt ohne grosse Pause war ich ziemlich froh, das Ziel in nächster Nähe zu haben. So schien es, jedoch war da die Rechnung noch nicht gemacht. Wäre ich doch wie jeweils zuvor ins Visitor Center gegangen und mich erkundigt. Der Flughafen wurde auf keinem Strassenschild erwähnt und ich hatte keine Ahnung, in welcher Richtung er liegen könnte. Doch nach dem, was ich mitten in der Wüste Arizonas erlebt hatte, war wohl dies die kleinste Sorge.

Die ersten vier Stunden Fahrt verliefen problemlos. Dann plagte mich ein kleines Hüngerchen. In der nähe von Phoenix kaufte ich mir auf einer Autoraststätte ein Sandwich. Ich vermute, dies war nicht die beste Entscheidung. Die Fahrt ging weiter in die Tiefe Wüste Arizonas. Zuerst dachte ich noch darüber nach, was wohl wäre, wenn hier ein Notfall eintreffen würde. Der Notfall trat einige Minuten später ein. Mein Magen spielte ziemlich verrückt und ich hatte ein ziemlich komisches Gefühl, dies mitten in der Wüste mit dem Schild ein paar Meilen vorher „no services available“. Wie ein Wunder folgten rund fünf Minuten später öffentliche Toiletten, was ich vorher eigentlich nie sehen konnte. Der Gestank dort war fürchterlich. Noch fürchterlicher war aber die einsame, bärtige Person, welche vor den stinkenden Toiletten bei rund 46 Grad ein Buch las als wäre es normal. Nichts desto trotz und ohne Szenen eines Horrorfilms konnte ich meine Fahrt weiterführen. Wer mal Filme wie „Texas chainsaw massacre“ oder ähnliches gesehen hatte und denkt, dies könnte nicht passieren, hat sich getäuscht. Sehr wohl denke ich passieren solche Dinge in dieser endlosen Wüste, vor allem wenn man solche Personen sieht wie zuvor bei den Toiletten. Ich könnte viele Geschichten erzählen von merkwürdigen Personen, bei denen man nichts Gutes denkt.

So kam ich in San Diego an. Meines Unwissen wegens nahm ich die Strasse Richtung Strand. So sah ich rund zwanzig Minuten später tatsächlich den Strand. Es wurde Beach-Volley gespielt, gesurft und einfach den Samstag Nachmittag genossen. Dies war wohl das Leben an den Stränden San Diegos. Auf jeden Fall musste ich einsehen, dass ich mit meiner von Fast-Food und den täglichen Grilladen genährten Wampe besser nicht ausziehe und ins Wasser springe. In Mexico muss ich wohl ein Fitness Center aufsuchen. Es folgte eine weitere Stunde mit Flughafen suchen. Am Schluss habe ich es dann doch noch geschafft und  gab mein gemietetes Auto ab. Ich schlief im Motel 6, da dies das billigste Motel war in dieser Gegend. Der Preis war trotzdem ziemlich gesalzen. Liegt wohl daran, dass ich an der Küste San Diegos war. Am Abend speiste ich im Dennys, das erste und letzte Mal. Hätte mich die Servierdame nicht fast an den Tisch gezogen und mir gesagt, wie gut das Essen hier war, wäre ich wohl ab dem Gestank sofort umgekehrt. Abgestandenes Fett und weiss der Teufel was nährten die Luft in dem doch gut besuchten Restaurant. Die Servierdame war wie rund achtzig Prozent im Restaurant ziemlich dick. Dies hielt sie nicht ab immer wieder liebevolle Blicke zu mir zu werfen. Vermutlich mit der Hoffnung, ich stehe auf sie. Ich stand aber am Schluss doch mehr auf den Salat, den ich in diesem Restaurant gegessen hatte. Er war wirklich besser als alles andere. Jedoch musste ich einige komische Blicke einfangen. Wer isst scho einen Salat in Dennys…Jawohl, ich!

So endet mein Aufenthalt in Amerika nach rund vier Wochen. Er endet in San Diego. Von dort aus könnte man viele weitere spannende Erlebnisse und Reisen starten. Ich spare mir dies auf einen späteren Zeitpunkt auf. Ich denke, während meiner Zeit in Amerika habe ich die Freiheiten dieses Landes gut gespürt. Die unendlich weite Landschaft und die vielen Möglichkeiten, welche dieses Land bietet sind massiv.

Geschichten werden folgen

Während meinen vier Wochen in Amerika habe ich sehr viel erlebt. Ich könnte wohl ein ganzes Buch darüber schreiben. Gerne möchte ich dieses Mal die Geschichten in die Hände der Leser meines Blogs legen. Äussert eure Wünsche und ich werde darüber schreiben, sofern möglich. Wenn keine Wünsche eingehen sollten, habe ich trotzdem einige Geschichten, welche ich gerne erzählen möchte. Über folgende Kurztitel könnte ich eingehen und eine kleine Geschichte darüber schreiben.

Vielleicht das nächste Mal:
Erste Eindrücke in Las Vegas / Viel kurioses beim Einkauf im Walmart / Lustige Zeit mit meinen Mexicanischen Freunden / Weekend mit meinem Schweizer Guggenkollegen Reto Mathis und seinen Freunden / Erstes Mal im Casino, der Gewinn war riesig / Die Strassen von Las Vegas / What happens in Vegas, stays in Vegas / Ankunft meiner Freunde Andi und Kusi / richtig fetter Gewinn beim Roulette / Coyote Ugly / Zion/Bryce Nationalpark / Tiere in den Nationalparks / Enttäuschung beim Capitol Reef / Weg zum Yellowstone Nationalpark / Bärenjagd im Yellowstone Nationalpark / Im weiten Wald verirrt / Camping und was dazu gehört / gespenstische Stille und ein Gespenst in Salt Lake City / Arches Nationalpark mit Kletterproblemen und Dehydrierung / Indiaaaaner / Grand Canyon  als schöner Abschluss / ohne Pass kein Bier in Flagstaff / …


Montag, 27. August 2012

Unterwegs mit Toni, unserem Campervan / Nationalpärke


Unterwegs mit Toni, unserem Campervan

Toni, unser Campervan, und wir, Andi, Kusi und ich, sind nun bereits fünf Stunden unterwegs auf den Highways Amerikas. Endlose Strassen in weit gezogenen Landschaften aus Wüste, Wäldern und Gebirgen sollen uns zum Ziel, Yellowstone Park bringen.  Zu dritt bestreiten wir diese weite Reise von dem Bryce Canyon bis zum Yellowstone Park. Dies ist jedoch nur eine kleine Etappe der insgesamt rund vier bis fünf Wochen dauernden Reise von Andi und Kusi. Ich begleite die beiden nun seit Las Vegas und werde voraussichtlich bis San Diego mitfahren.

Richtig  bemerkt, ich habe die zwei guten Freunde aus meiner Schulzeit in Las Vegas trotz all den vorgängigen Umständen doch noch getroffen. Am Telefon hatten wir abgemacht, dass wir uns am Sonntag treffen würden. Vorher wäre es aber wichtig gewesen, einen Treffpunkt und eine Zeit abzumachen. Leider konnte ich aufgrund des Saldos Null den beiden keine Antwort geben. Ich versuchte vergebens, per Facebook Nachrichten zu senden. Ich freue mich auf das Zeitalter, wo es auch in Nationalparks Wireless Empfang gibt, und zwar auf jedem Gipfel und unter jeder Wurzel. Dann könnte der Plan Nachrichten senden per Facebook in dieser Situation klappen. Da ich nun aber nicht wusste, wann, wo, wie ich in Vegas sein soll, beendete ich meine dreitägige Reise mit einem Mietauto Mitte Sonntags. Nach vielen Versuchen konnte ich die beiden dann im New York New York Hotel treffen. Das Dreimann-Wolfspack war vereint und bereit, die Strassen Las Vegas unsicher zu machen. Drei weitere Tage Vegas. Sag niemandem auf der Strasse von Las Vegas, dass du zehn Tage dort verbracht hast. Es kommen Antworten wie „Man, are you crazy?“, „What the fuck is wrong with you man?“. So verbrachten wir weitere Tage mit Spielen, Trinken und Geld ausgeben. Glück und Pech im Spiel liegen sehr nahe. Das bekamen wir alle zu spüren - weiter gehe ich da nicht ins Detail, nur so – wir haben nun rund achthundert Franken mehr in unserer Reisekasse.

Wenn man so viele Kilometer mit einem Fahrzeug bestreitet und teilweise stundenlang ähnliche Landschaften betrachtet gehen die Gesprächsthemen ziemlich schnell aus. Naja, ich hätte wohl immer was zu erzählen oder zu plappern, aber ich möchte niemandem die Ohren sechs Stundenlang mit Buchstaben und Sätzen füllen. Man startet eine Art Beziehung zu dem Fahrzeug aufzubauen. Unser Fahrzeug, Toni, ist ein Chevrolet Campervan mit vier Rädern, einem Motor und was ein Auto sonst so braucht um von A nach B zu kommen. Er hat bereits seine rund 150‘000 Meilen  auf dem Tacho, was schon ziemlich viel ist. Dennoch haben wir selten Probleme mit ihm. Es scheint, als würden wir gut mit ihm auskommen. Er hat zwei Schlafplätze. Richtig gehört, zwei! Zusätzlich besitzen wir ein Zelt für die dritte Person, mich. Dieses Zelt habe ich in den letzten zwei Tagen benützt um zu schlafen. Man erinnere sich, ich habe mich ursprünglich auf eine lange Zeit in Costa Rica mit Temperaturen von fünfunddreissig Grad oder mehr eingestellt.  Demnach keine warmen Jacken, kein Trainer und schon gar nicht ein dicker Schlafsack. Die erste Nacht im Zelt verbrachte ich im Bryce Canyon, Canyon steht für Berge oder Schluchten, auf jeden Fall in der Höhe. In der Höhe ist es kälter als im Flachland, so auch im Bryce Canyon. Die Nacht verbrachte ich schlotternd in der Embryo Stellung im Zelt. Dazu kam harter Boden. Schlafen auf hartem Boden kenne ich von der Fasnacht oder sonstigen Partys, deren Heimweg nicht ganz einfach war, vielen Dank Raiffeisenbank! Die Nacht war schlimm und der Schlaf gering. Mit der Hoffnung es werde am nächsten Tag  besser täuschte ich mich. Wärmer war es, wenn der Wind nicht gewesen wäre, doch der Boden blieb hart. Vielleicht werde ich mich in den nächsten Tagen daran gewöhnen…Mit der Hoffnung, im Camper zu schlafen während Yellowstone, haben wir darum gejasst. Ich möchte dort nicht von Bären oder sonstigen Tieren während meinem Schlaf gestört werden. Leider verlor ich den Jass und ich werde wohl weiterhin im Zelt schlafen.

Nationalpärke

All meine Erinnerungen, an das, was ich bis jetzt gesehen habe, stellen aber die schlimmen Nächte in den Schatten. Zuerst Zion Nationalpark mit den gewaltigen Bergschluchten, mit Pflanzen und Bäumen überwuchert sind ein Traum aller Naturfans. Dazu wunderschöne Wasserfälle, von der roten Erde rot gefärbte Bäche, viele verschiedene Tiere in der Luft, am Boden und im Wasser. Wenn man denkt, dies sei bereits eine unglaubliche Landschaft, war noch nicht im Bryce Nationalpark. Schluchten, Berge und Steingebilde aus der Zeit Millionen Jahre vor uns erstanden. Einfach gigantisch. Viele dieser Bilder habe ich bereits in Katalogen gesehen und ich denke, viele andere Personen auch. Doch wenn man diese sagenhaften Landschaften live sehen kann, ist dies fast unbeschreiblich. Kein Katalog kann diese Gefühle und Emotionen ausdrücken, welche man verspürt, wenn man sehen kann, was in dieser Landschaft von roten Steinen und Bergen abgeht.

Inzwischen bin ich rund drei Wochen in Amerika. Es gefällt mir hier sehr. Wenn ich in unser Buch „Der Westen der USA“ anschaue, muss ich bemerken, dass trotz den vielen Dingen, die ich erlebt und gesehen  habe, die Möglichkeiten noch viel grösser wären. Keine fünf Prozent haben wir gesehen. Dieses Land ist riesig. Allen Amerikareisenden ist sehr zu empfehlen, die Reise mit einem Auto, Campervan oder sonstigem Van zu bestreiten. Man kann die Schönheit dieses Landes sonst kaum geniessen. Ich möchte auf jeden Fall wieder in die USA. Von Mexico aus, wo ich zur Zeit wohne, sollte dies auch kein Problem sein.









Freitag, 17. August 2012

Las Vegas / Alleine unterwegs in der USA

Las Vegas

Gerade eben eingecheckt im River Casino Hotel in Mesquite/Nevada sitze ich nun mit einer Flasche Wasser nach langer Zeit wieder einmal vor meinem Blog. Richtig gehört, Wasser! Warum ich mir heute kein Bier gönne, wird sich später herausstellen! Und warum ich um Himmels Willen in der Wüste Nevadas in Mesquito stecke, beherbergt auch eine längere Geschichte. Wer den Film Hangover kennt weiss, wovon ich rede wenn man am Tag darauf von irgendwo her jemanden anrufen muss um eine Planänderung durchzugeben. Geplant war, dass ich nach rund fünf Tagen zu André Inderkum und Kusi Kuhn stossen werde. Dies wollte ich auch tun oder besser gesagt, die Reise dahin habe ich mühsam am Tag davor organisiert und das Ticket bezahlt. Um 8.30 Uhr  morgens sollte ich am Abfahrtsort sein...wäre da nicht der unglaubliche Ort Las Vegas in welchem alles Unvorhergesehene passieren kann. So machten wir uns auf mit dem Ziel, Blackjack spielen, wie bereits viele Abende zuvor. In der Zeit, in der man spielt, darf man gratis oder besser gesagt gratis mit einem Dollar Trinkgeld trinken. Da wir nicht wie am Abend davor bereits nach wenigen Minuten alles verloren hatten, sassen wir also rund drei bis vier Stunden am Tisch und spielten und tranken dabei gratis. Immer wieder haben wir wieder gewonnen und dann auch wieder verloren. Am Schluss konnte ich den Tisch mit einem Plus verlassen.

Blackjack, ein Spiel, welches ich in Vegas das erste Mal gespielt habe. Das erste Mal mit einem Einsatz von zehn Dollar. Verlassen habe ich den Tisch mit zweihundert Dollar. Das Gefühl so zu gewinnen und allen Profis rundherum ein erstauntes Gesicht zu entlocken ist wunderbar. Zweihundert Dollar sind in Las Vegas aber ziemlich schnell wieder ausgegeben, wie ich bemerken musste. Zurück aber an dessen Abend. Wir hatten den Tisch verlassen und gingen in den Club im gleichen Casino. Nach dessen Schliessung lungerten wir weitere Stunden in Vegas herum, gut möglich bei dieser vierundzwanzig Stunden Gesellschaft. Im Bett waren wir schlussendlich ziemlich früh am Morgen danach. Der Abend war nicht zu übertreffen und sehr lustig. Um zehn Uhr wurde ich von meinen Freunden geweckt mit der Frage, warum ich nicht im Bus sei. Die gleiche Frage stellte ich mir selber. Dieses Gefühl ist das pure Gegenteil als wenn man zweihundert Dollar gewinnt. Fuck, dieses Wort benutzte ich ziemlich viel zu diesem Zeitpunkt. So suchte ich ein Telefon auf und informierte meine Schweizer Freunde, welche bereits auf dem Weg Richtung Treffpunkt waren.

Alleine unterwegs in der USA

Die Situation veränderte sich ziemlich. Wir haben abgemacht, dass wir uns am Sonntag in Las Vegas treffen werden. Ich werde dann nebenbei bemerkt weitere drei Tage in Vegas verbringen, mal schauen was es wieder für Geschichten gibt. Um nicht noch mehr Zeit in diesem Ort zu verbringen, habe ich mir ein Auto gemietet, so kann ich mehr entdecken als mit irgendwelchen Bussen. So fuhr ich los oder besser gesagt wollte ich losfahren. Wie funktioniert wohl schon wieder ein Automat?!? Der Kampf mit dem Auto startete. So fuhr ich auf der stark befahrenen Highway mit rund zwanzig Stundenkilometern, ein Stau bildete sich, diverse Hupen erklangen. Endlich, ich habe herausgefunden wie man schaltet. Ich konnten nun normal fahren. Nach einigen Kilometern machte ich mir dann auch noch Gedanken, wieso dass ich schalten muss wenn ich einen Automaten fahre. So habe ich dann auch noch den Gang gefunden, welcher automatisch schaltet. Was ich nun auch noch bemerkt habe ist, dass man bei rot trotzdem nach rechts fahren darf. Dies bemerkte ich, als schwere Pick-Ups hupend die Strasse verliessen um mich neben der Strasse im Sand zu überholen.

Ich habe mich entschlossen, eine Strasse durch einen Nationalpark zu nehmen. Zuerst fragte ich mich wieso ich zehn Dollar bezahlen musste, um ein wenig Wüste zu sehen. Was ich jedoch dort gesehen habe und fühlen konnte, war unglaublich. Diese Landschaft, einfach traumhaft. Ich konnte den American Dream richtig fühlen, Hühnerhaut bekam ich nicht nur einmal. Vor Freude kullerten sogar einmal Tränen aus meinen Augen. Ich denke, dies kann sich so niemand vorstellen, wer dies nicht selbst erlebt hat. Es gibt viele verschiedene Freudengefühle. Die erste Lehrstelle welche der Lehrmeister bestätigt, Schmetterlinge im Bauch voller Verliebtheit, das Entleeren der Blase nach stundenlangem Ausharren, einen weiteren kleinen Bruder zu erhalten, zweihundert Franken zu gewinnen in Blackjack oder eben, die unendlich schöne Landschaft Nevadas vor einem zu haben. Überglücklich war ich.

Nun bin ich in diesem River Hotel. Wieder ein Casino, jedoch ziemlich im Gegensatz zu dem, was man in Vegas sieht. Hier bewegen sich hauptsächlich übergewichtige Personen von Spielautomat zu Spielautomat. Im Hintergrund Countrymusik mit einem Publikum über fünfundsechzig, welche sich gegenseitig anschauen und hoffen, die anderen bewegen sich als Erste auf die Tanzfläche. Nebenbei das All-you-can-eat Buffet für achtzehn Dollar, welches gut besucht wird von all den buchstäblich gesagt an Hunger leidenden Übergewichtigen, welche sich wie Assgeier an dem Essen vergnügen. In welcher Gesellschaft bin ich hier gelandet. Ich frage mich ziemlich ab diesen Personen.

Morgen beginnt ein neuer Tag und ich hoffe, wieder das gleich Gefühl zu haben, wie heute. Nebenbei vermisse ich aber Bere sehr fest und merke immer mehr, wie wichtig sie für mich ist. An den Nachrichten, welche ich von ihr erhalte, weil sie sich Sorgen macht, wenn sie mal einen Tag nichts hört weil ich kein Internet habe, vermute ich, es beruht auf Gegenseitigkeit.

















Montag, 6. August 2012

Alltag / Ein Tag mit Patricia


Alltag

Mit voller Vorfreude auf den nächsten Freitag sitze ich diesmal vor meinem Laptop und schreibe den nächsten Post in meinem Blog. Ich werde mit meinen Freunden aus Mexico nach Las Vegas fliegen. Dort werden wir rund eine Woche verbringen. Spass und lustige Erlebnisse sind garantiert. Danach werde ich mit meinen Freunden Andi Inderkum und Kusi Kuhn mit einem Mietauto im Westen der USA herumreisen und noch etwa zwei Wochen mit ihnen verbringen. Mit beiden habe ich bereits sehr gute Erfahrungen gemacht was Ferien anbelangt. Meine ersten Ferien ohne Eltern verbrachte ich mit Dominik und Andi. Diese Ferien bleiben mir sehr gut in Erinnerung. Auch später genossen wir zusammen mit anderen Kollegen und Kolleginnen Ferien in Rimini, Gran Canaria und vielen weiteren Destinationen. Auch mit Kusi habe ich Erfahrungen was Reisen anbelangt. Da denke ich vor allem an die Woche zurück in Dublin. Urs und ich besuchten ihn während seiner Studienzeit in Dublin und hatten eine tolle Zeit. Kusi's damalige Mitbewohnerinnen aus Spanien fragen sich wahrscheinlich noch heute ab dem Besuch aus der Schweiz.

In der letzten Woche kehrte eine Art Alltagsleben ein. Bere arbeitete viel und ich hatte viel Zeit für mich und hatte viel Zeit zum Nachdenken. Viele Stunden verbrachte ich in unserer Wohnung und lernte viel spanisch. Zusätzlich kam eine Art Hausmann-Instinkt in mir auf. Ich fegte den Boden, nahm ihn nass auf und putzte die Küche, alles begleitet von Wäsche machen. Apropos Wäsche machen, es ist bereits wieder soweit...

...schnell eine Wäsche gestartet und weiter gehts. Ich hoffe, dieses Mal muss ich nach dem Tumblern nicht noch die ganze Wäsche aufhängen. Letztes Mal hats irgendwie nicht funktioniert. Immerhin ging meine Wäsche nicht kaputt wie damals in Toronto. Es war meine erste Wäsche. Die Kleider eingeworfen stand ich vor einer grossen Auswahl von Waschmitteln. Ich verstand in meinen ersten Tagen noch nicht viel englisch und meine Wahl stiess darum nicht nur auf ein Waschmittel sondern auf alle. Von jeder Soap ein wenig in den Behälter und Start. Zwei Stunden später das Ergebnis. Jedes einzelne Kleidungsstück hatte nun jede Farbe und ich war am Boden zerstört. Vor allem die in der Woche vorher gekauften Tommy Hilfiger Kleidungsstücke waren nicht wieder zu erkennen. Naja, kann ja mal passieren dachte ich damals...es passierte zwei Wochen später ein zweites Mal. Seither bin ich aber sehr vertraut mit Wäsche waschen.

Ein Tag mit Patricia

Am Donnerstag hat Bere immer einen sehr strengen Tag. Bere wollte, dass ich sie begleite und dann bei ihrer Tante Patricia bleibe. Patricia nahm sich Zeit, um mit mir etwas mehr spanisch zu lernen, vor allem durch sprechen. Als wir in ihrem Haus ankamen, roch es bereits sehr gut aus ihrer Küche. Bereits jetzt musste ich all die Zutaten, welche in dem Gericht vorkamen, auswendig lernen. Erst dann wurde das Essen serviert. Da mein Magen bereits ziemlich knurrte, lernte ich die Zutaten erstaunlich schnell. Zuerst gab es einen Tomaten-, Gurken-, Blattsalat. Die Sauce bestand aus Limettensaft und Salz. Es ist nicht das erste Mal, dass es keine Salatsauce gibt. Ich als grosser Fan von Salatsaucen bin dann jeweils den Tränen nahe, wenn ich bemerken muss, dass es keine Salatsauce gibt. Als grosser Fan von Bruno's Salatsauce kommen dann eine Art Entzugsgefühle hoch. Ich kann dann all die Raucher gut verstehen, welche es nach einigen Versuchen nicht schaffen, damit aufzuhören.

Ich könnte schwören der zweite Gang war Kürbissuppe. Mein Spanischvokabular besass leider das Wort Kürbissuppe nicht. Mit Bezug zu Halloween und den Kürbisgesichtern versuchte ich zu erklären, welches Gemüse ich meinte, vergebens. So gab ich mich damit zufrieden dass es eine Suppe war mit einem Wort, welches ich nicht verstand. Hauptsache sie war lecker. Der dritte und somit zweitletzte Gang bestand aus einem umschwärmten Wort meiner Freunde und Freundinnen aus dem Holly...Suppenhuhn! Ein ganzes Huhn garte rund eins bis zwei Stunden in einer Suppe aus Avocadoblättern, Chilli und Tomatensaft. So wurde das Huhn äusserst saftig und es war sehr delikat. Den vierten Gang, das Dessert wurde ausgelassen. Unsere Bäuche waren so voll, dass wir auf das Dessert verzichteten. Bere musste bereits kurz nach dem Essen an die Arbeit, so waren Patricia und ich alleine.

Es folgten rund zwei Stunden Gespräche über Mexico, die Schweiz und vieles mehr. Das Sprechen ging immer besser und flüssiger. Dinge, die in einem Satz beendet gewesen wären musste ich so umschreiben, dass ich wieder fünf Minuten am sprechen war. Ein Thema war beispielsweise der Vergleich zwischen den Familien. Ich erzählte ihr, dass ich mit 21 Jahren in eine eigene Wohnung zog. Hattest du Streit mit deiner Familie? So kam bereits die erste Frage und ich verneinte und erklärte ihr die Situation mit meinem Job und der Tatsache, dass die Schweizer und Schweizerinnen früher ausziehen als sonst wo. In Mexico, habe ich erfahren, bleiben die Jungen so lange wie möglich zu Hause. Die Familie bleibt länger zusammen und es wird ein ernster Grund benötigt, das Zuhause zu verlassen wie zum Beispiel ein Freund oder eine Freundin oder ein Wechsel de Wohnorts aufgrund eines Jobs. Sollten die Jungen das Zuhause früher verlassen ohne Grund, ist es meist wegen Problemen mit den Eltern. Weitere Themen waren die Prostitution in den Strassen Mexicos verglichen mit anderen Ländern Mittelamerikas und Europa, die Armut in vielen Staaten Mexicos verglichen mit den Grossstädten, die Herzlichkeit der Mexicaner und Mexicanerinnen, die Probleme im Norden Mexicos aufgrund des Drogenkrieges und am Schluss das Thema Legalisierung der Drogen in Mexico. Sie erzählte mir, in den Strassen Mexicos wünschen sich viele Personen, dass die Drogen legalisiert werden. Nicht wegen des Wunsches nach legalem Kauf der Drogen sondern vor allem, dass der Drogenkrieg im Norden drastisch abnimmt. Ein Mehrteil der Bevölkerung wünsche sich eine Legalisierung. Alle Versuche gegen die Drogen seien gescheitert, man solle neue Wege einschlagen. In Holland sei dieses Projekt geglückt. Viele weitere Staaten Mittel- und Südamerikas überlegen sich ähnliches. Meine Meinung über eine Legalisierung ist gleich. Ich denke nicht, dass eine Legalisierung einen Mehrkonsum der Drogen in der Bevölkerung darstellt, sondern eher die Kriminalität senkt. Allerdings müsste die USA mitziehen, sonst wird es kein bisschen besser im Norden Mexicos.

Nach diesem Gespräch und vielen Fotos, welche mir Patricia gezeigt hat gingen wir in die Altstadt Azcapotzalcos. Dies ist der Name des Bezirks in welchem Patricia wohnt. Wir besuchten viele alte Gebäude und Museen. Patricia kaufte von einer Händlerin in den Strassen einige Keksen ab. Diese waren so trocken, dass ich dem Ersticken nahe war. Ich bemerkte nun, dass jeder Stadtteil dieser grossen Stadt eine Geschichte hat und eine Art Gemeinschaft ist von Personen, welche miteinander leben.

Was Patricia arbeitet, fand ich bis am Schluss nicht raus. Ich verstand es von ihr so, dass sie in der Welt herumreist und den Personen dort Spanisch lernt. Vor allem in Japan, China und Russland. Später erzählte mir aber Bere, dass sie noch nie in diesen Ländern war und dies gerne machen würde...Ich muss sie wohl das nächste Mal noch einmal fragen was sie genau arbeitet. So verging ein sehr lehrreicher Tag. Am Abend war ich ziemlich kaputt. Ein ganzer Tag spanisch sprechen macht ganz schön müde. Doch es half mir sehr. Ich sage mir auch immer, wenn ich am nächsten Tag erwache und der erste Gedanke in spanisch ist und mich erinnere, das ich in spanisch träumte, dann hab ichs geschafft. Von diesem Zeitpunkt geht es nur noch bergauf mit dem Lernen einer Sprache.

Das Wochenende verbrachte ich oft mit Bere, vor allem am Sonntag. Wir genossen die Zeit zusammen und erfuhren viel über unsere Vergangenheit. Mittels alten Fotos aus Ferien und Ausflügen ging dies sehr gut. Ich musste dabei sehr gut aufpassen, welche Fotos ich zeigte und doch bemerkte ich bei einigen Fotos ein Schmunzeln in Beres Gesicht. Ein Heiliger bin ich dann halt doch nicht...Aber ich möchte mich auch nicht anders zeigen, als ich bin. Ich liebe Partys, ich liebe feiern, ich liebe es auch mal die Sau rauszulassen und ich möchte, dass Bere weiss, auf welche Person sie sich einlässt. Wie es scheint, hat sie damit auch kein Problem und ich denke, sie mag meine Art, wie ich das Leben lebe. Zusätzlich habe ich nun herausgefunden, wie alt Bere ist. Sie hat mich gefragt, wie alt ich sie schätze. Ich war sehr aufgeregt in diesem Moment und ich sagte mir, egal welches Alter sie hat, ich habe sie so gerne, wie sie ist. Das Alter, welches ich vermutet hatte, stimmte überein, Volltreffer! Nun habe ich eine Sorge weniger und ich bin überhaupt nicht enttäuscht oder misslaunig sondern sehr glücklich und froh, dass dieses Geheimnis gelüftet ist. Das Alter von ihr werde ich aber aus Anstand nicht bekannt geben...Gentleman like!