Freitag, 20. Juli 2012

Bybye Costa Rica / Hola Mexico D.F.

Letzte Stunden in Costa Rica

Es ging los, auf nach Heredia. Mein Ziel war die ehemalige Schule von Christa. Sie gab mir ein Geschenk für die Rezeptionsdame und eine Lehrerin mit. Mit dem Taxi rund eine halbe Stunde entfernt von San José kam ich in der Schule an. Die Lehrerin von Christa hatte sehr Freude, die Tränen standen ihr sehr nahe. Ein schönes Erlebnis welches ich an meinem letzten Tag in Costa Rica noch erleben konnte. Nachdem ich die Schule verlassen hatte bemerkte ich die vielen Stände in den Strassen Heredias. Ich probierte mich ein bisschen durch die Essensstände und bemerkte schnell, dass ich das Geld für die heimfahrt buchstäblich verfressen habe. Es folgte Projekt "zurückfinden von Heredia in das Hostel". Ich hatte rund drei Stunden. "Entschuldigung, ich möchte gerne in ein Hostel in San José". Der Busfahrer schaute mich nur verdutzt an und erklärte mir etwas, was ich nicht verstanden habe. Ich stieg trotzdem ein. Statt an der Avenida 2, calle 28 hielt der Bus an der Avenida 12 calle 58. Schön, es folgte ein rund zweistündiger Marsch nach Hause. Rund ein Dutzend Ticos und Ticas mussten mir weiterhelfen, bis ich mich durch das Strassenlabyrinth  gekämpft hatte und das Hostel dann doch noch gefunden habe. Projekt erfolgreich bestanden und einige Brocken spanisch dazu gelernt.

Der Wecker klingelte um 4.45 Uhr. Zuerst etwas verwirrt über die frühe Weckzeit bemerkte ich schnell, dass mein Flug nach Mexico bevorstand. Schnell die letzten Dinge eingepackt und schon gings los an den Flughafen Santamaria in San José. Der Name des Taxifahrers war Luis-Angel. Er erzählte mir viele interessante Geschichten über Costa Rica und seiner Familie. Er habe sechs Kinder und die schönste Frau der Welt, welche nach seinen Taxifahrten auf ihn warten. Zusätzlich wollte er wissen, wieso ich eigentlich noch spanisch lernen möchte, ich spreche bereits sehr gut spanisch...jajaja, guter Joke. Noch ein letztes Pura Vida und ich bin am Flughafen. Als erstes möchten die Behörden am Flughafen, dass man eine Abflugssteuer bezahlt. Für alles versuchen sie, eine Steuer zu erheben. Die Steuer nur ungern bezahlt ging ich durch die Passkontrolle und dann ab in das Flugzeug, Mexico, ich komme...

Ankunft in Mexico

Sonst habe ich die Gefühle nach der Heimat erst, wenn ich über die Alpen fliege und der Flughafen Zürich sehr nahe ist. Doch diesmal hatte ich bereits eine Art Heimatgefühle, als ich über die riesige Stadt Mexico D.F. (Mexico City) flog. Ich habe mich inzwischen richtig in diese chaotische, lebhafte, manchmal schlecht riechende aber trotzdem sehr schöne Stadt verliebt. Man fliegt rund zwanzig Minuten über die Stadt und sieht nur Häuser, als würde man über das Meer fliegen. Doch unter dem Flugzeug spielt sich in jedem Quartier leben ab. Geschichten entstehen durch jede der 25 Millionen Personen, welche in dieser Stadt leben. Die Stadt ist in allen Quartieren ziemlich verschieden und dennoch leben die unzähligen Menschen gut miteinander zusammen. Man kann das Leben in Mexico D.F. fast nicht beschreiben, mann muss es selbst erlebt haben und noch schöner und eindrücklicher, mit den Menschen zusammengelebt haben und ein Teil der 25 Millionenstadt gewesen sein. 

Tienda Iusacell rechts neben dem Check-out war die Vorgabe von Bere. Ich war da, Bere nicht. Durch den vielen Verkehr wusste ich, dass dies normal ist und wartete auf sie, fünfzehn Minuten später kam sie mir auch schon lächelnd entgegen. Ich wartete an diesem Flughafen auch schon eineinhalb Stunden auf meinen guten Freund René, ohne funktionierendes Handy und ohne Adresse seines Hauses. Dennoch wartete ich damals einfach ruhig auf den Bänkchen, bis er eintraf. Man muss den Menschen hier einfach vertrauen, denn sie werden kommen, früher oder später...

Der vom Reisen etwas herangewachsene Bart machte Bere am Anfang einige Stirnrunzeln, aber sie nahm in mit Humor. Ich versprach ihr auch, mich möglichst schnell zu rasieren. Wir kamen in unserem Zuhause an. Die Mutter von Bere arbeitet als Krankenschwester und bildet die Studierenden aus. Sie hat dabei eine Wohnung, welche sie an Studierende von Auswärts vermietet. Zur Zeit wohnt nur eine Person in dieser Wohnung, so haben Bere und ich genügend Platz. Ich schätze es sehr, wie Bere sich die Zeit genommen hat, mir in meiner Situation zu helfen. Meine Schwierigkeiten mit dem Spanisch sind immer noch riesig. Dies bemerkte ich vor allem beim Abendessen. Mir lief der Mund zusammen als ich den Fleisch-Salatteller des Nachbartisches beobachtete und freute mich sehr darauf. Statt dessen gab es aber Reis mit Bananen. Wie fein...Für mich war es ein ziemlich kulinarischer Tiefflieger, würgte es aber dennoch mit etwas Ananassaft herunter. Ich wollte bereits das Bezahlen regeln. Es folgte aber noch ein Fleisch-Salatteller, juhui, doch nicht zu früh gefreut. 

Die erste Nacht verging und Bere erzählte mir den Tagesablauf. Wieder nichts verstanden aber dennoch genickt. Ob das wohl gut geht. Etwas später erreichte ich mit dem Laptop unter dem Arm die Zahnarztpraxis, in welcher Bere arbeitet. Ich wartete dort einige Zeit und bemerkte wieder einmal, dass ich lieber nicht genickt hätte...wie lange musste ich wohl auf sie warten?!? Sie kam aber einige Zeit später und sagte mir, es ginge wohl etwas länger. Ich verbrachte den Nachmittag anschliessend in einem Einkaufscenter, welches ziemlich gross war und die Zeit schnell verging. Der Tag ging weiter und wir fuhren gemeinsam in eine Trainingshalle. Sie stellte mir ihre Freunde und Freundinnen des Cheerleadervereins vor. Dieser Verein ist mit den schweizerischen Turnvereinen sehr zu vergleichen. Nun bin ich also in den TV Mexico City geraten. Bere erklärte mir aber, dass es sehr viele von diesen Vereinen gibt in der Stadt. Wir erlebten einige lustige Momente à la "Hallo, ich bin Marc, aber keine Angst, ich bin kein Gringo (Amerikaner, welche in Mexico nicht sehr beliebt sind)"..."schön dich kennenzulernen Marc, ich bin aber eine Gringa". Man weiss es nie und ich hüte mich wohl nächstes Mal besser vor solchen Sprüchen.

Die Tage vergehen und ich erlebe viele lustige und schöne Momente in Mexico D.F. Wie es zur Zeit weitergeht, kann ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. Ich werde aber bestimmt noch viele meiner Freunde in Mexico treffen und ich werde Bere besser kennenlernen. Bestimmt werden wir aber mehr in den nächsten Posts erfahren. Ich selbst bin schon ziemlich gespannt, wie es weitergeht.










Montag, 16. Juli 2012

Backpapers San José / Aufbruch von Playa Junquillal

Backpapers Hostel in San José

Ich befinde mich zur Zeit in einem Backpapers Hostel und schreibe weitere Zeilen in meinem Blog. Im Hintergrund gemütliche Chill-out Musik aus Frankreich, der USA und natürlich von Costa Rica. Bereits habe ich wieder einige Bekanntschaften gemacht. In solchen Backpapers Hostels trifft man immer sehr interessante Personen mit den noch interessanteren Geschichten. Meist Personen auf der Durchreise und auf der Suche nach einem neuen Reiseziel. Einige jedoch auch um wieder einmal ein paar Tage auszuruhen und wieder neue Leute kennenzulernen. Doch bestimmt denkt sich wohl nun die eine oder andere Person, warum um Himmels Willen befinde ich mich in einem Backpapers Hostel in San José?!? Nein, es ist kein Bustransfer an den Flughafen und ich habe mich auch nicht in den falschen Bus gesetzt, was durchaus möglich sein könnte. Ich habe das Backpapers Hostel letzte Nacht um etwa neun Uhr betreten. Das Spanisch und das Englisch des Jungen an der Rezeption konnte ich aufgrund seiner Mühe mit seiner Zahnspange zu sprechen nicht verstanden. Ich folgte ihm und nickte gelegentlich. Kurz einige Mails gemacht und einigen Personen mitgeteilt, dass ich nun in San José bin  und dann gings ab ins Bett. Die Reise nach San José und auch das Geschehene haben mich ziemlich müde gemacht.

Aufbruch vom Hotel Hibiscus und Playa Junquillal

Wieder sind einige Tage in Costa Rica vergangen. Ich verbrachte die meiste Zeit am Strand, ging joggen, schrieb Blogs oder amüsierte mich sonstwie mit dem Laptop. Andere Möglichkeiten hatten wir nicht, da unser Bus vorgeführt wurde. Zwischendurch machte ich mir einige Gedanken, wie man einen Flyer für die Touren machen könnte. Ich wollte mir die Aufgabe jedoch für noch regnerische und einsamere Tage aufsparen. So blieb es bei Ideen.

Es folgte der Samstag. Es war ein bewölkter Tag. Die Wolken hingen bereits am Morgen über Playa Junquillal. Endlich kam jedoch am Nachmittag der Bus zurück. Einige Minuten später fuhren wir in die Los Amigos Bar. Einige Personen, die ausgewandert sind, spielten ein Spiel. Wir genossen nebenbei einige Biere. Ein anderes Mal wollte ich jedoch gerne einmal mitmachen. Soweit wird es aber nie kommen, dies wusste ich zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht. Barbara, die bereits einige Jahre in Playa Junquillal lebte, fragte mich, ob ich am Sonntag gerne Golf spielen möchte. Ich gab ihr eine positive Antwort und freute mich auf den Tag danach. Es wäre für mich das erste Mal gewesen, nicht einfach nur den Abschlag zu spielen.

Der Abend des Samstags veränderte die ganze Situation im Hotel Hibiscus und meiner Zeit an der Playa Junquillal. Auf diesen Abend und das Geschehene werde ich aber nicht weiter eingehen. Ich habe aber gelernt, dass ich in Zukunft mit meinem Mundwerk etwas vorsichtiger umgehen sollte, vor allem wenn ich getrunken habe. Nicht alle Personen nehmen das Gesagte gleich auf und machen sich eventuell mehr Gedanken darüber, als andere.

Es ist neun Uhr fünfzehn morgens. Die Sonne scheinte von ihrer schönsten Seite, der Strand war wunderschön. Doch es sind meine letzten Impressionen von Playa Junquillal gewesen. Den Rucksack gepackt stand ich schwitzend am Strassenrand und wartete auf elf Uhr. Dann sollte der Bus nach Santa Cruz kommen. Schon bald hielt aber jemand an und fragte, ob ich mitfahren möchte. Es waren die Besitzer der Strandbar. Mit der ganzen Familie fuhr ich in Richtung Santa Cruz. An einer Kreuzung luden sie mich aus.

Schnell kam schon der Bus nach Santa Cruz. Der Bus war ziemlich voll. In Santa Cruz angekommen ging ich sofort in ein Internetcafé, um meine Freunde und Freundinnen aus der Schweiz und Mexico zu informieren, was passiert war. Ich bemerkte, wie wichtig die Kommunikation über Internet derzeit war. Bevor ich in der letzen Nacht schlafen ging, konnte ich nur noch kurz informieren, was passierte. Wie es weiterging, konnte ich leider nicht mehr mitteilen, da das Internet ausgeschaltet wurde. So bemerkte ich im Internetcafé an den vielen besorgten Nachrichten, wie viele Personen sich Sorgen um mich machten. Ich informierte alle und wir waren alle sehr erleichtert.

Ich wartete einige Stunden in Santa Cruz auf den Bus. Doch es waren schnelle Stunden, da es ziemlich viel zu beobachten gab. Taxifahrer mit den grössten Schrotbüchsen in denen ich Angst gehabt hätte, mitzufahren, sehr junge Frauen oder besser gesagt Mädchen, welche wohl noch nie was vom Verhüterli gehört hatten, Strassenköter welche ständig meine Nähe suchten, ich aber eher von ihnen flüchtete und viele weitere lustige Momente, die man nicht vergisst. Der Bus kam und ich verbrachte rund 5 Stunden in dem stickigen Bus und weiss nun, wie es ist, wenn ein Bus eine Vollbremse macht, oder besser gesagt alle fünfzehn Minuten.

Wie geht es weiter

Nun werde ich noch den heutigen Tag in San José verbringen. Am Nachmittag bringe ich noch ein Geschenk nach Heredia in eine Schule, welches ich von Christa erhalten habe. Sie verbrachte auch einige Zeit in Costa Rica und fragte mich, ob ich eine Lehrerin und die Rezeptionsdame überraschen könnte. Die nächsten Blogs werden von Mexico kommen. Morgen werde ich nach Mexico fliegen. Ich habe sehr viele Freunde überall in Mexico, vor allem in Mexico D.F., die sich sehr über meinen Besuch freuen werden. Gerne beziehe ich mich auch auf meinen ersten Blog und dem Post "Spanisch in 5 Tagen". Dort erzählte ich von meinem Besuch aus Mexico. Sie wird mich am Flughafen in Mexico abholen und mich für die erste Zeit bei ihr aufnehmen...

Mittwoch, 11. Juli 2012

Strände dieser Welt / Interessant interessant

Es ist Nachmittags um halb zwei und ich widme mich wieder einmal meinem Blog. Am liebsten schreibe ich meine Posts mit einer Brise Musik meines Geschmacks. Meist sind dies elektronische Klänge, welche meine Hirnzellen aufs Beste erfrischen und die Gedanken für gute Zeilen anregen.

Nun bin ich rund eine Woche in Playa Junquillal. Ich habe bereits viel erlebt. Inzwischen kommen mir immer mehr und mehr Ideen, wie ich meinen Blog noch ausschmücken könnte. Über jedes noch so kleine Erlebnis könnte man wieder Seiten füllen.

Strände dieser Welt

Heute Morgen  war ich wie die letzten Tage am Strand. Wer sich den Strand hier vorstellt wie in Rimini, Ayia Napa, Lloret de mar oder wie die beliebten Badeorte in Europa alle heissen, liegt falsch. Es reihen sich keine Discos, Bars und Einkaufsmeilen aneinander und der Strand ist noch nicht von unzähligen tausenden Touristen belegt. Man hat kein Problem um sich von der Strasse in das Meer zwischen all den Tüchern und Fleischmassen zu bewegen. Der Massentourismus hat hier noch nicht Einzug gehalten, obwohl im Vergleich vor 20 bis 30 Jahren deutlich mehr läuft. Zu dieser Zeit waren die Strände und Orte hier noch gemütliche Fischerdörfer oder Ansiedlungen. Am Strand ertönen nur die Wellen des Meeres, das Gezwitscher der Vögel und bei gutem Wind die südamerikanische Musik der Bar Junquillal. Man wird also nicht von der einen Seite von der Musik pupertierender Mädchen, von der anderen Seite noch mehr pupertierender oder bereits überpupertierter Jungen dessen Musik sich genau bei deinem Liegeplatz trifft belästigt. Kein Bum Bum von der einen und kein "put your hands up in the air" von der anderen Seite.

Wir waren wohl alle einmal jung, übermütig und auf der Suche nach dem Fun eines Partybadeortes. Ich war es auch und genoss es hauptsächlich in Rimini, Plattensee, Gran Canaria und Cancun. Wobei bei Cancun ist es noch was anderes, dorthin ich im Zusammenhang mit meiner Zeit in Mexico. Es war jeweils ein super Zeit mit viel Party und Alkohol. Auch bekannt ist dabei das Gefühl nach einer weiteren Woche Urlaub um sich von diesem Urlaub zu erholen. Am Schluss denkt man an die Zeit am Urlaubsort zurück. Man hatte viel Fun und Spass und erinnert sich an die einen oder anderen lustigen Momente zurück, falls dies noch funktioniert, und schmunzelt.

Die Zeiten ändern sich und ich liege an der Playa Junquillal inmitten der wunderschönen Natur. Auch hier gibt es Badegäste, doch weit weniger als sonst wo. So lag ich heute auf meinem Badetuch mit dem Buch über Costa Rica, welches ich als Abschiedsgeschenk meiner Mitarbeiter der Gemeinde Rüschlikon erhalten habe. Heute hatte ich keine Lust auf das Wasser oder dann erst später. So las ich in dem Buch und machte zwischendurch einige Liegestützen und Rumpfbeugen. Schliesslich wollte ich doch schnell mal beginnen zu surfen. Die Fitness hat in der letzten Zeit etwas nachgelassen und auch mein Bäuchlein macht noch nicht die beste Falle. Gerne möchte ich etwas trainierter sein, um zu starten.

Interessant, interessant

So las ich vieles über Costa Rica. Dabei habe ich erfahren, dass Costa Rica ein ziemlich junger Staat ist. Nach längerem Nachlesen bemerkte ich auch, dass wir noch mitten in der Entstehungsgeschichte sind. Bürgerkriege und Verfolgung Einheimisch ist noch nicht weit zurück. Heute gibt es in Costa Rica kein Militär mehr. Dies ist aber noch nicht lange so und die Wirtschaft scheint eher rückläufig statt fortschrittlich zu sein. Der Früchteexport war lange die Haupteinnahmequelle. Ausländische Firmen siedelten sich kaum an. Der einzige stärker werdende Wirtschaftsfaktor ist der Tourismus. Derzeit besuchen mehr als eine Million Touristen Costa Rica. Tendenz steigend. Das Land setzt sich sehr dafür ein, dass Naturpärke bestehen bleiben und die Landschaft geschützt wird. Dies zieht viele Urlauber nach Costa Rica.

Zusätzlich habe ich auch viel über Pflanzen, Tiere und Landschaft gelernt. Vor allem von der Region Guanacaste. Wie interessant, mit sarkastischem Hintergrund gedacht, mögen nun viele denken. Vor einiger Zeit musste mir wohl auch niemand etwas über Landschaften und Pflanzen erzählen..."Spinnsch eigetli mich met so öpisem vollzlabere"...so hätte ich gedacht. Doch nun bin ich ein Teil dieser Natur und Region und möchte gerne wissen, womit ich hier lebe. Ich werde bestimmt noch einige Male auf Geschichte, Kultur, Menschen und Landschaft zurück kommen.

Zur Zeit ist unser Bus in Reparatur und wird neu vorgeführt. Er wird wieder durchkommen, wie alle anderen Jahre zuvor. Wieso es diese Prüfung gibt, kann ich nicht sagen, aber wohl die meisten Autos würden in der Schweiz nicht mehr zugelassen. Wir müssen also zur Zeit ohne Bus auskommen und wir bewegen uns meist zwischen unserem Hotel, Supermarkt und Strand. Viel weiter kommt man ohne Bus nicht. Vor rund zwei oder drei Tagen ging ich joggen. In der Hälfte begann es zu regnen, ziemlich fest. Doch dank der Tatsache, dass es trotzdem warm bleibt, ist dies nur halb so schlimm. Einige verdutzte Blicke Einheimischer kamen mir dann aber trotzdem entgegen. Was hatte wohl dieser hellhäutige mitten im Dschungel mit durchnässten Adidas Sportkleidern zu suchen?!? Bei der Rückkehr viele Ticos die mitjoggten, da sie auch von dem Regen überrascht wurden. Doch die Stimmung blieb trotz Regen immer gut, was mich sehr verwunderte. Pura Vida, Pura Vida wurde einander gewünscht und ein Lächeln aufgesetzt.














Montag, 9. Juli 2012

Auf nach Playa Junquillal / Ankunft im Hotel Hibiscus

Auf nach Playa Junquillal

Mit dem Führerausweis in der Hand sind wir wieder im Casa de Suiza eingetroffen. Es blieb nur wenig Zeit, um alle Habseligkeiten einzupacken und alles in unseren Bus zu verstauen. Mit meinem Reiserucksack ist es sehr praktisch, alle Dinge wieder möglichst schnell einzupacken und die Weiterreise anzutreten. Vor meiner Reise habe ich mich sehr gut über die Gepäcksituation während dem Reisen informiert. Zuerst bei Personen, welche auch bereits eine Reise gemacht haben und danach im Outdoor SportXX. Der Herr dort konnte mir noch viele Tipps geben. Er hat selbst auch viele Länder bereist und hat dann in einem südamerikanischen Land seine grosse Liebe gefunden. Mit Frau und Kinder sei die unbekümmerte Art zu reisen nicht mehr möglich. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Dennoch reise er hin und wieder mit der ganzen Familie in der Welt herum.

Kurz von Stöckli Schorsch und seiner Gattin verabschiedet und die Reise nach Playa Junquillal beginnt. Sehr gerne wollten wir bei der Hinreise einen ausgewanderten Deutschen besuchen. Er ist Metzger und mache die besten Würste von Costa Rica. Wir wollten uns einige seiner Würste besorgen. Leider war er nicht zugegen. Vielleicht ein anderes Mal. Die Reise führte zuerst durch hügeliges Gebirge. Christian erklärte mir, dass die Strasse neu sei. Es wurde rund dreissig Jahre geplant. Trotz der langen Planung wurde nicht berücksichtigt, dass die lehmartigen Hänge bei dem Regen auf die Strassen rutschen könnten. So vergingen noch einmal Jahre, um die Hänge zu sichern, bevor die Strasse eröffnet werden konnte. Nach einiger Zeit folgte auch bereits der erste Regen, der aber nach einigen Minuten wieder beendet war. Trotz der Tatsache, dass es sich um eine Schnellstrasse handelt und die Mindestgeschwindigkeit bei 40 km/h lag, gab es Ticos und Ticas die auf den Strassenseiten ihre Ware verkauften, Velo fuhren oder sogar der Strasse entlang joggten.

Die Schnellstrasse war beendet und wir landeten auf der weltberühmten Panamericana. Diese beginnt in Alaska und endet erst ganz unten in Argentinien. Sehr beliebt für Reisende. Vor allem gibt es viele Motorradfahrer, aber auch Lastwagen. Dies konnte teilweise sehr störend wirken, da diese nur sehr langsam fuhren. An der berühmten Hafenstadt Puntarenas vorbei verliessen wir nach rund 45 km die Panamericana wieder. Christian zeigte mir noch einige Goodies, welche auf der Hinreise zu bestaunen sind wie zum Beispiel Papageien und Krokodilbeobachtungspunkte. Dies sind doch einige specials, die man sehen kann wenn man die Hinreise mit unserem Transfer bestreitet. Die Strassen wurden immer schlechter, Schlaglöcher wurden häufiger und die letzten Kilometer waren dann nur noch Schotterstrecke.

Ankunft im Hotel Hibiscus

Wir erreichten nach langer Fahrt von San José nach Playa Junquillal das Hotel Hibiscus. Ich habe das Hotel vorher erst im Internet gesehen. Es wurde nicht zu viel versprochen, es ist wunderschön. Zwar einfacher, als jene Hotels, welche ich bis jetzt in meinen Urlauben angetroffen habe, jedoch viel gemütlicher. Viel Natur, Pflanzen und Palmen umgeben das Hotel. Christian zeigte mir bereits die wichtigsten Dinge des Hotels und ich checkte in mein Zimmer ein. Kaum angekommen begrüsste mich die Natur. Es regnete wie aus strömen. Einige Gedanken gingen mir durch den Kopf. Ist dies einfach nur die Regenzeit oder will mir hier die Natur speziell Hallo sagen?!? Das erste war wohl eher der Fall. Der Regen hier ist jedoch weit weniger schlimm als in der Schweiz, dennn es bleibt warm.

Schnell bewegten wir uns rund 100 Meter weiter an den Strand, wo die Bar Junquillal, besser bekannt als Sunset Bar, auf uns wartete. Ich lernte die ersten Personen kennen und genoss einige Biere. Schade, heute leider keinen Sonnenuntergang, da der Himmel noch von vielen schwarzen Wolken belegt war. Wir gingen weiter in die Guacamaya Lodge. Diese Lodge wird von Auswanderern aus Muri geführt. Wir wechselten einige Worte oder besser gesagt Christian. Die Toilette wurde schnell zu meinem besten Freund. "Scheisse!" So mein erster Gedanke, welcher auch ziemlich zutreffend war. Habe ich mir hier im Dschungel bereits etwas eingefangen? Vermutlich war der Grund wohl eher das übermässige Biertrinken am Abend vorher. So, blieb die Vermutung bei diesem Grund und nicht bei irgendwelchen Dschungekrankheiten. Ein Imodium später ging der Abend weiter...Ich hoffe, Imodium wird mich nicht viel begleiten müssen.

Der Abend ging weiter in einer anderen Bar. Ein Aussteiger welcher seit vielen Jahren hier lebt machte ein Fest. Dabei konnte jeder, der nur irgendwie ein Instrument spielen konnte, mitspielen. Es ergab sich eine super Band und viele Oldies erfüllten unsere Ohren. Ein Einzelkünstler aus der USA spielte Mundharmonika und wurde von einem Schlagzeug begleitet. Klang genial. Ich lernte noch Touristen aus der USA kennen und viele andere Personen. Einige dieser Personen werde ich wieder antreffen und werde bestimmt einiges aus ihrem Leben erfahren.

Es folgte ein Schlummertrunk in einem holländischen Hotel. Dort lernte ich noch einige unserer Nachbarn kennen. Es gibt neben unserem Hotel ein Schildkrötenprojekt. Dies ist Freiwilligenarbeit und es gibt immer junge Leute, die dort mitwirken. In der Bar traffen wir auf drei Girls aus der USA, Kanada und England. Alter zwischen 18 und 20. Ich wechselte einige Worte mit der Amerikanerin. Sehr hübsch aber ziemlich eingeschnappt. Dennoch hatte sie etwas interessantes an sich...Wer weiss, vielleicht trifft man sie wieder...Ihrer Art wegen wird man sie wohl wieder antreffen, aber eher nicht mehr viel miteinander sprechen.  Der Tag war nun vorbei und ich legte mich ins Bett...Die erste Nacht beginnt!

Nächster Blog: Tamarindo / Leben in Playa Junquillal
















































Freitag, 6. Juli 2012

Erste Eindrücke / San José / Führerausweis

Erste Eindrücke
In San José, Costa Rica, angekommen. "Bling", der erlösende Ton um die Gurten zu lösen. "Wiä machts?"..."Bling!" Genau so hat es gemacht. Ich war ziemlich kaputt nach diesem Flug und freute mich sehr auf das Ritual, welches ich nach Flügen von mehr als zehn Stunden pflege...Aufs WC gehen. An den Toiletten kann man bereits erste Eindrücke eines Landes sammeln. In Mexico D.F. waren diese jeweils ziemlich verschmutzt wobei ich auch schliessen konnte, dass andere öffentliche Tolietten auch nicht sehr sauber sind. Es bestätigte sich. Bei den Tolietten hier konnte ich bereits ein Hauch Pura Vida erkennen. Zwei Personen der Securitas, Polizei, Putzkolonne oder was auch immer sassen am Boden und waren in eine Diskussion vertieft.  Ich denke, es gäbe da wohl bessere Orte für solche Gespräche. Erstaunlich sauber waren danach aber die Toiletten.

Der erste Blick nach draussen erinnerte mich an den Zugerberg. Die Landschaft ziemlich ähnlich. Vermutlich wegen der Landschaft und der Stabilität des Landes nennt man Costa Rica auch die Schweiz Mittelamerikas.  Die Zöllnerin hatte wohl nie Mathematikunterricht. Ohne nachzurechnen behauptete sie, die eingegebene Aufenthaltszeit sei mehr als neunzig Tage. Nach langem und mühsamem nachrechnen nahm sie diese Aussage aber zurück und ich bekam den Einreisestempel. Noch kurz das Gepäck abholen und sofort zum Ausgang. Christian Sauner, mein neuer Chef, holte mich dann mit seinem Bus ab. "Hola, como estas"..."Pura vida, igualmente?"..."Pura Vida", so die Begrüssung der Schrankenfrau am Ende des Parkhauses. Überall pura vida, ich freue mich. 

San José
Auf den Strassen San José's muss man sich irgendwie selbst durchschlagen. Dabei muss man besonders aufpassen, dass es keinen Unfall gibt. Christian erklärte mir, dass wir bei einem Unfall die lackierten sind, auch wenn wir im Recht stehen. Die Ticos und Ticas, so werden die Einheimischen  hier genannt, haben zu wenig Geld, um den eigenen, geschweige den Schaden eines Dritten zu beheben. So kämpften wir uns durch den Verkehr ins Casa de Suiza. Das Casa de Suiza gehört Stöckli Schorsch, welcher vor 17 Jahren nach Costa Rica ausgewandert ist. Der Liebe wegen blieb er damals nach einer Reise in Costa Rica und lebt seither mit einer Tica in San José und betreibt das Casa de Suiza. Jaaa wo die Liebe hinfällt...wer weiss, vielleicht treffen wir zu einem späteren Zeitpunkt auf eine ähnliche Geschichte.

Nur kurz geduscht und bereit gemacht gingen wir die Strassen San José's unsicher machen. Im Longhorse genossen Christian und ich ein gutes Nachtessen und viele Biere. Zarpe (oder wie man das schreibt) sagt man hier, wenn man das letzte Bier oder Getränk zu sich nimmt. In der Schweiz käme dies wohl als "Eis hämmer no emmer gno..." Das Ende des Abends ist also auch mit Zarpe ungewiss. Neben uns nahm ein Tico Platz und spendierte uns ein selber gebrauter Shot. Eine Mischung aus Fruchtsaft und Tabasco floss in unsere Kehlen. Er schwörte uns mit diesem Shot unendliches weitertrinken und eine Wirkung wie Alka Selzer, was sich an dem nächsten Tag bestätigte. Es folgt ein weiteres Lokal mit einigen Bieren mehr und dann die heimreise. Die darauf folgende Nacht startete mit schweren Träumen. Mein Kopf hat wohl noch nicht realisiert, dass ich in Costa Rica bin. In meinen Träumen schlief ich in der Abstellkammer meiner Möbel in Unterlunkhofen. Ich realisierte erst meine Ankunft in Costa Rica als ich mitten auf der Strasse dieser Siedlung in San José stand und bemerkte, dass ich gerade im ganzen Haus herumgeirrt bin. 

Führerausweis
Der neue Tag begann und unser Projekt Führerausweis startete. Hier hätte ich wohl keine hundert Stunden und vier Autoprüfungen gebraucht, um den Führerausweis zu erlangen. Es begann mit dem Gesundheitscheck. Rauchen sie? Trinken sie? Haben sie Krankheiten oder sonstige Beschwerden? Nein, selten und nein waren die Antworten. Da kann sich wohl jeder selber seine Gedanken machen über die Antworten. Ich musste zudem erkennen, in welche Richtung das E schaute. Die E-Reihe war die zweit oberste und etwa 15 cm gross, wie sinnvoll dieser Check. Kurz den Stempel und Unterschrift dazu und der Gesundheitscheck ist bestanden. Juhui, ich bin gesund! 

Es folgte ein Marathon von Person zu Person im Verkehrsamt. Warten war dabei die Hauptbeschäftigung, wobei Einheimisch bis zwei oder drei Stunden warteten und ich nur rund eine halbe Stunde. In dieser Zeit hatte ich ein angenehmes Gespräch mit einem Jungen aus Guatemala, der hier studiert. Warum die Schweiz nicht an der EM war, ob die Frauen in der Schweiz schön sind und was ich um Himmels Willen hier tue waren die Hauptgesprächsthemen.

Nun habe ich meinen Führerausweis und bin bereit für den Strassenverkehr Costa Ricas. Bin ja mal gespannt...

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Donnerstag, 5. Juli 2012

Reisevorbereitungen Teil 2 / Abschied / Flug


35 H
Bereits rund zehneinhalb Stunden Flug sind vergangen und ich habe stets noch vier Stunden vor mir. Mein Hinter tut mir langsam weh, die Langeweile steigt und mein Bauch beginnt zu Schmerzen. Letzteres kommt vermutlich von dem Essen, welches ich eingenommen habe. Das Essen von der Iberia Airline ist teilweise echt bedenklich. Wie jedes Mal bei Langstreckenflügen gibt es zwei Menus. Wie immer bei den Flügen mit Iberia verstand ich nicht, was die jeweiligen Menus heissen. Die Stewardessen pflegen es bei diesen Flügen vorwiegend spanisch zu sprechen. Ich wählte die Lasagne. Leider wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht, dass es eine Spinatlasagne war und ich wiedermal nicht das Fleischmenu erwischt habe. Dazu gab es einen Karottensalat mit einer Beilage, welche ich bei bestem Wille nicht zuordnen konnte. Erinnerte mich ein wenig an die Badeferien in Rimini während meiner Zeit in Dietwil. Damals gingen bei dem Essen die Meinungen zwischen Steak bis heissem Fleischkäse auseinander.

Meine Sitznummer ist die 35 H. Daraus sieht man, dass der Flieger ziemlich gross ist. Bei anderen Flügen hatte ich teilweise ziemlich Pech. Von einer Japanerin welche sich vor dem Flug eine Schlafpille reingeworfen hat und mir so den Weg zum Pipimachen ziemlich schwer gemacht hat über Personen welche stanken, als hätten sie während ihren Ferien in einer Mülltonne geschlafen bis die übliche Leier mit schwerst Übergewichtigen welche meinen Platz fast bis zur Hälfte beanspruchten war alles dabei. Ich sitze neben einem jungen Pärchen welche mir ziemlich nett reinkommen. Vermutlich fliegen sie in die „Luna del Miel“, was auf gut Deutsch die Flitterwochen bedeutet. Dies kann man wegen den vielen Küssen vermuten, die ich ständig unfreiwillig beobachten darf. Ich hoffe zu diesem Zeitpunkt, es bleibt bei diesen Küssen, da diese doch ständig intensiver werden. Warten wir mal ab…

zügeln, putzen, putzen, putzen…
Die administrativen Vorbereitungen waren meist abgeschlossen, es folgten nur noch kleine Dinge wie militärischer Urlaub eingeben, Krankenkasse fertig abschliessen wie aber auch einen Arztbesuch um mich über medizinische Dinge in Costa Rica zu informieren.

Der Fluch folgte aber gleich. Das Zügeln! Während Tagen packte ich meine Dinge ein und jedes Mal die Frage, brauche ich es wohl für meine Zeit in Costa Rica. Leider musste ich dabei auch viel zurückstecken mit Ausgang und sonstigen Dingen mit meinen Kollegen und Kolleginnen. Gerne hätte ich noch mehr Zeit mit ihnen verbracht, da sie mir doch sehr ans Herz gewachsen sind in den letzten zwei Jahren. Dennoch nahm ich mir vor allem am Wochenende zwischendurch Zeit, mir ordentlich einen über den Durst zu trinken. Dann kam das Zügeln. Hage, welcher auch den Raum für meine Habseligkeiten zur Verfügung stellt, und Geigi halfen mir dabei. Die ersten zwei Fahrten verliefen ohne Schwierigkeiten. Bei der dritten und letzten Fahrt überraschte uns aber ein heftiges Gewitter. Nichts desto trotz, es ging trotzdem. Die Tage danach folgten weitere Fahrten mit Schachteln, welche sich ständig wieder gebildet haben. Ich hatte in meinem Haushalt wohl mehr Dinge, als ich gedacht habe. Dies war die zweitletzte Woche vor meinem Abflug. Ich war bereits ziemlich kaputt. Da wusste ich jedoch noch nicht, dass die darauffolgende Woche noch strenger werden wird.

Nach einer kurzen Inspektion über meine Putzgelegenheiten merkte ich, dass man so keine Endreinigung machen kann.  Ich besorgte mir also noch einige Dinge und Dominik und Andi fragten mich, ob sie helfen können. Beide gute Freunde aus Primar und Oberstufe. Zu erwähnen sind hier noch die wohl lustigsten Ferien in Ventimiglia, welche wir zusammen erlebt haben. Zu dritt fuhren wir mit rund 18 Jahren in das kleine italienische Städtchen. Ich hoffe, sie haben mir verzeiht, dass wir wegen mir den falschen Zug genommen haben und so die erst günstige Zugreise zu einer teuren Sache machen liessen. Ich war mir damals sicher, der Zug nach Arth-Goldau fährt auf Gleis 1, es war nicht so und wir landeten ohne Halt in Luzern.

Zuerst einige Dinge entsorgt, dann begann das Putzen. Bis Mitternacht putzten wir und wurden nicht fertig. Ich putzte zwar während den zwei Jahren meine Wohnung nicht schlecht, dennoch musste ich einiges bemerken. Hätte ich doch Mamas Ratschlägen gefolgt und täglich die Dusche geputzt, usw. So hätte ich das Bad wohl in drei statt in sechs Stunden geputzt. Es folgte ein zweiter Abend mit Putzen. Meine Mama half mir.  Um halb zehn Uhr waren wir fertig. Ich war nun auch ziemlich fertig. Dennoch besuchte ich anschliessend noch Angelo und Reto in Emmenbrücke. Sie sind zwei Kollegen, welche ich während der Zeit, als ich Partys organisiert habe, kennenlernte. Trotz meinem Misserfolg im Nautilus in Luzern verband uns immer mehr die Freude am Reisen. Die beiden werden mich vermutlich im nächsten Frühsommer in Mexico besuchen.

Es kam der Tag der Abnahme meiner Wohnung. Dies war ziemlich stressig, da ich die Kellerschlüssel nicht dabei hatte. Naja, selber Schuld würde ich da mal sagen. Diese waren jedoch schnell besorgt und die Wohnung wurde abgegeben. Sie gaben mir grosse Komplimente, welche ich nun gerne auch an Domi, Andi und meiner Mama weiterleite.

Flug
Inzwischen zähle ich jede Minute. Ich freue mich sehr, bis ich endlich in San José ankomme. Dort wartet Christian, mein zukünftiger Chef, auf mich.  Die Küsse meiner Nachbarn haben aufgehört und sie schlafen. Vermutlich liegt es daran, dass sie vorher rund eine halbe Stunde verschwunden waren. Flugzeugtoilette…wie romantisch…für die beiden war es aber wohl die Erlösung. Na dann, wünsche ich mal schöne Flitterwochen!

Vor diesem Flug flog ich rund zweieinhalb Stunden von Zürich nach Madrid. Es begann mit dem schweren Abschied meiner Familie. Die Tränen waren mir bereits da sehr nah. Noch nie war ich so lange fort und noch nie habe ich meine Familie mehr als 5 Wochen nicht gesehen.  Ich habe es überstanden und nahm ich Flieger Platz. Neben mir eine Familie, die ihre Ferien in Lanzarote antraten. Kurz  nach dem Abflug öffnete ich das Buch mit den Erinnerungen, welche mir meine Freunde und Freundinnen aus Bremgarten und Umgebung geschenkt haben. Ich habe sie alle in der Hollywood Bar in Bremgarten kennengelernt und während zwei Jahren eine super Zeit erlebt. Später werde ich bestimmt noch einmal auf diese Zeit zurückkommen. Doch nun war es soweit und ich begann zu lesen. Ich wollte stark sein, doch nach wenigen Sekunden übermannten sich die Gefühle und es ging mir ziemlich nah. All diese schöne Worte und Bilder waren zu viel für mich. Eine ganze Weile hatte ich, bis ich alles gelesen hatte. Es ist wohl das Schönste, solch gute Leute zu kennen. Vielen Dank an alle, welche dabei mitgewirkt haben.  Ich werde es wohl noch einige Male gut durchlesen und bestimmt noch einmal die eine oder andere Träne vergiessen. Euch alle werde ich sehr vermissen!

Nächster Blog: Erste Eindrücke und Erlebnisse.